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Energie & Management > Strom - Verbraucherschützer sehen nur begrenzte Entlastung für Haushalte
Quelle: Fotolia / galaxy67
Strom

Verbraucherschützer sehen nur begrenzte Entlastung für Haushalte

Ein Marktcheck der Verbraucherzentralen zeigt, dass staatliche Entlastungen bei Stromkosten für Haushalte nur eingeschränkt wirken und regional unterschiedlich ausfallen.
Der Bundesverband der Verbraucherzentralen (VZBV) hat mit einem sogenannten Marktcheck untersucht, wie stark staatliche Maßnahmen zur Senkung der Stromkosten tatsächlich bei privaten Haushalten ankommen. Ziel sei es, politische Maßnahmen anhand konkreter Zahlen zu überprüfen und deren Wirkung für Verbraucherinnen und Verbraucher transparent zu machen.

Den Verfassern zufolge steht die Analyse vor dem Hintergrund politischer Zusagen, die Energiekosten für Haushalte und Unternehmen deutlich zu senken. Im Koalitionsvertrag hatten CDU und SPD angekündigt, eine dauerhafte Entlastung von mindestens fünf Cent pro Kilowattstunde herbeizuführen. Als Sofortmaßnahme sei eine Senkung der Stromsteuer auf das EU-Mindestmaß vorgesehen gewesen. Dann habe die Bundesregierung jedoch Haushalte von Stromsteuersenkung ausgeschlossen. Weitere Stellschrauben neben der Stromsteuer sind die Strompreisumlagen und die Netzentgelte.

Wie sich der Zuschuss des Bundes auf die Höhe der Netzentgelte auswirkt, müssen die Stromnetzbetreiber laut Gesetz auf ihren Internetseiten anhand typisierter Abnahmefälle darstellen. Den Verbraucherschützern zufolge fällt die Entlastung für Haushalte jedoch sehr unterschiedlich aus. Je nach Netzgebiet liege sie zwischen 7 und 26 Prozent. In absoluten Zahlen entspreche dies Einsparungen zwischen 18 und 109 Euro pro Jahr, im Durchschnitt rund 56 Euro. Damit bleibe die Entlastung deutlich unter den von der Bundesregierung in Aussicht gestellten 100 Euro jährlich.

Zugleich weisen die Verfasser darauf hin, dass eine Senkung der Stromsteuer auf das europäische Mindestmaß für Haushalte spürbar wirksamer wäre. Bei einem typischen Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden könne dies eine Entlastung von rund 68 Euro bringen und damit die durchschnittliche Wirkung der Netzentgeltreduktion übertreffen. Zudem hätte eine solche Maßnahme laut Marktcheck den Vorteil, bundesweit einheitlich zu wirken, während die Netzentgelte regional stark variieren.

Bei den Strompreisumlagen waren zum Jahreswechsel 2025/26 Anstiege zu verzeichnen. Damit sei ein Teil der Entlastung wieder aufgezehrt worden. Nach Berechnungen der Verbraucherschützer verbleibe dadurch im Durchschnitt nur noch eine Nettoersparnis von rund 46 Euro pro Jahr für Haushalte.

Besonders kritisch bewerten die Autoren die unterschiedliche Wirkung der Maßnahmen auf verschiedene Kundengruppen. Industriekunden würden deutlich stärker entlastet als private Haushalte. Während die Netzentgelte für die Industrie im Schnitt um etwa 25 Prozent sinken, liege die Entlastung für Haushalte nur bei rund 15 Prozent. Der finanzielle Vorteil für Unternehmen sei damit im Durchschnitt um 59 Prozent höher.

In ihrem Fazit schreiben die Verfasser, dass die bisherigen Maßnahmen das Ziel einer spürbaren Entlastung für private Haushalte verfehlen. Weder die Senkung der Netzentgelte noch eine isolierte Stromsteuersenkung reichten aus, um die angekündigten 5 Cent pro Kilowattstunde zu erreichen. Selbst eine Kombination beider Instrumente würde dieses Ziel in den meisten Regionen nicht erfüllen.

Aus Sicht des VZBV ist daher eine umfassendere Reform notwendig. Der Verband fordert laut Dokument insbesondere eine Absenkung der Stromsteuer für Haushalte sowie eine „spürbare“ Reduzierung der Strompreisumlagen, um eine nachhaltige und gleichmäßige Entlastung zu erreichen.
 
Die Analyse des Bundesverbands der Verbraucherzentralen mit dem Titel „Stromkosten: Ungleiche Entlastungen für Verbraucher:innen“ steht zum Download zur Verfügung.

