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Energie & Management > Stromnetz - Dezentrale Gasmotoren unterstützten europäische Netzstabilität
Reparaturarbeiten am Stromnetz. Bild: Bayernwerk/Christian Poppe
Stromnetz

Dezentrale Gasmotoren unterstützten europäische Netzstabilität

Beim starken Frequenzabfall im europäischen Stromnetz vom 8. Januar 2021 halfen auch rund 4.000 Jenbacher Gasmotoren mit knapp 6.000 MW Leistung, einen Blackout in Europa abzuwenden.
Als am 8. Januar ein Leitungsausfall in Kroatien zu einem plötzlichen starken Frequenzabfall im europäischen Stromnetz führte, drohte ein großflächiger Stromausfall in Europa. Durch sofortiges Eingreifen der europäischen Netzbetreiber konnte er verhindert werden. Sie teilten das europäische Verbundnetz auf, regelten Verbraucher im Rahmen vertraglicher Regelungen ab und schalteten Reserveerzeuger an. Zu diesen zählten rund 4.000 flexible, schnell start- und regelbare Jenbacher Gasmotoren, teilte der Hersteller Innio aus Österreich mit.

Eine Frequenzabweichung von den normalen 50 Hertz ist eine sehr heikle Situation und kann im Extremfall zu einem großflächigen und langanhaltenden Stromausfall führen, dem sogenannten „totalen Blackout“. Als Teil der automatisierten Sicherungssysteme wurden schnell und koordiniert Reservekapazitäten hochgefahren. „Durch die Aufzeichnungen unseres „myPlant Asset Performance Management Systems“ wissen wir, dass knapp 4.000 Jenbacher Gasmotoren zur Stabilisierung des europäischen Stromnetzes beigetragen haben“, erklärte Andreas Kunz, Technikvorstand von Innio, am 2. März.

Flexible Reaktion in Millisekunden

Die Motoren hätten innerhalb weniger Millisekunden auf die Frequenzänderung reagiert und konnten durch die Einspeisung von rund 6.000 MW in das europäische Stromnetz mithelfen, einen folgenschweren Blackout abzuwenden. Dies unterstütze laut Kunz die Bedeutung von dezentralen Kraftwerken für die stabile Stromversorgung. Dies gelte umso mehr mit dem stetigen Ausbau regenerativer Energien in Europa. Denn die erneuerbaren Energien lieferten nur dann Strom, wenn der Wind weht oder die Sonne scheint.

„Der dezentralen Energieversorgung auf Basis von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen kommt eine Schlüsselrolle zu, um die europaweite Strom- und Wärmeversorgung für die nächsten Jahrzehnte zu sichern und sie gleichzeitig nachhaltiger zu gestalten“, erklärte Kunz. „Kurz- und mittelfristig sind das Gaskraftwerke, die mit Erdgas betrieben werden“, sagte er. Langfristig müssten auch diese Kraftwerke CO2-neutral mit Biomethan oder überhaupt CO2-frei beispielsweise mit Wasserstoff betrieben werden, um die Klimaschutzziele zu erreichen.

Gasmotoren zur dezentralen Energieversorgung eigneten sich besonders gut für den schnellen Einsatz und Lastausgleich bei Schwankungen im Verbrauch. Diese gewännen mit der immer weiter fortschreitenden Elektrifizierung durch E-Mobilität und Wärmepumpen an Bedeutung, argumentierte Kunz. Die Technologie sei schon bereit für erneuerbare Brennstoffe. Die Voraussetzungen für diese Flexibilität seien in einer Entwicklungskooperation gemeinsam mit dem Large Engine Competence Center in Graz (LEC) geschaffen worden, versicherte Kunz.

Dienstag, 2.03.2021, 15:34 Uhr
Susanne Harmsen
Energie & Management > Stromnetz - Dezentrale Gasmotoren unterstützten europäische Netzstabilität
Reparaturarbeiten am Stromnetz. Bild: Bayernwerk/Christian Poppe
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Dezentrale Gasmotoren unterstützten europäische Netzstabilität
Beim starken Frequenzabfall im europäischen Stromnetz vom 8. Januar 2021 halfen auch rund 4.000 Jenbacher Gasmotoren mit knapp 6.000 MW Leistung, einen Blackout in Europa abzuwenden.
Als am 8. Januar ein Leitungsausfall in Kroatien zu einem plötzlichen starken Frequenzabfall im europäischen Stromnetz führte, drohte ein großflächiger Stromausfall in Europa. Durch sofortiges Eingreifen der europäischen Netzbetreiber konnte er verhindert werden. Sie teilten das europäische Verbundnetz auf, regelten Verbraucher im Rahmen vertraglicher Regelungen ab und schalteten Reserveerzeuger an. Zu diesen zählten rund 4.000 flexible, schnell start- und regelbare Jenbacher Gasmotoren, teilte der Hersteller Innio aus Österreich mit.

Eine Frequenzabweichung von den normalen 50 Hertz ist eine sehr heikle Situation und kann im Extremfall zu einem großflächigen und langanhaltenden Stromausfall führen, dem sogenannten „totalen Blackout“. Als Teil der automatisierten Sicherungssysteme wurden schnell und koordiniert Reservekapazitäten hochgefahren. „Durch die Aufzeichnungen unseres „myPlant Asset Performance Management Systems“ wissen wir, dass knapp 4.000 Jenbacher Gasmotoren zur Stabilisierung des europäischen Stromnetzes beigetragen haben“, erklärte Andreas Kunz, Technikvorstand von Innio, am 2. März.

Flexible Reaktion in Millisekunden

Die Motoren hätten innerhalb weniger Millisekunden auf die Frequenzänderung reagiert und konnten durch die Einspeisung von rund 6.000 MW in das europäische Stromnetz mithelfen, einen folgenschweren Blackout abzuwenden. Dies unterstütze laut Kunz die Bedeutung von dezentralen Kraftwerken für die stabile Stromversorgung. Dies gelte umso mehr mit dem stetigen Ausbau regenerativer Energien in Europa. Denn die erneuerbaren Energien lieferten nur dann Strom, wenn der Wind weht oder die Sonne scheint.

„Der dezentralen Energieversorgung auf Basis von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen kommt eine Schlüsselrolle zu, um die europaweite Strom- und Wärmeversorgung für die nächsten Jahrzehnte zu sichern und sie gleichzeitig nachhaltiger zu gestalten“, erklärte Kunz. „Kurz- und mittelfristig sind das Gaskraftwerke, die mit Erdgas betrieben werden“, sagte er. Langfristig müssten auch diese Kraftwerke CO2-neutral mit Biomethan oder überhaupt CO2-frei beispielsweise mit Wasserstoff betrieben werden, um die Klimaschutzziele zu erreichen.

Gasmotoren zur dezentralen Energieversorgung eigneten sich besonders gut für den schnellen Einsatz und Lastausgleich bei Schwankungen im Verbrauch. Diese gewännen mit der immer weiter fortschreitenden Elektrifizierung durch E-Mobilität und Wärmepumpen an Bedeutung, argumentierte Kunz. Die Technologie sei schon bereit für erneuerbare Brennstoffe. Die Voraussetzungen für diese Flexibilität seien in einer Entwicklungskooperation gemeinsam mit dem Large Engine Competence Center in Graz (LEC) geschaffen worden, versicherte Kunz.

Dienstag, 2.03.2021, 15:34 Uhr
Susanne Harmsen

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