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Enerige & Management > Stromnetz - Bayernwerk hat jetzt ein Quarantäne-Camp
Bayernwerk-Netzleitstelle in Dachau, Quelle: Bayernwerk / Maximilian Zängl
STROMNETZ:
Bayernwerk hat jetzt ein Quarantäne-Camp
Auf mögliche Personalengpässe durch die Omikron-Variante hat sich der Verteilnetzbetreiber Bayernwerk vorbereitet: Ein Spezialteam steht, sein „Camp“ ist ebenfalls bereit.
 
Je nach Infektionslage, so heißt es in einer Mitteilung des Netzbetreibers aus Regensburg, könne das Bayernwerk in kurzer Zeit einen sogenannten Quarantänebetrieb starten. Zwölf Tage und Nächte am Stück würden zwei neunköpfigen Teams völlig isoliert von der Außenwelt in einer abgelegenen Unterkunft verbringen. Sie wären dann für die Absicherung der Energieversorgung von sieben Millionen Menschen zuständig.

Und so würde das Szenario konkret aussehen: Nach ihrem jeweils zwölfstündigen Einsatz an einem gesonderten Reservestandort für die Netzsteuerung geht es für die Mitarbeitenden direkt und kontaktfrei in ihre Unterkunft in der Region Oberpfalz. „Die psychische und physische Belastung ist erheblich. Schaltarbeit am Netz ist Akribie und höchste Verantwortung. Die Erholungsphasen müssen daher bestmöglich gestaltet sein“, betonte der Bayernwerk-Vorstandsvorsitzende Egon Leo Westphal, der das Quartier jetzt vor Ort begutachtet hat.

Immense Zahl von Freiwilligen

Um die Gruppen zusammenzustellen, habe man nach Freiwilligen gesucht. „Wie zu Beginn der Pandemie war die Bereitschaft wieder immens. Alle wollen ihren Teil beitragen. Das sind diese Momente, die mich so stolz auf unsere Belegschaft machen“, so Westphal.

Die Unterkunftsräume sind Teil einer Bayernwerk-Immobilie. Stefan Heller hat das Gebäude für den Quarantänebetrieb vorbereitet: „Zu Beginn der Pandemie vor zwei Jahren mussten wir innerhalb weniger Tage eine Lösung aus dem Hut zaubern, um unsere isolierten Teams sicher unterzubringen.“ Mittlerweile sei man sehr gut auf alle denkbaren Herausforderungen eingestellt.

Die Immobilie nannte Heller, der beim Energieunternehmen für Liegenschaften zuständig ist, einen Glücksfall: Zahlreiche Räume und großzügige Aufenthaltsmöglichkeiten stehen zur Verfügung, es gibt Rückzugsmöglichkeiten und verschiedene Küchen. Die täglichen Mahlzeiten werden allerdings über einen Caterer geliefert. Internetanschluss und W-Lan wurden verstärkt, damit zumindest digital der Kontakt zu Familien und Freunden gepflegt werden kann.

Corona konnte Versorgungssicherheit nicht beeinträchtigen

„Jedes Team besteht aus drei Schaltmeistern für die Hochspannung und sechs Schaltmeistern für die Mittelspannung“, erläuterte Wolfgang Tauber, Leiter der Netzleitstellen des Bayernwerks. Unterstützt werden sie durch die verfügbaren Kräfte an den Hauptstandorten der Netzleitstellen in Neunburg vorm Wald und in Dachau.

Ob es nun angesichts der Pandemieentwicklung zum Quarantänebetrieb kommt? Dazu sagt der Bayernwerk-Chef: „Wir sind sehr guten Mutes, dass es zu diesem Schritt nicht kommt. Omikron verläuft deutlich milder, als zunächst befürchtet. Die Verkürzung der Quarantänezeiten ist sehr hilfreich. Zudem haben wir im Unternehmen eine Impfquote von rund 90 Prozent.“

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bayernwerks haben laut Westphal alle Phasen der Pandemie mit beeindruckendem Verantwortungsbewusstsein für die große Aufgabe Versorgungssicherheit begleitet. Zu keiner Zeit sei es coronabedingt auch nur annähernd zu einer schwierigen Situation bei der Energieversorgung gekommen.

 
Auch für Unterhaltung nach einer anstrengenden Zwölf-Stunden-Schicht ist gesorgt. Vorstandsvorsitzender Egon Leo Westphal (rechts) und Stefan Heller besichtigten die Unterkunft für die Quarantäne-Teams
Quelle: Bayernwerk / Zängl



 
 

Günter Drewnitzky
Redakteur
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Freitag, 04.02.2022, 16:18 Uhr

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