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Energie & Management > Bilanz - MVV: „Solides Ergebnis in herausforderndem Umfeld“
Der MVV-Vorstand bei der Bilanzpräsentation in Frankfurt. Quelle: MBI/map
Bilanz

MVV: „Solides Ergebnis in herausforderndem Umfeld“

Die MVV Energie aus Mannheim hat ihre Bilanz für das Geschäftsjahr 2024/2025 vorgelegt. Der Gewinn schrumpfte und auch für das laufende Jahr ist der Ausblick verhalten.
Das Geschäftsjahr 2025/2026 dürfte die MVV Energie kein besonders gutes werden. Der Mannheimer Energieversorger geht für das aktuell laufende Geschäftsjahr (1. Oktober 2025 – 30. September 2026) von einem Adjusted Ebit zwischen 200 und 240 Millionen Euro aus. Das sagte Gabriel Clemens, seit April Vorstandsvorsitzender der MVV, am 11. Dezember bei der Vorlage der Bilanz vor Journalisten in Frankfurt.

Auch das nun abgelaufene Geschäftsjahr 2024/2025 lag mit einem Adjusted Ebit von 360 Millionen Euro (2024: 426 Millionen Euro) unter den beiden Vorjahren und dabei vor allem unter dem Rekordjahr 2023, wo 880 Millionen Euro – bedingt durch Sondereffekte - erzielt wurden.

Im Vergleich über zehn Jahre schneide das Ergebnis für 2024/2025 aber gut ab, betonte Clemens, der das Geschäftsjahr als ein Jahr mit einem „soliden Ergebnis in herausforderndem Umfeld“ beschrieb. Auch der bereinigte Umsatz liegt mit 6,1 Milliarden Euro unter dem Vorjahreswert von 7,2 Milliarden Euro. Grund dafür seien unter anderem rückläufige Großhandelspreise.

Es gibt keine Sondereffekte aus der Energiekrise mehr

Der Blick auf die einzelnen Berichtssegmente der MVV Energie zeigt folgendes Bild: Im Bereich „Kundenlösungen“ habe sich bemerkbar gemacht, dass es keine Sondereffekte aus der Entwicklung an den Großhandelsmärkten gab, wie noch in den Jahren davor. Es sei zu erwarten gewesen, dass diese Mehrerlöse sich nicht wiederholen werden, betonte Clemens. Auch die Ergebnisbeiträge aus dem Privat- und Gewerbekundengeschäft lagen unter Vorjahresniveau, wohingegen die vergleichsweise kühlere Witterung sich positiv ausgewirkt habe.

Im Segment „Neue Energien“ sei das Projektentwicklungsgeschäft 2025 rückläufig gewesen, erklärte der neue MVV-CEO. Hintergrund sei eine deutlich spürbare Zurückhaltung bei Investitionen, insbesondere in den USA. Auch die Ergebnisbeiträge aus dem Umweltgeschäft seien geringer ausgefallen, wobei sich hier eine geringere Anlagenverfügbarkeit und niedrigere Stromerlöse sowie ein im Vergleich zum Vorjahr geringeres Windaufkommen bemerkbar machten.

Das dritte Segment „Erzeugung und Infrastruktur“ lieferte laut Clemens positive Ergebnisse, dank einer besseren Anlagenverfügbarkeit und regulatorisch bedingt höheren Erträgen bei den Netzgesellschaften. Vor allem das Kieler Gasheizkraftwerk habe von einer flexiblen Anlagenfahrweise und günstigen Witterungsbedingungen profitieren können.

Die Investitionen der MVV sind 2025 mit 501 Millionen Euro höher ausgefallen als im Vorjahr (417 Millionen Euro) und sollen 2026 weiter deutlich ansteigen. Dabei könne das Unternehmen aber nicht im luftleeren Raum agieren – sowohl Politik als auch Kunden müssten mitziehen, so Clemens.

