E&M exklusiv Newsletter:
E&M gratis testen:
Energie & Management > Stadtwerke - ASEW richtet Klimaschutz-Initiative neu aus
Jahresbericht 2026 der Asew. Quelle: Asew
Stadtwerke

ASEW richtet Klimaschutz-Initiative neu aus

Die ASEW hat die Klimaarbeit von 23 Stadtwerken ausgewertet. Die Initiative will angesichts neuer EU-Regeln zur Kommunikation stärker konkrete Maßnahmen und Erfahrungen teilen.
Die Arbeitsgemeinschaft für sparsame Energie- und Wasserverwendung (ASEW) hat die Klimaschutzarbeit ihrer Stadtwerke-Initiative ausgewertet. Der neue Jahresbericht untersucht die Strategien von 23 Mitgliedsunternehmen und zeigt, wie die kommunalen Versorger ihre Dekarbonisierung vorantreiben. 

Die Stadtwerke-Initiative Klimaschutz startete vor mehr als vier Jahren in Köln mit 44 kommunalen Versorgern. Inzwischen gehören ihr 87 Unternehmen an. Die Mitglieder verpflichteten sich zunächst, ihre Treibhausgasemissionen systematisch zu erfassen, Dekarbonisierungsstrategien zu entwickeln und über ihre Klimaschutzaktivitäten zu informieren. 

Neue Regeln verändern Kommunikation

Die bisherige Arbeit basierte auf Leitlinien und einem Kriterienkatalog. Die Anforderungen umfassten unter anderem die Bilanzierung der Treibhausgasemissionen nach anerkannten Standards, die Entwicklung von Reduktionsstrategien sowie die Kommunikation über geplante Maßnahmen.

Mit den neuen rechtlichen Vorgaben für freiwillige Umwelt- und Klimaschutzaussagen ändern sich laut ASEW die Rahmenbedingungen. Die EU-Richtlinie „Empowering Consumers for the Green Transition“ (EmpCo) wurde in Deutschland unter anderem über Änderungen des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) umgesetzt. Seit dem 27. September 2026 gelten für bestimmte freiwillige Umwelt- und Klimaschutzaussagen gegenüber Verbraucherinnen und Verbrauchern strengere Anforderungen.

„Für Stadtwerke ist dies besonders anspruchsvoll, da langfristige Maßnahmen in den Bereichen Wärme, Netze und Erzeugung häufig von Genehmigungen, Fördermitteln, politischen Entscheidungen und technischen Entwicklungen abhängen“, erklärt Maria Nolden, Teamleiterin Klimaschutz der ASEW. Hinzu kämen Aufwände für Datenerhebung, Dokumentation, rechtliche Bewertung und externe Prüfungen.

Da der bisherige Kriterienkatalog mit öffentlich kommunizierten Klimazielen und Maßnahmen verbunden war, führt die ASEW ihn nach eigenen Angaben nicht unverändert fort. Stattdessen sollen sich die Mitglieder freiwillig dazu bekennen, ihre Klimaschutzarbeit weiterzuführen und sich am Erfahrungsaustausch zu beteiligen.

Die ASEW verweist in diesem Zusammenhang auf das Risiko eines zunehmenden „Greenhushings“. Damit ist gemeint, dass Unternehmen aus Sorge vor rechtlichen Risiken weniger über ihre Klimaschutzaktivitäten sprechen. Künftig will die Initiative deshalb stärker konkrete Investitionen, umgesetzte Projekte und nachweisbare Fortschritte in den Mittelpunkt stellen.

Klimaschutz wird Teil der Unternehmenssteuerung

Die Auswertung der Unternehmensberichte zeigt laut ASEW, dass Klimaschutz zunehmend als bereichsübergreifende Aufgabe betrachtet wird. Neben Erzeugungsanlagen und Wärme- und Gasnetzen betreffen die Strategien unter anderem Stromprodukte, Mobilität, Gebäude, Wasserwirtschaft, Beschaffung und die langfristige Unternehmensplanung.

