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Energie & Management > Wasserstoff - Österreich will grünen Wasserstoff aus Algerien
Quelle: Shutterstock / petrmalinak
Wasserstoff

Österreich will grünen Wasserstoff aus Algerien

Wiens Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer bekräftigt die Positionierung des Landes als Wasserstoff-Drehscheibe: Algerien will zwischen 2030 und 2045 rund 1 Million Tonnen exportieren. 
Österreich will zunehmend als „Drehscheibe zwischen Afrika und Europas Industrie“ agieren, wobei der Import von grünem Wasserstoff aus Nordafrika eine wesentliche Rolle spielt. Das bekräftigte Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer von der konservativen Österreichischen Volkspartei (ÖVP) anlässlich eines Treffens mit dem Generalsekretär des algerischen Energieministeriums, Nabil Kafi, am 10. März in Wien.

Kafi war zur Wasserstoffkonferenz der Unido, der Entwicklungshilfe-Organisation der Vereinten Nationen, nach Österreich gereist. Hattmannsdorfer verwies im Zusammenhang mit dem Gespräch erneut auf den „Südkorridor“, eine 3.300 Kilometer lange Pipeline, über die von 2030 an Wasserstoff aus Algerien und eventuell auch Tunesien über Italien nach Österreich sowie Deutschland transportiert werden soll.

Wie berichtet, sind diese beiden Staaten laut Hattmannsdorfer seit Ende Oktober 2025 in die Gespräche über den Südkorridor eingebunden. Der Minister plant für Herbst des heurigen Jahres eine Reise nach Algerien, bei der er mit Kafi „mögliche Kooperationsprojekte“ ausloten möchte. Hattmannsdorfer zufolge könnte Algerien ein „zentraler Partner für den Wasserstoff-Südkorridor und für eine langfristige Energiekooperation mit Afrika werden“. 

Vor seiner Abreise nach Wien hatte Kafi dem staatlichen algerischen Rundfunk über die Pläne seines Landes hinsichtlich der Produktion und Vermarktung grünen Wasserstoffs berichtet. Seinen Ausführungen zufolge wird überlegt, im Zeitraum 2030 bis 2045 rund 1 Million Tonnen pro Jahr davon zu erzeugen und zu exportieren. In Diskussion ist unter anderem ein Pilotprojekt zum Bau eines 50-MW-Elektrolyseurs in der Region um die Stadt Arzew etwa 30 Kilometer nordöstlich des Mittelmeerhafens Oran.

Vier für den Südkorridor 

Über den Südkorridor sollen von 2030 an jährlich rund 4,4 Millionen Tonnen grünen Wasserstoffs aus Nordafrika in die EU transportiert werden. Dies entspricht etwa 40 Prozent der gleichzeitig geplanten Importe dieses Energieträgers. In das Projekt eingebunden sind die österreichischen Fernleitungsbetreiber Trans-Austria-Gasleitung-GmbH (TAG GmbH) sowie Gas Connect Austria (GCA), die deutsche Bayernets und die italienische Snam. Die Fertigstellung einer Machbarkeitsstudie ist für heuer geplant.

Rund 65 Prozent des Südkorridors werden nach derzeitigen Plänen aus adaptierten Erdgasleitungen bestehen. Die Leitung hat den Status eines „wichtigen Projekts von gemeinsamem Interesse“ der EU (EU-IPCEI). Ihre voraussichtlichen Kosten werden unterschiedlich eingeschätzt. Von Proponentenseite ist von etwa 2,5 Milliarden Euro die Rede. Kritiker gehen dagegen von bis zu 7 Milliarden Euro aus. 

Hinsichtlich der Drehscheiben-Funktion Österreich im Wasserstoffbereich laufen die Pläne darauf hinaus, im Zuge des „Südkorridors“ einen Strang der TAG zum Gashub Baumgarten etwa 40 Kilometer nordöstlich von Wien zu führen. Von dort aus verlaufen mehrere Fernleitungen, darunter die West-Austria-Gasleitung (WAG) nach Oberkappel an der oberösterreichisch-bayerischen Grenze, von der ebenfalls ein Strang für den Wasserstofftransport ertüchtigt wird.

