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Energie & Management > Photovoltaik - PV-Ausbau stockt in Großstädten
Quelle: DUH
Photovoltaik

PV-Ausbau stockt in Großstädten

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) sieht den Ausbau der Photovoltaik in deutschen Großstädten als unzureichend an und fordert Kurskorrekturen von der Bundesregierung.
Nur 17 von 82 untersuchten Großstädten haben in den vergangenen zwei Jahren ausreichend neue Photovoltaikanlagen installiert. Zu diesem Ergebnis kommt der „Photovoltaik-Check 2026“ der Deutsche Umwelthilfe (DUH). Die Umweltorganisation bewertet den Ausbau erstmals anhand verfügbarer Dach- und Freiflächenpotenziale der Kommunen und berechnete danach deren PV-Ausbauziele.

Demnach erhielten 44 Städte eine rote Karte, weil sie deutlich unter dem Ausbaupotenzial geblieben sind. Weitere 21 Städte bekamen eine gelbe Karte und müssten ihren jährlichen Zubau laut DUH um bis zu 25 Prozent steigern. Besonders kritisch bewertet die Organisation die Entwicklung in Potsdam, Rostock und Chemnitz. Diese Städte hätten ihre Ziele um mehr als 50 Prozent verfehlt. Auch alle untersuchten Millionenstädte, darunter Berlin, München und Frankfurt am Main, lägen hinter den Erwartungen zurück.

Die DUH verweist darauf, dass in den untersuchten Großstädten rund 18 Prozent des bundesweiten Potenzials für Dach-Photovoltaik lägen. Dieses Potenzial werde bislang nicht ausreichend genutzt. Gleichzeitig steige der Strombedarf in Städten durch Wärmepumpen, Elektromobilität und die Elektrifizierung der Wärmeversorgung.

Bundesregierung soll Politik korrigieren

Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der DUH, kritisierte die aktuelle Energiepolitik der Bundesregierung. Laut Metz würden politische Rahmenbedingungen den Ausbau von Dach-Photovoltaik und Bürgerenergie erschweren. Sie warf Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche vor, mit der geplanten EEG-Novelle und dem Netzpaket zusätzliche Unsicherheiten für Investoren und Betreiber kleiner Dachanlagen zu schaffen.

Nach Einschätzung der DUH müsse insbesondere der Ausbau auf bestehenden Dachflächen beschleunigt werden, um zusätzliche Flächenkonflikte zu vermeiden. Rupert Wronski, stellvertretender Leiter Kommunaler Umweltschutz bei der DUH, erklärte, dass der geringe Ausbau in Städten den Druck auf Freiflächen erhöhe. Dort konkurrierten Solarprojekte zunehmend mit Landwirtschaft und Naturschutz um verfügbare Flächen.

Mieterstrom im Defizit

Zudem sieht die DUH Defizite bei Mieterstrommodellen. Laut Wronski fehlten in Deutschland weiterhin einfache und wirtschaftlich attraktive Möglichkeiten, Solarstrom innerhalb von Mehrfamilienhäusern oder Quartieren gemeinsam zu nutzen. Als Beispiel für einfachere Regelungen verwies er auf Österreich.

Positiv bewertet die DUH unter anderem die Städte Hanau, Paderborn, Ulm, Münster, Trier, Hamm und Gütersloh. Diese Kommunen hätten die von der DUH definierten Ausbauziele um mindestens 50 Prozent übertroffen. Auch Bremerhaven und Hagen hätten ihre Ergebnisse gegenüber früheren Auswertungen deutlich verbessert.

Für die Untersuchung wertete die DUH Daten aus dem Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur aus. Grundlage der neuen Berechnungsmethode ist das Ausbauziel des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) von 400 GWp bis 2040.

Anders als bisher verteilt die DUH die Ausbauziele nicht mehr pauschal nach Fläche, sondern orientiert sich am tatsächlichen Potenzial auf Dächern und konfliktarmen Freiflächen innerhalb bereits genutzter oder versiegelter Bereiche. Grundlage dafür seien Daten des Unternehmens EO Solar aus dem Jahr 2023 sowie Flächendaten des Statistischen Bundesamtes Destatis.

Die Übersicht zum PV-Check der DUH 2026 steht als PDF zum Download bereit. 

