Wieder da: das Terminalschiff Energos Force. Quelle: DET
Das schwimmende LNG-Terminal „Energos Force“ ist im Industriehafen von Stade-Bützefleth angekommen. Die Vorbereitungen für den Betriebsstart laufen.
Zurück aus Jordanien: Die „Energos Force“ hat am 15. September am Anleger für verflüssigte Gase im Industriehafen von Stade-Bützfleth (Niedersachsen) festgemacht. Das Terminalschiff ist eines von vieren, das die Energy Terminal GmbH (DET) gechartert hat. Wie das bundeseigene Unternehmen meldet, haben die Vorbereitungen für die Inbetriebnahme des Schiffs zur Speicherung und Regasifizierung von verflüssigtem Erdgas (Floating Storage and Regasification Unit, FSRU) jetzt begonnen.
Die Energos Force misst vom Heck bis zum Bug 294 Meter und ist 47 Meter breit. Die Tragfähigkeit wird auf 94.361 Tonnen beziffert. Im Winter könne das Schiff bei geschlossenem Kreislauf mit Dampfkesseln maximal 500 Millionen Standardkubikfuß Gas pro Tag regasifizieren, im Sommer bei offenem Kreislauf mit Elbewasser seien bis zu 750 Millionen Standardkubikfuß pro Tag möglich, heißt es. Die DET rechnet damit, im kommenden Jahr bis zu 3,2 Milliarden Kubikmetern Erdgas über das Terminal in Stade ins Netz einspeisen zu können; es handelt sich um „die maximal technisch mögliche Systemaussendung unter Idealbedingungen“, wie es weiter heißt.
Die Energos Force hatte bereits im Frühjahr 2024 in Stade-Bützfleth angedockt, war aber nicht in Betrieb gegangen. Grund war ein Streit um die Fertigstellung der Infrastruktur für die Verbindung zum Festland. Die FSRU verließ die deutschen Gewässer wieder, Anfang Juli 2025 vermeldete das Bundeswirtschaftsministerium den Abschluss eines Subchartervertrags mit dem staatlichen ägyptischen Energieunternehmen EGAS, das die FSRU in Jordanien einsetzte (wir berichteten). Der Streit um den Bau der Infrastruktur in Stade-Bützfleth wurde im Herbst 2025 beigelegt.
Zur FSRU-Flotte der DET gehören neben der Energos Force die Höegh Gannet (Brunsbüttel), die Höegh Esperanza (Wilhelmshaven I) und die Excelsior (Wilhelmshaven II). Alle vier Terminals zusammengerechnet, summiert sich die Regasifizierungskapazität auf maximal 2.750 Millionen Standardkubikfuß pro Tag (Million Standard Cubic Feet per Day, MMSCFD).
„Mit dem Einlauf der Energos Force in Stade wird sichtbar, was Versorgungssicherheit in der Praxis bedeutet. Das FSRU, das heute am Anleger festmacht, kann ab November dazu beitragen, Millionen Haushalte zuverlässig mit Energie zu versorgen“, kommentiert Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche in einer Mitteilung der DET die Rückkehr des Schiffs. (mf)
Mittwoch, 16.09.2026, 11:41 Uhr
Manfred Fischer
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