Montag, 13.04.2026, 17:03 Uhr
Klaus Fischer
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Wasserstoff
Österreich will grünen Wasserstoff aus Algerien
Wiens Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer bekräftigt die Positionierung des Landes als Wasserstoff-Drehscheibe: Algerien will zwischen 2030 und 2045 rund 1 Million Tonnen exportieren. 
Österreich will zunehmend als „Drehscheibe zwischen Afrika und Europas Industrie“ agieren, wobei der Import von grünem Wasserstoff aus Nordafrika eine wesentliche Rolle spielt. Das bekräftigte Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer von der konservativen Österreichischen Volkspartei (ÖVP) anlässlich eines Treffens mit dem Generalsekretär des algerischen Energieministeriums, Nabil Kafi, am 10. März in Wien.

Kafi war zur Wasserstoffkonferenz der Unido, der Entwicklungshilfe-Organisation der Vereinten Nationen, nach Österreich gereist. Hattmannsdorfer verwies im Zusammenhang mit dem Gespräch erneut auf den „Südkorridor“, eine 3.300 Kilometer lange Pipeline, über die von 2030 an Wasserstoff aus Algerien und eventuell auch Tunesien über Italien nach Österreich sowie Deutschland transportiert werden soll.

Wie berichtet, sind diese beiden Staaten laut Hattmannsdorfer seit Ende Oktober 2025 in die Gespräche über den Südkorridor eingebunden. Der Minister plant für Herbst des heurigen Jahres eine Reise nach Algerien, bei der er mit Kafi „mögliche Kooperationsprojekte“ ausloten möchte. Hattmannsdorfer zufolge könnte Algerien ein „zentraler Partner für den Wasserstoff-Südkorridor und für eine langfristige Energiekooperation mit Afrika werden“. 

Vor seiner Abreise nach Wien hatte Kafi dem staatlichen algerischen Rundfunk über die Pläne seines Landes hinsichtlich der Produktion und Vermarktung grünen Wasserstoffs berichtet. Seinen Ausführungen zufolge wird überlegt, im Zeitraum 2030 bis 2045 rund 1 Million Tonnen pro Jahr davon zu erzeugen und zu exportieren. In Diskussion ist unter anderem ein Pilotprojekt zum Bau eines 50-MW-Elektrolyseurs in der Region um die Stadt Arzew etwa 30 Kilometer nordöstlich des Mittelmeerhafens Oran.

Vier für den Südkorridor 

Über den Südkorridor sollen von 2030 an jährlich rund 4,4 Millionen Tonnen grünen Wasserstoffs aus Nordafrika in die EU transportiert werden. Dies entspricht etwa 40 Prozent der gleichzeitig geplanten Importe dieses Energieträgers. In das Projekt eingebunden sind die österreichischen Fernleitungsbetreiber Trans-Austria-Gasleitung-GmbH (TAG GmbH) sowie Gas Connect Austria (GCA), die deutsche Bayernets und die italienische Snam. Die Fertigstellung einer Machbarkeitsstudie ist für heuer geplant.

Rund 65 Prozent des Südkorridors werden nach derzeitigen Plänen aus adaptierten Erdgasleitungen bestehen. Die Leitung hat den Status eines „wichtigen Projekts von gemeinsamem Interesse“ der EU (EU-IPCEI). Ihre voraussichtlichen Kosten werden unterschiedlich eingeschätzt. Von Proponentenseite ist von etwa 2,5 Milliarden Euro die Rede. Kritiker gehen dagegen von bis zu 7 Milliarden Euro aus. 

Hinsichtlich der Drehscheiben-Funktion Österreich im Wasserstoffbereich laufen die Pläne darauf hinaus, im Zuge des „Südkorridors“ einen Strang der TAG zum Gashub Baumgarten etwa 40 Kilometer nordöstlich von Wien zu führen. Von dort aus verlaufen mehrere Fernleitungen, darunter die West-Austria-Gasleitung (WAG) nach Oberkappel an der oberösterreichisch-bayerischen Grenze, von der ebenfalls ein Strang für den Wasserstofftransport ertüchtigt wird.

Montag, 13.04.2026, 17:03 Uhr
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