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Energie & Management > Elektrofahrzeuge - Pilotprojekt LadeFlexBW soll ohne Smart Meter auskommen
Quelle: Pixabay / Mikes-Photography
Elektrofahrzeuge

Pilotprojekt LadeFlexBW soll ohne Smart Meter auskommen

In Baden-Württemberg starten Transnet BW und Intelligent Energy System Services das Projekt „LadeFlexBW“, um ohne Smart Meter privates E-Auto-Laden netz- und marktdienlich zu steuern.
Mit dem Start des Pilotprojekts „LadeFlexBW“ beginnt in Baden-Württemberg ein neuartiger Feldtest zur intelligenten, markt- und netzdienlichen Steuerung privater Elektrofahrzeuge. Ziel des Projekts ist es, Elektrofahrzeuge unter realen Alltagsbedingungen als flexible, dezentrale Energiebausteine in das Stromsystem zu integrieren: automatisiert, nutzerfreundlich und vergütet.

Anders als viele bisherige Ansätze setze Lade Flex BW nicht auf Simulationen oder abgeschlossene Testumgebungen, sondern auf einen realen Feldversuch mit privaten Elektrofahrzeugen. „Die Bedeutung von Kleinstflexibilitäten für das Stromnetz nimmt mit der Umsetzung der Energiewende stetig zu. Wir wollen dieses Potenzial unter realen Bedingungen erproben, ohne Komforteinbußen für die E-Mobilisten“, erläuterte Oliver Strangfeld, Mitglied der Geschäftsführung von Transnet BW.

Als Übertragungsnetzbetreiber benötige sein Unternehmen solche Reallabore, um den Weg vom Pilotprojekt zur flächendeckenden Umsetzung möglichst schnell zu durchschreiten. „Wir schaffen ein Erlösmodell, das Nutzerinnen und Nutzer für etwas belohnt, das sie ohnehin tun: ihr Elektrofahrzeug laden“, sagte Dominique Gross, Geschäftsführer von Intelligent Energy System Services (IE2S). Der entscheidende Unterschied sei, dass die Flexibilität dahinter nutzbar werde für den Markt, das Netz und den Geldbeutel der Teilnehmenden.

Keine Smart Meter nötig

Ein zentrales Merkmal des Projekts ist der Verzicht auf intelligente Messsysteme. Während der Rollout von Smart Metern in Deutschland weiter hinter den Anforderungen zurückbleibt, erfolgt die Abwicklung im Projekt über das bestehende Standardlastprofil. Laut den Projektpartnern zeigt der Feldtest damit, dass netz- und marktdienliches Laden auch unter den aktuellen regulatorischen und technischen Rahmenbedingungen möglich ist.
 

Die Teilnahme ist unabhängig vom bestehenden Stromliefervertrag. Nutzerinnen und Nutzer müssen weder ihren Anbieter wechseln noch ihren Tarif anpassen. Die Vermarktung der Flexibilität erfolgt getrennt von der Energielieferung. Das Projekt versteht sich als ergänzendes Erlösmodell für Endkunden. Es soll niedrigschwellig angelegt sein und sich in bestehende Marktstrukturen einfügen.

Der Ansatz folgt laut den Beteiligten der europäischen Entwicklung hin zu mehr Demand Response, also der stärkeren Einbindung von Verbrauchern in den Energiemarkt. Grundlage ist eine Kombination aus automatisierter Ladeoptimierung auf Basis von Netz- und Marktsignalen, einer digitalen Plattform zur Bündelung der Fahrzeugflexibilität sowie transparenten Vergütungsmechanismen.

Ausweitung auf zehntausend Fahrzeuge möglich

Die technische Architektur ist nach Angaben der Projektpartner auf Skalierung ausgelegt. Perspektivisch soll das System von mehreren hundert auf mehrere zehntausend Fahrzeuge erweitert werden können. Damit wollen die Beteiligten zeigen, wie Elektromobilität in größerem Umfang in ein zunehmend von erneuerbaren Energien geprägtes Stromsystem integriert werden kann.

Der Feldtest richtet sich an private E-Autofahrerinnen und -fahrer in Baden-Württemberg. Die Teilnehmenden laden ihre Fahrzeuge wie gewohnt, während die Optimierung der Ladezeiten im Hintergrund erfolgt. Für die bereitgestellte Flexibilität erhalten sie eine finanzielle Vergütung.

Die im Projekt gewonnenen Daten sollen laut Transnet BW und Intelligent Energy System Services Impulse für die Weiterentwicklung von Markt- und Regulierungsmodellen liefern. Dazu zählen unter anderem Netzentgeltsysteme, digitale Ladeangebote sowie Konzepte zur Integration dezentraler Flexibilitäten. Aktuell suchen die Projektpartner weitere Haushalte in Baden-Württemberg mit eigener Wallbox, die sich am Feldversuch beteiligen.

