Wassertoffleitungen. Quelle: Davina Spohn
Der dänische Übertragungsnetzbetreiber Energinet fragt das Interesse an einer dänisch-deutschen Wasserstoffinfrastruktur ab. Die Nachfrage ist nicht schlecht, reicht aber nicht.
Sechs Unternehmen haben Absichtserklärungen mit dem dänischen Übertragungsnetzbetreiber Energinet zur Entwicklung von Wasserstoffinfrastruktur unterzeichnet. Im Fokus steht dabei eine geplante Pipeline zwischen Deutschland und Dänemark, die als grenzüberschreitendes Projekt den Transport von grünem Wasserstoff ermöglichen soll. Das teilte die deutsch-dänische Handelskammer mit.
Die Transportkapazität der Leitung wird mit drei bis vier Gigawatt angegeben. Deutschland und Dänemark haben für das Vorhaben gemeinsam mehr als drei Milliarden Euro zugesagt. Ziel ist es, dänische Produktionskapazitäten mit der Nachfrage der deutschen Industrie zu verbinden und fossile Energieimporte schrittweise zu ersetzen.
Als nächster Schritt gilt die verbindliche Buchung von Transportkapazitäten. Seit dem 19. März können Unternehmen entsprechende Kapazitäten reservieren. Voraussetzung für eine finale Investitionsentscheidung ist eine Mindestnachfrage von 500 MW. Die bisherigen Absichtserklärungen werden als erstes Signal für ein Marktinteresse gewertet. Für die Realisierung des Projekts ist jedoch entscheidend, dass weitere Unternehmen, insbesondere aus der deutschen Industrie, konkrete Buchungen vornehmen.
Ob die Pipeline tatsächlich umgesetzt wird, hängt damit maßgeblich von der weiteren Nachfrage ab. Ein zögerliches Verhalten könnte unmittelbare Folgen haben: Unternehmen laufen Gefahr, Fördermittel und Marktchancen nicht zu nutzen, während die Europäische Union den regulatorischen Rahmen für den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft weiter verschärft, heißt es weiter.
Andreas Wenzel, CEO der Deutsch-Dänischen Handelskammer, verweist auf die Bedeutung der bilateralen Kooperation. „Die enge deutsch-dänische Zusammenarbeit ist ein entscheidender Erfolgsfaktor für den Aufbau einer leistungsfähigen Wasserstoffinfrastruktur in Europa. Das Projekt zeigt, wie grenzüberschreitende Partnerschaft konkret zur Energiesicherheit und Wettbewerbsfähigkeit beitragen kann“, sagt Wenzel.
Mittwoch, 29.04.2026, 14:38 Uhr
Stefan Sagmeister
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