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Die Teag (Thüringer Energie AG) erweitert ihr Portfolio und unterstützt Stadtwerke ab 2026 bei der Beschaffung von CO2-Zertifikaten und beim Risikomanagement im Emissionshandel.
Der kommunale Energiedienstleister und Netzbetreiber Thüringer Energie AG (Teag) hat zum Jahresbeginn sein Leistungsportfolio für Stadtwerke ausgebaut. Seit diesem Jahr bietet die Teag kommunalen Partnern Dienstleistungen rund um die Beschaffung von CO2-Zertifikaten sowie die Integration entsprechender Strategien in das Risikomanagement an.
Laut dem Unternehmen übernimmt die Teag künftig den Kauf von CO2-Zertifikaten im Rahmen des nationalen und des europäischen Emissionshandels. Stadtwerke können die Zertifikate direkt über die Teag beziehen. Grundlage dafür ist eine Beschaffungsstrategie, die die Partner vorab gemeinsam entwickeln und abstimmen. Zusätzlich unterstützt die Teag Stadtwerke bei der Einbindung der CO2-Beschaffungsstrategie in bestehende Risikohandbücher.
Nach eigenen Angaben reagiert das Unternehmen damit auf steigende Anforderungen an Stadtwerke im Umgang mit Emissionszertifikaten. Bereits heute müssen kommunale Versorger im nationalen Emissionshandel für Brennstoffe Emissionen aus dem Einsatz fossiler Energieträger erfassen, melden und mit entsprechenden CO2-Zertifikaten hinterlegen.
Nationaler Emissionshandel ab 2026
Bis einschließlich 2025 galt im nationalen Emissionshandel eine Festpreisphase. Ab 2026 geht diese laut geltender Regelungen in einen Preiskorridor über, der zwischen 55 und 65 Euro je Tonne CO2 liegt. Ab Mitte 2026 werden nationale Emissionszertifikate damit erstmals innerhalb eines Korridors mit Mindest- und Höchstpreisen versteigert. Nach Einschätzung der Teag erhöht das die Preisrisiken und den Planungsaufwand für Stadtwerke deutlich.
Parallel dazu verändert sich der Zeitplan für den europäischen Emissionshandel. Die Umweltminister der Europäischen Union haben sich am 5. November 2025 auf eine Verschiebung des Starts des zweiten europäischen Emissionshandelssystems (EU-ETS 2) verständigt. Eine formale Bestätigung steht nach Angaben der Teag noch aus. Durch die geplante Verschiebung auf das Jahr 2028 bleibt für das Jahr 2027 eine Phase mit erhöhter Unsicherheit bestehen.
Weitere Entwicklung der Anforderungen
Nach aktueller Planung verlängert sich der nationale Emissionshandel für Brennstoffe wie Erdgas damit bis einschließlich 2027. Für Stadtwerke bedeutet das, dass von 2024 bis 2027 weiterhin die Berichts- und Abgabepflichten des nationalen Emissionshandels nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz gelten. Gleichzeitig bestehen in diesem Zeitraum bereits Berichtspflichten im EU-ETS 2. Politisch wird zudem diskutiert, den Preiskorridor im nationalen Emissionshandel auch für 2027 fortzuführen.
Mit der Einführung des EU-ETS 2 steigen die Anforderungen ab 2028 weiter. Laut der Teag müssen Stadtwerke sich frühzeitig auf ein professionelles Absatz-, Beschaffungs- und Risikomanagement einstellen. Die Absicherung gegen Preisschwankungen und die strategische Planung des Zertifikatsbedarfs entwickeln sich dabei zu zentralen Steuerungsaufgaben.
Ziel der Teag ist es nach eigenen Angaben, Stadtwerke gezielt bei den praktischen Herausforderungen des nationalen und europäischen Emissionshandels zu entlasten. Durch die Übernahme von Beschaffungsaufgaben und die Unterstützung im Risikomanagement will das Unternehmen den kommunalen Versorgern mehr Planungssicherheit in einem zunehmend komplexen Marktumfeld ermöglichen.
Mittwoch, 4.02.2026, 13:29 Uhr
Susanne Harmsen
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