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Energie & Management > Biogas - Projekt soll Biogasanlagen zu Speicherkraftwerken machen
Quelle: Fotolia / Jürgen Fälchle
Biogas

Projekt soll Biogasanlagen zu Speicherkraftwerken machen

Das Projekt „LKFlex“ will Betreiber von Biogasanlagen und Kommunen für eine gemeinsame Wärmeplanung zusammenzubringen. Dafür werden Projektpartner gesucht. 
Das Netzwerk „Flexperten“ und die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) hat das Projekt „Landwirtschaft – Kommune – Flexibilität“ − kurz LKFlex − gestartet. Ziel ist es, landwirtschaftliche Biogasanlagen und Kommunen für eine gemeinsame Wärmeplanung zusammenzubringen, teilte die AEE mit. Dadurch soll die regionale Versorgungssicherheit gestärkt und bislang ungenutzte Biogaspotenziale besser ausgeschöpft werden. 

Innerhalb einer dreijährigen Laufzeit sollen sechs Projektpaare gebildet und individuelle Konzepte für eine vernetzte, effiziente Energieversorgung entwickelt werden. Das Projekt soll auch die Idee von „Speicherkraftwerken“ in die Praxis bringen. Anlagen können im BHWK-Betrieb neben Strom auch Wärme erzeugen und diese ins lokale Wärmenetz einspeisen.

Werden sie überbaut und mit einem Speicher versehen, können sie als Biogas-Speicherkraftwerke genutzt werden. So können Energie- und Wärmeüberschüsse zwischengespeichert werden. Wird viel Strom erzeugt, kann die Biogasanlage gedrosselt werden, sodass Gas gespart wird. Wärmepumpen oder Power-to-Heat-Anlagen können in so einem umgestezten Konzept den Überschussstrom nutzen und stellen die Wärme bedarfsgerecht für die Verbraucher bereit. 

Der Projektstart von „LKFlex“ fällt in eine Phase, in der sich für Betreiber von Biogasanlagen regulatorische Vorgaben hin zu mehr Systemdienlichkeit geändert haben. 

Regulatorische Unsicherheiten für Biogasanlagen

Betreiber müssten abwägen, ob sie 2026 an Ausschreibungen teilnehmen oder auf ein angekündigtes Biomassepaket 2.0 setzen, erläuterte Uwe Welteke-Fabricius, Geschäftsführer des Netzwerkes Flexperten Anfang Februar (wir berichteten). Hinzu kommt die Frage, ob bestehende Anlagen flexibilisiert, Satelliten-Anlagen errichtet oder Wärmekonzepte erweitert werden sollen. Nach Einschätzung der Flexperten erschwert vor allem die fehlende Planungssicherheit Investitionsentscheidungen über 2026 hinaus.

Für Betreiber rücke damit die Orientierung in den kommenden Monaten in den Fokus. Ein Gasnetzanschluss setzt ausreichende Gasmengen, langfristige Abnahmeverträge für Biomethan und bankfähige Laufzeiten voraus. Alternativ könnten Clusterlösungen mit Partnern entstehen. Chancen sehen die Flexperten auch in der Wärmenutzung: Wer im Umkreis von vier bis sechs Kilometern größere Siedlungen versorgen kann, sollte laut Welteke-Fabricius frühzeitig mit Kommunen sprechen und die kommunale Wärmeplanung aktiv begleiten.

Der Umbau zu Speicherkraftwerken ist zudem nach aktueller Rechtslage nur bis zur Ausschreibung am 1. Oktober 2026 abgesichert. 

Das Projekt „LKFlex“ wird vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) gefördert. Interessierte können sich bis Ende März bwerben. Weitere Informationen finden sich auf der Homepage der AEE

Mittwoch, 18.02.2026, 11:45 Uhr
Heidi Roider
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Projekt soll Biogasanlagen zu Speicherkraftwerken machen
Das Projekt „LKFlex“ will Betreiber von Biogasanlagen und Kommunen für eine gemeinsame Wärmeplanung zusammenzubringen. Dafür werden Projektpartner gesucht. 
Das Netzwerk „Flexperten“ und die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) hat das Projekt „Landwirtschaft – Kommune – Flexibilität“ − kurz LKFlex − gestartet. Ziel ist es, landwirtschaftliche Biogasanlagen und Kommunen für eine gemeinsame Wärmeplanung zusammenzubringen, teilte die AEE mit. Dadurch soll die regionale Versorgungssicherheit gestärkt und bislang ungenutzte Biogaspotenziale besser ausgeschöpft werden. 

Innerhalb einer dreijährigen Laufzeit sollen sechs Projektpaare gebildet und individuelle Konzepte für eine vernetzte, effiziente Energieversorgung entwickelt werden. Das Projekt soll auch die Idee von „Speicherkraftwerken“ in die Praxis bringen. Anlagen können im BHWK-Betrieb neben Strom auch Wärme erzeugen und diese ins lokale Wärmenetz einspeisen.

Werden sie überbaut und mit einem Speicher versehen, können sie als Biogas-Speicherkraftwerke genutzt werden. So können Energie- und Wärmeüberschüsse zwischengespeichert werden. Wird viel Strom erzeugt, kann die Biogasanlage gedrosselt werden, sodass Gas gespart wird. Wärmepumpen oder Power-to-Heat-Anlagen können in so einem umgestezten Konzept den Überschussstrom nutzen und stellen die Wärme bedarfsgerecht für die Verbraucher bereit. 

Der Projektstart von „LKFlex“ fällt in eine Phase, in der sich für Betreiber von Biogasanlagen regulatorische Vorgaben hin zu mehr Systemdienlichkeit geändert haben. 

Regulatorische Unsicherheiten für Biogasanlagen

Betreiber müssten abwägen, ob sie 2026 an Ausschreibungen teilnehmen oder auf ein angekündigtes Biomassepaket 2.0 setzen, erläuterte Uwe Welteke-Fabricius, Geschäftsführer des Netzwerkes Flexperten Anfang Februar (wir berichteten). Hinzu kommt die Frage, ob bestehende Anlagen flexibilisiert, Satelliten-Anlagen errichtet oder Wärmekonzepte erweitert werden sollen. Nach Einschätzung der Flexperten erschwert vor allem die fehlende Planungssicherheit Investitionsentscheidungen über 2026 hinaus.

Für Betreiber rücke damit die Orientierung in den kommenden Monaten in den Fokus. Ein Gasnetzanschluss setzt ausreichende Gasmengen, langfristige Abnahmeverträge für Biomethan und bankfähige Laufzeiten voraus. Alternativ könnten Clusterlösungen mit Partnern entstehen. Chancen sehen die Flexperten auch in der Wärmenutzung: Wer im Umkreis von vier bis sechs Kilometern größere Siedlungen versorgen kann, sollte laut Welteke-Fabricius frühzeitig mit Kommunen sprechen und die kommunale Wärmeplanung aktiv begleiten.

Der Umbau zu Speicherkraftwerken ist zudem nach aktueller Rechtslage nur bis zur Ausschreibung am 1. Oktober 2026 abgesichert. 

Das Projekt „LKFlex“ wird vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) gefördert. Interessierte können sich bis Ende März bwerben. Weitere Informationen finden sich auf der Homepage der AEE

Mittwoch, 18.02.2026, 11:45 Uhr
Heidi Roider

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