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Bild: Fotolia.com, Jürgen Fälchle
BIOGAS:
Elek: "Immer noch ein Nischenmarkt"
Im Biogasmarkt sieht Landwärme-Geschäftsführer Zoltan Elek für Betreiber mittlerweile wieder positive Perspektiven.
 
E&M: Herr Elek, vor kurzem klagte die Branche noch, der Biogasmarkt sei tot. Woher nehmen Sie jetzt Ihren Optimismus?

Elek: Es kommt immer darauf an, wen man nach seiner Einschätzung fragt. Für die Anlagenhersteller ist das Thema Biomethan tot. Da kommen vielleicht noch eine, zwei oder drei Anlagen pro Jahr dazu, viel mehr wird nicht passieren.
Anders sieht es beim Bestand aus. Fast 200 Anlagen sind in Deutschland installiert, das ist keine unwesentliche Größe. Sie machen etwa 20 Prozent der gesamten Biogaserzeugung in Deutschland aus. Diese Anlagen werden stabil im Markt bleiben.

E&M: Diese Anlagen werden auch betrieben, wenn sich die Förderung ändert?

Elek: Ja, und sie haben eine gute Perspektive für ein stabiles Geschäftsmodell bis 2034 und eventuell auch darüber hinaus.
 
Zoltan Elek: „Gute Perspektive für ein stabiles Geschäftsmodell“
Bild: Stefan Weber, Landwärme


E&M: Sehen Sie dabei eher Chancen für kleine oder für große Anlagen?

Elek: Eher für die größeren Biomethananlagen und insbesondere für solche Anlagen, die in ihrem Substratmix flexibel sind und zunehmend mehr pflanzliche Nebenprodukte oder Reststoffe verwerten können.

E&M: Wie wichtig wird bei den BHKW-Motoren ein flexibler Betrieb?
 
Elek: Die BHKW mit Biomethan werden in der Regel jetzt schon flexibel gefahren, etwa bei den Stadtwerken, die wir im Blick haben.
 
„Flexibilisierung bleibt ein Muss“

E&M: Wird die Flexibilisierung in Zukunft noch wichtiger?

Elek: Sie bleibt ein Muss, aber ihre Rolle wird aktuell nicht größer.

E&M: Ließen sich damit nicht mehr Zusatzerlöse im Reservestrommarkt erwirtschaften?

Elek: Was man da erwirtschaften kann, ist im Augenblick sehr bescheiden. Da waren die Hoffnungen auf Erlöse größer. Der Strommarkt muss sich erst dahingehend entwickeln, dass Flexibilität einen adäquaten Wert erhält.

E&M: Mit welchen Leistungen und Zubaumöglichkeiten rechnen Sie noch beim Biomethan?

Elek: Im Rahmen der Ausschreibung könnten etwa 10 bis 20 MW pro Jahr dazukommen. Wenn 20 MW an Biomethan-BHKW entstehen, braucht man zu deren Versorgung etwa drei neue Biomethananlagen. Das wäre immer noch ein Nischenmarkt, der sich aber kontinuierlich entwickelt.
 

Armin Müller
Redakteur
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Freitag, 12.08.2016, 13:30 Uhr

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