Eine zentrale Grundlage bilden Treibhausgasbilanzen. Die untersuchten Stadtwerke erfassen laut ASEW Emissionen der Scopes 1, 2 und 3. Die Bilanzgrenzen, Referenzjahre, Emissionsfaktoren und methodische Tiefe unterscheiden sich allerdings zwischen den Unternehmen. Insgesamt beobachtet die ASEW eine Entwicklung von einzelnen Projekten hin zu Maßnahmenportfolios und langfristigen Transformationsplänen.

Wärme bleibt zentraler Handlungsbereich

Besonders stark konzentrieren sich die Klimaschutzstrategien auf die Wärmeversorgung. Im Mittelpunkt stehen der Umbau und Ausbau von Wärmenetzen, die Nutzung von Umwelt- und Abwärme, Großwärmepumpen und Solarthermie sowie die Verbindung mit der kommunalen Wärmeplanung.

„Hierbei stehen die Unternehmen vor der nicht gerade kleinen Aufgabe, Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit und technische Machbarkeit miteinander zu verbinden“, sagt Nolden. Weitere Handlungsfelder sieht die ASEW beim Ausbau erneuerbarer Stromerzeugung, bei Speichern und Flexibilitätsoptionen sowie bei der Zukunft der Gasnetze. Auch Mobilität, Gebäude und der eigene Betrieb spielen eine Rolle.

Nach Angaben der ASEW verknüpfen die Stadtwerke Klimaschutz auch zunehmend mit Unternehmensstrategie, Nachhaltigkeitsmanagement, Investitionsplanung und Geschäftsprozessen. Einen einheitlichen technologischen Transformationspfad gebe es aufgrund unterschiedlicher regionaler Voraussetzungen, Infrastrukturen, Kundenstrukturen und kommunaler Planungen nicht. Die Initiative will deshalb künftig weniger den Vergleich einzelner Stadtwerke und stärker den Austausch über praktische Erfahrungen in den Mittelpunkt stellen. 

Der Jahresbericht der Stadtwerke-Initiative Klimaschutz steht im Internet bereit. (sh)

Donnerstag, 1.10.2026, 16:04 Uhr
Susanne Harmsen
Energie & Management > Stadtwerke - ASEW richtet Klimaschutz-Initiative neu aus
Jahresbericht 2026 der Asew. Quelle: Asew
Stadtwerke
ASEW richtet Klimaschutz-Initiative neu aus
Die ASEW hat die Klimaarbeit von 23 Stadtwerken ausgewertet. Die Initiative will angesichts neuer EU-Regeln zur Kommunikation stärker konkrete Maßnahmen und Erfahrungen teilen.
Die Arbeitsgemeinschaft für sparsame Energie- und Wasserverwendung (ASEW) hat die Klimaschutzarbeit ihrer Stadtwerke-Initiative ausgewertet. Der neue Jahresbericht untersucht die Strategien von 23 Mitgliedsunternehmen und zeigt, wie die kommunalen Versorger ihre Dekarbonisierung vorantreiben. 

Die Stadtwerke-Initiative Klimaschutz startete vor mehr als vier Jahren in Köln mit 44 kommunalen Versorgern. Inzwischen gehören ihr 87 Unternehmen an. Die Mitglieder verpflichteten sich zunächst, ihre Treibhausgasemissionen systematisch zu erfassen, Dekarbonisierungsstrategien zu entwickeln und über ihre Klimaschutzaktivitäten zu informieren. 

Neue Regeln verändern Kommunikation

Die bisherige Arbeit basierte auf Leitlinien und einem Kriterienkatalog. Die Anforderungen umfassten unter anderem die Bilanzierung der Treibhausgasemissionen nach anerkannten Standards, die Entwicklung von Reduktionsstrategien sowie die Kommunikation über geplante Maßnahmen.

Mit den neuen rechtlichen Vorgaben für freiwillige Umwelt- und Klimaschutzaussagen ändern sich laut ASEW die Rahmenbedingungen. Die EU-Richtlinie „Empowering Consumers for the Green Transition“ (EmpCo) wurde in Deutschland unter anderem über Änderungen des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) umgesetzt. Seit dem 27. September 2026 gelten für bestimmte freiwillige Umwelt- und Klimaschutzaussagen gegenüber Verbraucherinnen und Verbrauchern strengere Anforderungen.

