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Die Stadt Aachen hat das Fraunhofer-Institut IEG beuaftragt, ein Energiekonzept für das Gewerbe- und Industriestandort Rothe Erde zu erstellen. Die Unternehmen sollen daran mitarbeiten.
Die Stadt Aachen hat die Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geotechnologien, IEG, beauftragt, ein integriertes Energiekonzept für den Gewerbe- und Industriestandort Rothe Erde zu entwickeln. Das Konzept soll zeigen, wie sich regionale und CO2-arme Energiequellen sowie marktverfügbare Technologien in die bestehende Infrastruktur einbinden lassen.
Nach Angaben der Stadt verfolgt das Projekt das Ziel, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, Klimaschutzziele und Stadtverträglichkeit miteinander zu verbinden. Der Standort Rothe Erde gilt als einer der zentralen Entwicklungsräume für urbane Produktion in Aachen. „Ein zentraler Baustein des Projekts ist die aktive Einbindung der ansässigen Unternehmen, um sicherzustellen, dass passgenaue tragfähige Lösungen erarbeitet werden, die den Standort zukunftsfähig und resilient machen“, sagte Toni Lance, Leiterin der Abteilung Strukturförderung bei der Wirtschaftsförderung der Stadt Aachen.
Der Stadtteil Rothe Erde blickt auf eine mehr als hundertjährige Industriegeschichte zurück. Mit der Schließung des Reifenwerks der Continental AG Ende 2022 beschleunigte sich der strukturelle Wandel. Die Stadt plant, das Gebiet als produktionsorientierten Gewerbe- und Industriestandort weiterzuentwickeln und neue Nutzungen zu ermöglichen. Für das Projekt „Vision 2025+ – Modellstandort für urbane Produktion“ erhielt Aachen Fördermittel in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro vom Land Nordrhein-Westfalen. Das Energiekonzept bildet einen Baustein dieser Gesamtstrategie.
Sechsmonatiges Projekt mit Szenarien
Das Fraunhofer IEG solle nun das Energiekonzept innerhalb von sechs Monaten erstellen. Betrachtet wird insbesondere der Bereich zwischen Hüttenstraße, Philipsstraße und Eisenbahnweg. Aufgrund laufender Veränderungen im Gebiet arbeiten die Projektverantwortlichen mit „szenariobasierten Annahmen zu künftigen Energiebedarfen und Erzeugungsstrukturen“, teilten sie dazu weiter mit.
Projektleiterin Anette Anthrakidis sieht in der Transformation von Gewerbe- und Industriegebieten einen zentralen Hebel der Energiewende. Ziel sei es, vorhandene Energiepotenziale systematisch zu erfassen und Synergien nutzbar zu machen, ohne die Anforderungen der Produktion aus dem Blick zu verlieren.
Ein Schwerpunkt des Projekts liegt auf der Beteiligung der ansässigen Unternehmen. Die Wirtschaftsförderung der Stadt Aachen koordiniert den Austausch mit den Betrieben, um deren Anforderungen frühzeitig zu berücksichtigen. Nach Angaben der Projektpartner sollen so Lösungen entstehen, die sowohl technisch tragfähig als auch wirtschaftlich umsetzbar sind. Die aktive Beteiligung der Unternehmen soll zudem dazu beitragen, Akzeptanz für mögliche Transformationsschritte zu schaffen und Investitionsentscheidungen zu erleichtern.
Ergebnisse fließen in Transformationsplan
Zu Beginn nimmt das Projektteam die bestehende Energieinfrastruktur auf und will bereits geplante Vorhaben mit einbeziehen. Darauf aufbauend analysieren die Fachleute aktuelle technologische Optionen, etwa Geothermie, Stromspeicher oder intelligente Gebäudeautomation.
Die Ergebnisse sollen anschließend in einen Transformationsplan einfließen. Nach Projektabschluss stellt das Fraunhofer IEG die Ergebnisse der Stadt Aachen und den beteiligten Akteuren zur weiteren Verwendung zur Verfügung.
Mittwoch, 21.01.2026, 16:54 Uhr
Heidi Roider
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