Mittwoch, 13.05.2026, 11:52 Uhr
Susanne Harmsen
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Photovoltaik
PV-Ausbau stockt in Großstädten
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) sieht den Ausbau der Photovoltaik in deutschen Großstädten als unzureichend an und fordert Kurskorrekturen von der Bundesregierung.
Nur 17 von 82 untersuchten Großstädten haben in den vergangenen zwei Jahren ausreichend neue Photovoltaikanlagen installiert. Zu diesem Ergebnis kommt der „Photovoltaik-Check 2026“ der Deutsche Umwelthilfe (DUH). Die Umweltorganisation bewertet den Ausbau erstmals anhand verfügbarer Dach- und Freiflächenpotenziale der Kommunen und berechnete danach deren PV-Ausbauziele.

Demnach erhielten 44 Städte eine rote Karte, weil sie deutlich unter dem Ausbaupotenzial geblieben sind. Weitere 21 Städte bekamen eine gelbe Karte und müssten ihren jährlichen Zubau laut DUH um bis zu 25 Prozent steigern. Besonders kritisch bewertet die Organisation die Entwicklung in Potsdam, Rostock und Chemnitz. Diese Städte hätten ihre Ziele um mehr als 50 Prozent verfehlt. Auch alle untersuchten Millionenstädte, darunter Berlin, München und Frankfurt am Main, lägen hinter den Erwartungen zurück.

Die DUH verweist darauf, dass in den untersuchten Großstädten rund 18 Prozent des bundesweiten Potenzials für Dach-Photovoltaik lägen. Dieses Potenzial werde bislang nicht ausreichend genutzt. Gleichzeitig steige der Strombedarf in Städten durch Wärmepumpen, Elektromobilität und die Elektrifizierung der Wärmeversorgung.

Bundesregierung soll Politik korrigieren

Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der DUH, kritisierte die aktuelle Energiepolitik der Bundesregierung. Laut Metz würden politische Rahmenbedingungen den Ausbau von Dach-Photovoltaik und Bürgerenergie erschweren. Sie warf Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche vor, mit der geplanten EEG-Novelle und dem Netzpaket zusätzliche Unsicherheiten für Investoren und Betreiber kleiner Dachanlagen zu schaffen.

Nach Einschätzung der DUH müsse insbesondere der Ausbau auf bestehenden Dachflächen beschleunigt werden, um zusätzliche Flächenkonflikte zu vermeiden. Rupert Wronski, stellvertretender Leiter Kommunaler Umweltschutz bei der DUH, erklärte, dass der geringe Ausbau in Städten den Druck auf Freiflächen erhöhe. Dort konkurrierten Solarprojekte zunehmend mit Landwirtschaft und Naturschutz um verfügbare Flächen.

Mieterstrom im Defizit

Zudem sieht die DUH Defizite bei Mieterstrommodellen. Laut Wronski fehlten in Deutschland weiterhin einfache und wirtschaftlich attraktive Möglichkeiten, Solarstrom innerhalb von Mehrfamilienhäusern oder Quartieren gemeinsam zu nutzen. Als Beispiel für einfachere Regelungen verwies er auf Österreich.

Positiv bewertet die DUH unter anderem die Städte Hanau, Paderborn, Ulm, Münster, Trier, Hamm und Gütersloh. Diese Kommunen hätten die von der DUH definierten Ausbauziele um mindestens 50 Prozent übertroffen. Auch Bremerhaven und Hagen hätten ihre Ergebnisse gegenüber früheren Auswertungen deutlich verbessert.

Für die Untersuchung wertete die DUH Daten aus dem Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur aus. Grundlage der neuen Berechnungsmethode ist das Ausbauziel des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) von 400 GWp bis 2040.

Anders als bisher verteilt die DUH die Ausbauziele nicht mehr pauschal nach Fläche, sondern orientiert sich am tatsächlichen Potenzial auf Dächern und konfliktarmen Freiflächen innerhalb bereits genutzter oder versiegelter Bereiche. Grundlage dafür seien Daten des Unternehmens EO Solar aus dem Jahr 2023 sowie Flächendaten des Statistischen Bundesamtes Destatis.

Die Übersicht zum PV-Check der DUH 2026 steht als PDF zum Download bereit. 

Mittwoch, 13.05.2026, 11:52 Uhr
Susanne Harmsen

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