„Für Stadtwerke ist dies besonders anspruchsvoll, da langfristige Maßnahmen in den Bereichen Wärme, Netze und Erzeugung häufig von Genehmigungen, Fördermitteln, politischen Entscheidungen und technischen Entwicklungen abhängen“, erklärt Maria Nolden, Teamleiterin Klimaschutz der ASEW. Hinzu kämen Aufwände für Datenerhebung, Dokumentation, rechtliche Bewertung und externe Prüfungen.

Da der bisherige Kriterienkatalog mit öffentlich kommunizierten Klimazielen und Maßnahmen verbunden war, führt die ASEW ihn nach eigenen Angaben nicht unverändert fort. Stattdessen sollen sich die Mitglieder freiwillig dazu bekennen, ihre Klimaschutzarbeit weiterzuführen und sich am Erfahrungsaustausch zu beteiligen.

Die ASEW verweist in diesem Zusammenhang auf das Risiko eines zunehmenden „Greenhushings“. Damit ist gemeint, dass Unternehmen aus Sorge vor rechtlichen Risiken weniger über ihre Klimaschutzaktivitäten sprechen. Künftig will die Initiative deshalb stärker konkrete Investitionen, umgesetzte Projekte und nachweisbare Fortschritte in den Mittelpunkt stellen.

Klimaschutz wird Teil der Unternehmenssteuerung

Die Auswertung der Unternehmensberichte zeigt laut ASEW, dass Klimaschutz zunehmend als bereichsübergreifende Aufgabe betrachtet wird. Neben Erzeugungsanlagen und Wärme- und Gasnetzen betreffen die Strategien unter anderem Stromprodukte, Mobilität, Gebäude, Wasserwirtschaft, Beschaffung und die langfristige Unternehmensplanung.

Eine zentrale Grundlage bilden Treibhausgasbilanzen. Die untersuchten Stadtwerke erfassen laut ASEW Emissionen der Scopes 1, 2 und 3. Die Bilanzgrenzen, Referenzjahre, Emissionsfaktoren und methodische Tiefe unterscheiden sich allerdings zwischen den Unternehmen. Insgesamt beobachtet die ASEW eine Entwicklung von einzelnen Projekten hin zu Maßnahmenportfolios und langfristigen Transformationsplänen.

Wärme bleibt zentraler Handlungsbereich

Besonders stark konzentrieren sich die Klimaschutzstrategien auf die Wärmeversorgung. Im Mittelpunkt stehen der Umbau und Ausbau von Wärmenetzen, die Nutzung von Umwelt- und Abwärme, Großwärmepumpen und Solarthermie sowie die Verbindung mit der kommunalen Wärmeplanung.

„Hierbei stehen die Unternehmen vor der nicht gerade kleinen Aufgabe, Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit und technische Machbarkeit miteinander zu verbinden“, sagt Nolden. Weitere Handlungsfelder sieht die ASEW beim Ausbau erneuerbarer Stromerzeugung, bei Speichern und Flexibilitätsoptionen sowie bei der Zukunft der Gasnetze. Auch Mobilität, Gebäude und der eigene Betrieb spielen eine Rolle.

Nach Angaben der ASEW verknüpfen die Stadtwerke Klimaschutz auch zunehmend mit Unternehmensstrategie, Nachhaltigkeitsmanagement, Investitionsplanung und Geschäftsprozessen. Einen einheitlichen technologischen Transformationspfad gebe es aufgrund unterschiedlicher regionaler Voraussetzungen, Infrastrukturen, Kundenstrukturen und kommunaler Planungen nicht. Die Initiative will deshalb künftig weniger den Vergleich einzelner Stadtwerke und stärker den Austausch über praktische Erfahrungen in den Mittelpunkt stellen. 

Der Jahresbericht der Stadtwerke-Initiative Klimaschutz steht im Internet bereit. (sh)

Donnerstag, 1.10.2026, 16:04 Uhr
Susanne Harmsen

Haben Sie Interesse an Content oder Mehrfachzugängen für Ihr Unternehmen?

Sprechen Sie uns an, wenn Sie Fragen zur Nutzung von E&M-Inhalten oder den verschiedenen Abonnement-Paketen haben.
Das E&M-Vertriebsteam freut sich unter Tel. 08152 / 93 11-77 oder unter vertrieb@energie-und-management.de über Ihre Anfrage.