Mittwoch, 18.03.2026, 11:47 Uhr
Susanne Harmsen
Energie & Management > Elektrofahrzeuge - Pilotprojekt LadeFlexBW soll ohne Smart Meter auskommen
Quelle: Pixabay / Mikes-Photography
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Pilotprojekt LadeFlexBW soll ohne Smart Meter auskommen
In Baden-Württemberg starten Transnet BW und Intelligent Energy System Services das Projekt „LadeFlexBW“, um ohne Smart Meter privates E-Auto-Laden netz- und marktdienlich zu steuern.
Mit dem Start des Pilotprojekts „LadeFlexBW“ beginnt in Baden-Württemberg ein neuartiger Feldtest zur intelligenten, markt- und netzdienlichen Steuerung privater Elektrofahrzeuge. Ziel des Projekts ist es, Elektrofahrzeuge unter realen Alltagsbedingungen als flexible, dezentrale Energiebausteine in das Stromsystem zu integrieren: automatisiert, nutzerfreundlich und vergütet.

Anders als viele bisherige Ansätze setze Lade Flex BW nicht auf Simulationen oder abgeschlossene Testumgebungen, sondern auf einen realen Feldversuch mit privaten Elektrofahrzeugen. „Die Bedeutung von Kleinstflexibilitäten für das Stromnetz nimmt mit der Umsetzung der Energiewende stetig zu. Wir wollen dieses Potenzial unter realen Bedingungen erproben, ohne Komforteinbußen für die E-Mobilisten“, erläuterte Oliver Strangfeld, Mitglied der Geschäftsführung von Transnet BW.

Als Übertragungsnetzbetreiber benötige sein Unternehmen solche Reallabore, um den Weg vom Pilotprojekt zur flächendeckenden Umsetzung möglichst schnell zu durchschreiten. „Wir schaffen ein Erlösmodell, das Nutzerinnen und Nutzer für etwas belohnt, das sie ohnehin tun: ihr Elektrofahrzeug laden“, sagte Dominique Gross, Geschäftsführer von Intelligent Energy System Services (IE2S). Der entscheidende Unterschied sei, dass die Flexibilität dahinter nutzbar werde für den Markt, das Netz und den Geldbeutel der Teilnehmenden.

Keine Smart Meter nötig

Ein zentrales Merkmal des Projekts ist der Verzicht auf intelligente Messsysteme. Während der Rollout von Smart Metern in Deutschland weiter hinter den Anforderungen zurückbleibt, erfolgt die Abwicklung im Projekt über das bestehende Standardlastprofil. Laut den Projektpartnern zeigt der Feldtest damit, dass netz- und marktdienliches Laden auch unter den aktuellen regulatorischen und technischen Rahmenbedingungen möglich ist.
 

Die Teilnahme ist unabhängig vom bestehenden Stromliefervertrag. Nutzerinnen und Nutzer müssen weder ihren Anbieter wechseln noch ihren Tarif anpassen. Die Vermarktung der Flexibilität erfolgt getrennt von der Energielieferung. Das Projekt versteht sich als ergänzendes Erlösmodell für Endkunden. Es soll niedrigschwellig angelegt sein und sich in bestehende Marktstrukturen einfügen.

Der Ansatz folgt laut den Beteiligten der europäischen Entwicklung hin zu mehr Demand Response, also der stärkeren Einbindung von Verbrauchern in den Energiemarkt. Grundlage ist eine Kombination aus automatisierter Ladeoptimierung auf Basis von Netz- und Marktsignalen, einer digitalen Plattform zur Bündelung der Fahrzeugflexibilität sowie transparenten Vergütungsmechanismen.

Ausweitung auf zehntausend Fahrzeuge möglich

Die technische Architektur ist nach Angaben der Projektpartner auf Skalierung ausgelegt. Perspektivisch soll das System von mehreren hundert auf mehrere zehntausend Fahrzeuge erweitert werden können. Damit wollen die Beteiligten zeigen, wie Elektromobilität in größerem Umfang in ein zunehmend von erneuerbaren Energien geprägtes Stromsystem integriert werden kann.

Der Feldtest richtet sich an private E-Autofahrerinnen und -fahrer in Baden-Württemberg. Die Teilnehmenden laden ihre Fahrzeuge wie gewohnt, während die Optimierung der Ladezeiten im Hintergrund erfolgt. Für die bereitgestellte Flexibilität erhalten sie eine finanzielle Vergütung.

Die im Projekt gewonnenen Daten sollen laut Transnet BW und Intelligent Energy System Services Impulse für die Weiterentwicklung von Markt- und Regulierungsmodellen liefern. Dazu zählen unter anderem Netzentgeltsysteme, digitale Ladeangebote sowie Konzepte zur Integration dezentraler Flexibilitäten. Aktuell suchen die Projektpartner weitere Haushalte in Baden-Württemberg mit eigener Wallbox, die sich am Feldversuch beteiligen.

Mittwoch, 18.03.2026, 11:47 Uhr
Susanne Harmsen

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