Das Ziel, bis 2035 klimapositiv zu sein, bleibe bestehen, ob es erreicht werden kann, hänge aber eben zum einen von den politischen Rahmenbedingungen und zum anderen von der Bereitschaft der Kunden ab, zu investieren. „Wenn sich hier nicht schnell einiges ändert, werden wir unseren ambitionierten Zeitplan überprüfen müssen“, sagte der MVV-Chef.

Als Beispiel nannte er die Wärmewende, bei der die Transformation der Gasnetze einer der entscheidenden Punkte sei. Um Stilllegungs- oder Transformationspläne erstellen zu können, sei für die Gasnetzbetreiber eine zügige Umsetzung der Gasbinnenmarkt-Richtlinie der EU in deutsches Recht notwendig.

An dem von der Bundesregierung vorgelegten Entwurf kritisierte Clemens die Frist von 10 Jahren zwischen Genehmigung des Gasnetz-Entwicklungsplans und möglichen Kündigungen als „viel zu lang“. Konkret könnten dann erst 2037/38 die ersten Gasleitungen stillgelegt werden. Eine Frist von drei bis fünf Jahren sei daher angemessener, vorausgesetzt es gibt Alternativen für die Wärmeversorgung.

Auch für andere Bereiche wie die Stromwende forderte er klare und verlässliche Förderungsmodelle für den Umstieg auf klimafreundliche Energien, damit entsprechende Investitionen sowohl für Unternehmen als auch für Endkunden wirtschaftlich seien.

Mit Blick auf letztere sprach sich Clemens auch für staatliche Härtefallregelungen für weniger vermögende Kunden aus. „Der Umstieg auf erneuerbare Energien rechnet sich auf Dauer – und zwar für alle. Aber zunächst einmal kostet er Geld. Das fordert alle, aber es darf niemanden überfordern“, sagte der MVV-Vorstandsvorsitzende.

Donnerstag, 11.12.2025, 15:59 Uhr
Marie Pfefferkorn
Energie & Management > Bilanz - MVV: „Solides Ergebnis in herausforderndem Umfeld“
Der MVV-Vorstand bei der Bilanzpräsentation in Frankfurt. Quelle: MBI/map
Bilanz
MVV: „Solides Ergebnis in herausforderndem Umfeld“
Die MVV Energie aus Mannheim hat ihre Bilanz für das Geschäftsjahr 2024/2025 vorgelegt. Der Gewinn schrumpfte und auch für das laufende Jahr ist der Ausblick verhalten.
Das Geschäftsjahr 2025/2026 dürfte die MVV Energie kein besonders gutes werden. Der Mannheimer Energieversorger geht für das aktuell laufende Geschäftsjahr (1. Oktober 2025 – 30. September 2026) von einem Adjusted Ebit zwischen 200 und 240 Millionen Euro aus. Das sagte Gabriel Clemens, seit April Vorstandsvorsitzender der MVV, am 11. Dezember bei der Vorlage der Bilanz vor Journalisten in Frankfurt.

Auch das nun abgelaufene Geschäftsjahr 2024/2025 lag mit einem Adjusted Ebit von 360 Millionen Euro (2024: 426 Millionen Euro) unter den beiden Vorjahren und dabei vor allem unter dem Rekordjahr 2023, wo 880 Millionen Euro – bedingt durch Sondereffekte - erzielt wurden.

Im Vergleich über zehn Jahre schneide das Ergebnis für 2024/2025 aber gut ab, betonte Clemens, der das Geschäftsjahr als ein Jahr mit einem „soliden Ergebnis in herausforderndem Umfeld“ beschrieb. Auch der bereinigte Umsatz liegt mit 6,1 Milliarden Euro unter dem Vorjahreswert von 7,2 Milliarden Euro. Grund dafür seien unter anderem rückläufige Großhandelspreise.

