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Enerige & Management > Stromnetz - APG macht Druck bei Salzburgleitung
Bild: Shutterstock/ssguy
STROMNETZ:
APG macht Druck bei Salzburgleitung
Angesichts möglicher neuer Verzögerungen betont der österreichische Übertragungsnetzbetreiber einmal mehr die Notwendigkeit des Projekts.
 
Der österreichische Übertragungsnetzbetreiber Austrian Power Grid (APG) mahnt erneut die endgültige Genehmigung der „Salzburgleitung“ durch das Bundesverwaltungsgericht (BvWG) an. Seit rund zwei Jahren befasst sich das BvWG mit der Angelegenheit, nachdem gegen die erstinstanzliche Genehmigung Einspruch erhoben worden war. Nun droht neues Ungemach: Das Land Salzburg stellte kürzlich drei Gebiete im Bereich der Nockstein-Felsformation nordöstlich der Stadt Salzburg unter Naturschutz, die von der Leitungstrasse tangiert werden. Die zuständige Landesrätin Astrid Rössler (Grüne) informierte auch das BvWG über diesen Schritt. Pikant ist die Angelegenheit, weil am 22. April ein neuer Landtag gewählt wird, wobei die Grünen mit Verlusten rechnen müssen. Rössler hat daher gute Gründe, potenzielle Wähler zu mobilisieren, die der Salzburgleitung kritisch gegenüber stehen.
 
Nicht zuletzt dies ist der Hintergrund eines Pressegesprächs am 25. Januar, bei dem APG-Vorstandschefin Ulrike Baumgartner-Gabitzer einmal mehr auf die Notwendigkeit der 380-kV-Leitung aufmerksam machte. Unterstützt vom Leiter der Abteilung Energie- und Umweltpolitik der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Stephan Schwarzer, betonte sie zum wiederholten Male: „Wir benötigen die Leitung ganz dringend, um kritische Situationen in Österreich zu verhindern.“ Baumgartner-Gabitzer bekräftigte ihre oftmals geäußerte These, es handle sich um das „bestgeprüfte Projekt in Österreich“. Und erneut mahnte sie Straffungen des Genehmigungsverfahrens an, darunter einen „Einsendeschluss“ für Einwendungen.
 
Baumgartner-Gabitzer zufolge belastet nicht zuletzt die stark schwankende Stromeinspeisung auf Basis erneuerbarer Energien die Leitungen immer mehr. Verschärft wurde diese Situation im vergangenen Jahr durch ungünstige Witterungsverhältnisse wie eine „kalte Dunkelflaute“ im Januar sowie eine Hitzewelle im Juni. Aus diesem Grund musste die APG an 301 Tagen in die Netzsteuerung eingreifen, um kritische Situationen zu verhindern. Dies schlug mit insgesamt rund 300 Mio. Euro zu Buche, von denen 100 Mio. Euro seitens der österreichischen Stromkunden zu bezahlen waren.
 
Baumgartner-Gabitzer ergänzte, flexible Gaskraftwerke seien für eine sichere Stromversorgung Österreichs weiterhin unverzichtbar. Allerdings stehe deren Rentabilität angesichts der niedrigen Großhandelspreise für elektrische Energie in Frage. Die APG verlange seitens der Politik ein „Vetorecht“ gegen die Stilllegung von Kraftwerken, dieses sei aber bisher nicht zugestanden gekommen. Immerhin seien die Kraftwerksbetreiber nunmehr gesetzlich verpflichtet, geplante Stilllegungen zwölf Monate im Voraus zu melden. Ferner kann die APG mehrjährige Verträge mit den Kraftwerksbetreibern über das Vorhalten ihrer Anlagen schließen. Wie es gegenüber E&M aus der Elektrizitätswirtschaft hieß, laufen die diesbezüglichen Verhandlungen, sind aber noch nicht abgeschlossen.
 

Klaus Fischer
© 2019 Energie & Management GmbH
Freitag, 26.01.2018, 10:44 Uhr

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