Freitag, 10.04.2026, 14:19 Uhr
Fritz Wilhelm
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Verbraucherschützer sehen nur begrenzte Entlastung für Haushalte
Ein Marktcheck der Verbraucherzentralen zeigt, dass staatliche Entlastungen bei Stromkosten für Haushalte nur eingeschränkt wirken und regional unterschiedlich ausfallen.
Der Bundesverband der Verbraucherzentralen (VZBV) hat mit einem sogenannten Marktcheck untersucht, wie stark staatliche Maßnahmen zur Senkung der Stromkosten tatsächlich bei privaten Haushalten ankommen. Ziel sei es, politische Maßnahmen anhand konkreter Zahlen zu überprüfen und deren Wirkung für Verbraucherinnen und Verbraucher transparent zu machen.

Den Verfassern zufolge steht die Analyse vor dem Hintergrund politischer Zusagen, die Energiekosten für Haushalte und Unternehmen deutlich zu senken. Im Koalitionsvertrag hatten CDU und SPD angekündigt, eine dauerhafte Entlastung von mindestens fünf Cent pro Kilowattstunde herbeizuführen. Als Sofortmaßnahme sei eine Senkung der Stromsteuer auf das EU-Mindestmaß vorgesehen gewesen. Dann habe die Bundesregierung jedoch Haushalte von Stromsteuersenkung ausgeschlossen. Weitere Stellschrauben neben der Stromsteuer sind die Strompreisumlagen und die Netzentgelte.

Wie sich der Zuschuss des Bundes auf die Höhe der Netzentgelte auswirkt, müssen die Stromnetzbetreiber laut Gesetz auf ihren Internetseiten anhand typisierter Abnahmefälle darstellen. Den Verbraucherschützern zufolge fällt die Entlastung für Haushalte jedoch sehr unterschiedlich aus. Je nach Netzgebiet liege sie zwischen 7 und 26 Prozent. In absoluten Zahlen entspreche dies Einsparungen zwischen 18 und 109 Euro pro Jahr, im Durchschnitt rund 56 Euro. Damit bleibe die Entlastung deutlich unter den von der Bundesregierung in Aussicht gestellten 100 Euro jährlich.

Zugleich weisen die Verfasser darauf hin, dass eine Senkung der Stromsteuer auf das europäische Mindestmaß für Haushalte spürbar wirksamer wäre. Bei einem typischen Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden könne dies eine Entlastung von rund 68 Euro bringen und damit die durchschnittliche Wirkung der Netzentgeltreduktion übertreffen. Zudem hätte eine solche Maßnahme laut Marktcheck den Vorteil, bundesweit einheitlich zu wirken, während die Netzentgelte regional stark variieren.

Bei den Strompreisumlagen waren zum Jahreswechsel 2025/26 Anstiege zu verzeichnen. Damit sei ein Teil der Entlastung wieder aufgezehrt worden. Nach Berechnungen der Verbraucherschützer verbleibe dadurch im Durchschnitt nur noch eine Nettoersparnis von rund 46 Euro pro Jahr für Haushalte.

Besonders kritisch bewerten die Autoren die unterschiedliche Wirkung der Maßnahmen auf verschiedene Kundengruppen. Industriekunden würden deutlich stärker entlastet als private Haushalte. Während die Netzentgelte für die Industrie im Schnitt um etwa 25 Prozent sinken, liege die Entlastung für Haushalte nur bei rund 15 Prozent. Der finanzielle Vorteil für Unternehmen sei damit im Durchschnitt um 59 Prozent höher.

In ihrem Fazit schreiben die Verfasser, dass die bisherigen Maßnahmen das Ziel einer spürbaren Entlastung für private Haushalte verfehlen. Weder die Senkung der Netzentgelte noch eine isolierte Stromsteuersenkung reichten aus, um die angekündigten 5 Cent pro Kilowattstunde zu erreichen. Selbst eine Kombination beider Instrumente würde dieses Ziel in den meisten Regionen nicht erfüllen.

Aus Sicht des VZBV ist daher eine umfassendere Reform notwendig. Der Verband fordert laut Dokument insbesondere eine Absenkung der Stromsteuer für Haushalte sowie eine „spürbare“ Reduzierung der Strompreisumlagen, um eine nachhaltige und gleichmäßige Entlastung zu erreichen.
 
Die Analyse des Bundesverbands der Verbraucherzentralen mit dem Titel „Stromkosten: Ungleiche Entlastungen für Verbraucher:innen“ steht zum Download zur Verfügung.

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Fritz Wilhelm

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