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Enerige & Management > IT - Dokumentations- und Instandhaltungskompetenz unter einem Dach
Bild: itestroorig / Fotolia
IT:
Dokumentations- und Instandhaltungskompetenz unter einem Dach
Technische Dokumentationen sowie intelligente Instandhaltungskonzepte von Anlagen helfen, die Verfügbarkeit zu erhöhen und die Kosten für Instandhaltungsmaßnahmen zu reduzieren.
 
Drei Unternehmen bündeln für diese komplexe Aufgabe ihr Wissen in einem Kompetenzzentrum. Ob die Allgäuer Überlandwerke, die Stadtwerke Augsburg, die Mitteldeutsche Gasversorgung oder die Gelsenwasser AG Gelsenkirchen – die Energieversorger sind Kunden von drei Unternehmen, die ihr Wissen in einem „Kompetenzzentrum Energiewirtschaft“ bündeln, um den Betreibern von energietechnischen Anlagen fachspezifische Dienstleistungen aus einer Hand anbieten zu können. Unter dem Dach dieses Kompetenzzentrums arbeiten die "BIK Anlagentechnik GmbH", die "K3V Solutions AG" sowie die "tecon Systemtechnik GmbH" zusammen – alle mit Sitz in Urbar bei Koblenz (Rheinland-Pfalz).

„Seit Kurzem bedienen wir nicht mehr nur Energieversorger, sondern auch Industriekunden und haben unsere Produktpalette entsprechend angepasst“, sagt Erwin Reith, Geschäftsführer der BIK Anlagentechnik. Das Ingenieurbüro ist seit 1992 auf die Planung und rechtssichere Dokumentation von Anlagen für die Energiewirtschaft spezialisiert. Die Tätigkeit war auch die Basis für die Entwicklung des Softwaresystems K3V-Energiewirtschaft für die Planung, Dokumentation und Instandhaltung von Anlagen und Netzen der Energie- und Wasserversorgung, das 1995 erstmalig bei Kunden aus der Energiewirtschaft eingesetzt wurde.

Um der Komplexität beziehungsweise den Kundenbedürfnissen gerecht zu werden, wurden bestimmte Bereiche mittlerweile in eigenständige Unternehmen ausgegliedert: der K3V Solutions AG sowie der Tecon Systemtechnik. Während sich das IT-Haus K3V der Weiterentwicklung der K3V-Software widmet, bringt Tecon „langjährige Erfahrungen im Bereich von Meß-, Prüf- und Sicherheitskomponenten, sowie Montagezubehör für Gas-, Mess- und Regelanlagen mit“, erklärt Reith.

Für das Zusammenspiel der drei Unternehmen nennt er ein aktuelles Beispiel, um es anschaulicher zu machen: „Die DIN 30690-1 und die DVGW Gas-Information Nr.19 - kurz G-19 - erfordern zukünftig die Berechnung von Anzugsdrehmomenten für die Herstellung der Flanschverbindungen in Gasanlagen. So wird die Festigkeit der Konstruktion sichergestellt und die Dichtigkeit kontrolliert.“ Bei einem Neukunden zum Beispiel könne BIK nun die Berechnung von Flanschverbindungen durchführen und zugleich abfragen, wie es seitens der Dokumentation aussehe und – falls Bedarf bestehe – gleich die Software zur digitalen Dokumentation mit anbieten. Reith: „Müssen Verbindungen getauscht werden, liefert Tecon die Hardware und die notwendigen Zeugnisse sowie die Nachweise zur Dokumentation für die K3V-Software.“
 
Die Elemente jeder Rohzeichnung werden auch digital erfasst
Bild: K3V Solutions AG 

Die K3V Solutions AG kann laut dem BIK-Geschäftsführer mit speziellen Lösungen für alle Fachbereiche der Energieversorgung sowohl komplexe Prozesse in den Netzen und Anlagen als auch die Aufgabenbereiche eines Betriebsmittelinformationssystems (BIS), einer Instandhaltungsplanung und Steuerung (IPS) mit den Aufgaben der Arbeitsvorbereitung (AV) und der mobilen Auftragsbearbeitung abbilden. Aufgrund der Reduzierungen der Netzentgelte durch die Bundesnetzagentur (BNetzA), wird die Notwendigkeit der Kostenminimierung für die Netzbetreiber immer wichtiger. Auf Grundlage der RCM-Strategie (zuverlässigkeitsorientierte Instandhaltung) bietet K3V ein Werkzeug, die Instandhaltungskosten signifikant zu reduzieren.

Grundlage für das digitale Instandhaltungsmanagement ist jedoch eine gesunde Basis: die technische Dokumentation: BIK Anlagentechnik erarbeitet die technische Dokumentation gewöhnlich in fünf Schritten mit dem jeweiligen Kunden. Zuerst wird die Dokumentationsstruktur an sich vereinbart, um im zweiten Schritt die Anlagen im Ist-Zustand aufzunehmen. Die Mitarbeiter von BIK erfassen die Anlage vor Ort und nehmen die Sachdaten der Bauteile auf. Auch offensichtliche Mängel werden bereits dokumentiert.

Was draußen bei den Anlagen an Daten aufgenommen wurde, entspricht nicht immer dem Stand, der noch in den Ordnern schlummert. Armaturen oder Geräte werden auch mal getauscht, Anlagen werden erweitert oder zurückgebaut. Die Dokumentation wird aber zu oft nicht mit angepasst. Daher prüfen die BIK-Experten im dritten Schritt den Stand der vorhandenen Stationsordner und aktualisieren sie, wenn nötig.

Die Digitalisierung der Stationsordner ist der darauffolgende Schritt. Somit sind die Papierordner auch eins zu eins im Dokumentenmanagement-System hinterlegt. „BIK orientiert sich dabei an den Kundenwünschen; Schritte können daher individuell angepasst werden“, sagt Reith. Als fünften Schritt wird schließlich ein R&I-Fließbild erstellt. Jedes Element wird laut BIK dabei mit den entsprechenden Sachdaten verknüpft.

Auch für die Industriekunden wird die Weiterentwicklung in allen drei Unternehmen parallel laufen. Reith: „Da BIK jetzt auch Industriekunden bedient, wird K3V das Softwaresystem entsprechend ausrichten, und Tecon Systemtechnik die Produktpalette angleichen.“

Weitere Informationen unter www.kompetenzzentrum-energiewirtschaft.de   .
 

Heidi Roider
Redakteurin und Chefin vom Dienst
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Freitag, 16.03.2018, 12:16 Uhr

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