E&M exklusiv Newsletter:
E&M gratis testen:
Energie & Management > Fusion - Niedersächsischer Netzbetreiber ist bald Geschichte
Fusion besiegelt (v.l.): Ulrich Finke (CUN), Ramon Guse (EVC) und Holger Schwenke (SVO). Quelle: SVO
Fusion

Niedersächsischer Netzbetreiber ist bald Geschichte

Am Südrand der Lüneburger Heide gibt eine kleine Gemeinde ihr Stromnetz wieder ab. Bei der Übernahme orientieren die Beteiligten sich auch an einem Vorbild aus dem Großraum Hannover.
Nach 15 Jahren ist die Rekommunalisierung des Stromnetzes im niedersächsischen Wietze wieder Geschichte. Die zu diesem Zweck im Jahr 2008 gegründeten Gemeindewerke Wietze (GWW) gehen alsbald in einem großen Partnerunternehmen auf, der Celle-Uelzen Netz GmbH (CUN).

Die CUN gehört zur SVO-Gruppe, dem Energieversorger in der Region Celle, und ist dort mit dem Netzgeschäft betraut. Die SVO-Tochter war bislang auch bereits als Betriebsführerin des Wietzer Netzes zuständig und zu 49 Prozent an dem Unternehmen beteiligt. Laut Mitteilung der SVO habe die CUN die restlichen 51 Prozent der Anteile im Dezember 2025 von der GWW-Mutter Energieversorgung Celle Land GmbH (EVC) übernommen.

Die Aufgabe der GWW am Südrand der Lüneburger Heide erfolge aus wirtschaftlichen Gründen, heißt es weiter. „In einer größeren Struktur lässt sich das Stromnetz verlässlicher und wirtschaftlicher betreiben“, lässt EVC-Geschäftsführer Ramon Guse sich in der Mitteilung zitieren. Diese Entscheidung nicht zu treffen, hätte ab 2025 zu Verlusten geführt.

SVO-Gruppe verweist auf Finanzstärke für Investitionen

Den Grund dafür sehen die Beteiligten zum einen in den hohen Ausgaben für den Ausbau und das Erneuern der Stromnetze. Zum anderen sahen die Gemeindewerke große bürokratische Hürden. Anpassungen in Energierecht und Regulierung setzten kleine Netzgesellschaften ebenso unter Druck wie die Bundesnetzagentur, die Kosten nicht mehr wie früher anerkenne. SVO-Geschäftsführer Holger Schwenke sagt: „Mit unserer Finanzstärke können wir die anstehenden Investitionen besser schultern als finanziell zunehmend unter Druck stehende Kommunen.“

EVC und CUN sehen sich bei ihrem Zusammengehen, das 2026 mit der Auflösung der Gemeindewerke zum Abschluss kommen soll, in guter Gesellschaft. „Wir haben uns natürlich angesehen, wie es andere machen – zum Beispiel in der benachbarten Region Hannover“, so Ramon Guse. Sie folgen damit dem Beispiel der Stadtwerke Garbsen, die ihre Netze für Strom und Gas sukzessive an Hannovers Versorger Enercity abtreten (wir berichteten).

Die Celle-Uelzen Netz im SVO-Verbund wolle nun Doppelarbeit abbauen, regulatorische Nachteile vermeiden und Skaleneffekte nutzen. Investitionen seien leichter zu finanzieren. „Die Kommunen gehen kein finanzielles Risiko mehr ein und bleiben über uns trotzdem beteiligt“, so Holger Schwenke.

Dienstag, 13.01.2026, 15:15 Uhr
Volker Stephan
Energie & Management > Fusion - Niedersächsischer Netzbetreiber ist bald Geschichte
Fusion besiegelt (v.l.): Ulrich Finke (CUN), Ramon Guse (EVC) und Holger Schwenke (SVO). Quelle: SVO
Fusion
Niedersächsischer Netzbetreiber ist bald Geschichte
Am Südrand der Lüneburger Heide gibt eine kleine Gemeinde ihr Stromnetz wieder ab. Bei der Übernahme orientieren die Beteiligten sich auch an einem Vorbild aus dem Großraum Hannover.
Nach 15 Jahren ist die Rekommunalisierung des Stromnetzes im niedersächsischen Wietze wieder Geschichte. Die zu diesem Zweck im Jahr 2008 gegründeten Gemeindewerke Wietze (GWW) gehen alsbald in einem großen Partnerunternehmen auf, der Celle-Uelzen Netz GmbH (CUN).

Die CUN gehört zur SVO-Gruppe, dem Energieversorger in der Region Celle, und ist dort mit dem Netzgeschäft betraut. Die SVO-Tochter war bislang auch bereits als Betriebsführerin des Wietzer Netzes zuständig und zu 49 Prozent an dem Unternehmen beteiligt. Laut Mitteilung der SVO habe die CUN die restlichen 51 Prozent der Anteile im Dezember 2025 von der GWW-Mutter Energieversorgung Celle Land GmbH (EVC) übernommen.

Die Aufgabe der GWW am Südrand der Lüneburger Heide erfolge aus wirtschaftlichen Gründen, heißt es weiter. „In einer größeren Struktur lässt sich das Stromnetz verlässlicher und wirtschaftlicher betreiben“, lässt EVC-Geschäftsführer Ramon Guse sich in der Mitteilung zitieren. Diese Entscheidung nicht zu treffen, hätte ab 2025 zu Verlusten geführt.

SVO-Gruppe verweist auf Finanzstärke für Investitionen

Den Grund dafür sehen die Beteiligten zum einen in den hohen Ausgaben für den Ausbau und das Erneuern der Stromnetze. Zum anderen sahen die Gemeindewerke große bürokratische Hürden. Anpassungen in Energierecht und Regulierung setzten kleine Netzgesellschaften ebenso unter Druck wie die Bundesnetzagentur, die Kosten nicht mehr wie früher anerkenne. SVO-Geschäftsführer Holger Schwenke sagt: „Mit unserer Finanzstärke können wir die anstehenden Investitionen besser schultern als finanziell zunehmend unter Druck stehende Kommunen.“

EVC und CUN sehen sich bei ihrem Zusammengehen, das 2026 mit der Auflösung der Gemeindewerke zum Abschluss kommen soll, in guter Gesellschaft. „Wir haben uns natürlich angesehen, wie es andere machen – zum Beispiel in der benachbarten Region Hannover“, so Ramon Guse. Sie folgen damit dem Beispiel der Stadtwerke Garbsen, die ihre Netze für Strom und Gas sukzessive an Hannovers Versorger Enercity abtreten (wir berichteten).

Die Celle-Uelzen Netz im SVO-Verbund wolle nun Doppelarbeit abbauen, regulatorische Nachteile vermeiden und Skaleneffekte nutzen. Investitionen seien leichter zu finanzieren. „Die Kommunen gehen kein finanzielles Risiko mehr ein und bleiben über uns trotzdem beteiligt“, so Holger Schwenke.

Dienstag, 13.01.2026, 15:15 Uhr
Volker Stephan

Haben Sie Interesse an Content oder Mehrfachzugängen für Ihr Unternehmen?

Sprechen Sie uns an, wenn Sie Fragen zur Nutzung von E&M-Inhalten oder den verschiedenen Abonnement-Paketen haben.
Das E&M-Vertriebsteam freut sich unter Tel. 08152 / 93 11-77 oder unter vertrieb@energie-und-management.de über Ihre Anfrage.