Es gibt keine Sondereffekte aus der Energiekrise mehr

Der Blick auf die einzelnen Berichtssegmente der MVV Energie zeigt folgendes Bild: Im Bereich „Kundenlösungen“ habe sich bemerkbar gemacht, dass es keine Sondereffekte aus der Entwicklung an den Großhandelsmärkten gab, wie noch in den Jahren davor. Es sei zu erwarten gewesen, dass diese Mehrerlöse sich nicht wiederholen werden, betonte Clemens. Auch die Ergebnisbeiträge aus dem Privat- und Gewerbekundengeschäft lagen unter Vorjahresniveau, wohingegen die vergleichsweise kühlere Witterung sich positiv ausgewirkt habe.

Im Segment „Neue Energien“ sei das Projektentwicklungsgeschäft 2025 rückläufig gewesen, erklärte der neue MVV-CEO. Hintergrund sei eine deutlich spürbare Zurückhaltung bei Investitionen, insbesondere in den USA. Auch die Ergebnisbeiträge aus dem Umweltgeschäft seien geringer ausgefallen, wobei sich hier eine geringere Anlagenverfügbarkeit und niedrigere Stromerlöse sowie ein im Vergleich zum Vorjahr geringeres Windaufkommen bemerkbar machten.

Das dritte Segment „Erzeugung und Infrastruktur“ lieferte laut Clemens positive Ergebnisse, dank einer besseren Anlagenverfügbarkeit und regulatorisch bedingt höheren Erträgen bei den Netzgesellschaften. Vor allem das Kieler Gasheizkraftwerk habe von einer flexiblen Anlagenfahrweise und günstigen Witterungsbedingungen profitieren können.

Die Investitionen der MVV sind 2025 mit 501 Millionen Euro höher ausgefallen als im Vorjahr (417 Millionen Euro) und sollen 2026 weiter deutlich ansteigen. Dabei könne das Unternehmen aber nicht im luftleeren Raum agieren – sowohl Politik als auch Kunden müssten mitziehen, so Clemens.

Das Ziel, bis 2035 klimapositiv zu sein, bleibe bestehen, ob es erreicht werden kann, hänge aber eben zum einen von den politischen Rahmenbedingungen und zum anderen von der Bereitschaft der Kunden ab, zu investieren. „Wenn sich hier nicht schnell einiges ändert, werden wir unseren ambitionierten Zeitplan überprüfen müssen“, sagte der MVV-Chef.

Als Beispiel nannte er die Wärmewende, bei der die Transformation der Gasnetze einer der entscheidenden Punkte sei. Um Stilllegungs- oder Transformationspläne erstellen zu können, sei für die Gasnetzbetreiber eine zügige Umsetzung der Gasbinnenmarkt-Richtlinie der EU in deutsches Recht notwendig.

An dem von der Bundesregierung vorgelegten Entwurf kritisierte Clemens die Frist von 10 Jahren zwischen Genehmigung des Gasnetz-Entwicklungsplans und möglichen Kündigungen als „viel zu lang“. Konkret könnten dann erst 2037/38 die ersten Gasleitungen stillgelegt werden. Eine Frist von drei bis fünf Jahren sei daher angemessener, vorausgesetzt es gibt Alternativen für die Wärmeversorgung.

Auch für andere Bereiche wie die Stromwende forderte er klare und verlässliche Förderungsmodelle für den Umstieg auf klimafreundliche Energien, damit entsprechende Investitionen sowohl für Unternehmen als auch für Endkunden wirtschaftlich seien.

Mit Blick auf letztere sprach sich Clemens auch für staatliche Härtefallregelungen für weniger vermögende Kunden aus. „Der Umstieg auf erneuerbare Energien rechnet sich auf Dauer – und zwar für alle. Aber zunächst einmal kostet er Geld. Das fordert alle, aber es darf niemanden überfordern“, sagte der MVV-Vorstandsvorsitzende.

Donnerstag, 11.12.2025, 15:59 Uhr
Marie Pfefferkorn

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