Quelle: Jonas Rosenberger
Energiekonzern Uniper hat im ersten Halbjahr 2026 das Ergebnis gesteigert. Der Konzern hebt seine Jahresprognose an und hält an Investitionen von 5 Milliarden Euro bis 2030 fest.
Der Düsseldorfer Energiekonzern erzielte von Januar bis Juni ein bereinigtes Ebitda (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) von 711 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum waren es 379 Millionen Euro. Das bereinigte Nettoergebnis stieg von 135 Millionen auf 388 Millionen Euro. „Uniper hat sich diese Stärke in den vergangenen Jahren erarbeitet und steht auf einem soliden Fundament. Wir haben unser Portfolio und unsere Strategie weiter geschärft und sind gut positioniert, um Wachstumschancen zu nutzen, Versorgungssicherheit zu stärken und die Transformation des europäischen Energiesystems zu beschleunigen“, erklärte Uniper-CEO Michael Lewis.
Damit erreichte Uniper nach sechs Monaten bereits knapp 55 bis 65 Prozent der für das Gesamtjahr erwarteten Ebitda-Spanne, teilte der Konzern weiter mit. Beim bereinigten Nettoergebnis sind es rund 65 bis 78 Prozent der neuen Jahresprognose. Die Entwicklung verlief zwischen den Geschäftssegmenten jedoch unterschiedlich. Während die Ergebnisse der Erzeugungssegmente „Green Generation“ und „Flexible Generation“ sanken, sorgte vor allem das Gasgeschäft im Segment „Greener Commodities“ für den Anstieg auf Konzernebene.
Das Ergebnis im Geschäftssegment „Green Generation“ lag mit 302 Millionen Euro deutlich unter dem Niveau des vergleichbaren Vorjahreszeitraums (erstes Halbjahr 2025: 420 Millionen Euro). In der schwedischen Kernkraft führte eine längere ungeplante Nichtverfügbarkeit des Kernkraftwerks Oskarshamn 3, beginnend im Februar 2026, zu niedrigeren Erzeugungsvolumen und dementsprechend niedrigeren Ergebnisbeiträgen, teilte Uniper dazu mit.
Gasgeschäft dreht ins Plus
Das stärkste Ergebniswachstum meldet Uniper für „Greener Commodities“. Das bereinigte Ebitda erreichte dort 260 Millionen Euro, nachdem das Segment im ersten Halbjahr 2025 noch einen Verlust von 296 Millionen Euro ausgewiesen hatte. Uniper führt die Veränderung vor allem auf das Gasgeschäft zurück. Belastungen aus Optimierungsaktivitäten vergangener Jahre, die das Vorjahresergebnis noch gedrückt hatten, fielen 2026 weg.
Teilweise habe die schwedische Wasserkraft die Ausfälle kompensieren können, so der Konzern in seiner Mitteilung. Sie profitierte vor allem zu Jahresbeginn von höheren Strompreisen. Als Ursachen nennt Uniper eine geringere Winderzeugung und trockenes Wetter in Skandinavien. In Deutschland entwickelte sich die Wasserkraft dagegen schwächer.
Im Segment „Flexible Generation“ sank das Ergebnis. Das bereinigte Ebitda erreichte 286 Millionen Euro nach 333 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Maßgeblich war laut Uniper, dass positive Einmaleffekte aus beigelegten Rechtsstreitigkeiten nicht erneut anfielen. Höhere Beiträge aus dem britischen Kapazitätsmarkt und eine marktbedingt gestiegene fossile Handelsmarge begrenzten den Rückgang.
Uniper nutzt die Halbjahreszahlen zugleich, um die im März veröffentlichte Prognose für 2026 einzugrenzen. Beim bereinigten Ebitda erwartet der Konzern nun 1,1 bis 1,3 Milliarden Euro. Bislang hatte die Spanne bei 1,0 bis 1,3 Milliarden Euro gelegen. Für das bereinigte Nettoergebnis rechnet das Unternehmen mit 500 bis 600 Millionen Euro.
5 Milliarden Euro für Investitionen bis 2030
Parallel hält Uniper an seiner Mitte Juli bestätigten Investitionsstrategie fest. Zwischen 2025 und 2030 will der Konzern rund 5 Milliarden Euro in Versorgungssicherheit und den Umbau seines europäischen Geschäfts investieren. Mehr als die Hälfte des Kapitals soll nach Unternehmensangaben nach Deutschland fließen. Als Schwerpunkte nennt Uniper flexible Erzeugung, erneuerbare Energien und den Ausbau des Gasbezugsportfolios.
Ein weiteres Geschäftsfeld will der Konzern an bestehenden Kraftwerksstandorten entwickeln. Uniper prüft dort die Ansiedlung von Rechenzentren und hat nach eigenen Angaben mehr als zehn Standorte mit entsprechender Infrastruktur identifiziert. Drei Projekte befinden sich laut Unternehmen bereits in einer fortgeschrittenen Entwicklungsphase. Weitere Investitionsentscheidungen stellt Uniper für den Verlauf des Jahres 2026 in Aussicht. (hr)
Dienstag, 11.08.2026, 09:23 Uhr
Heidi Roider
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