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Mit dem „Stromspiegel Photovoltaik“ legt die gemeinnützige Beratungsgesellschaft „co2online“ ein Vergleichsinstrument für Haushalte mit Photovoltaikanlage vor.
Die Beratungsgesellschaft CO2 Online hat einen „Stromspiegel Photovoltaik“ vorgelegt. Ziel sei es, Transparenz über den tatsächlichen Stromverbrauch von Prosumer-Haushalten zu schaffen. Entwickelt wurde das Instrument im Rahmen des Forschungsprojekts „ProSuffizienz“, das vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert wird.
Denn: Der „klassische Stromspiegel“ basiert auf der Stromrechnung und bewertet den aus dem Netz bezogenen Strom, so CO2 Online in einer Mitteilung. „Für Haushalte mit Photovoltaikanlage greift dieses Prinzip jedoch zu kurz“, heißt es dort.
Ihr tatsächlicher Stromverbrauch setzt sich aus dem Netzstrom und dem selbst erzeugten Solarstrom abzüglich der eingespeisten Menge zusammen. Hinzu kommen häufig weitere stromintensive Anwendungen wie Wärmepumpen oder E-Autos. Ein Vergleich mit Haushalten ohne diese Technik führt daher zu verzerrten Ergebnissen.
Der „Stromspiegel Photovoltaik“ berücksichtigt diese Besonderheiten. Die Vergleichswerte basieren auf realen Verbrauchsdaten aus der Praxis und differenzieren nach Haushaltsgröße sowie nach technischer Ausstattung – also ob neben der PV-Anlage auch eine Wärmepumpe oder ein E-Auto vorhanden ist. Damit erhalten Eigentümer eine belastbare Orientierung, ob ihr Jahresstromverbrauch im Bereich „niedrig“, „mittel“, „hoch“ oder „sehr hoch“ liegt.
Beispielhaft liegt der mittlere Stromverbrauch eines Drei- bis Vierpersonenhaushalts mit PV-Anlage bei 3.700 kWh pro Jahr. Verfügt derselbe Haushalt zusätzlich über eine Wärmepumpe, steigt der mittlere Wert auf 6.800 kWh. Mit PV-Anlage, Wärmepumpe und E-Auto sind es 9.000 kWh jährlich. Um den eigenen Wert zu ermitteln, werden Netzstrombezug und selbst genutzter Solarstrom addiert und die Einspeisung abgezogen. Das Ergebnis lässt sich anschließend mit strukturgleichen Haushalten vergleichen.
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Die Auswertung zeigt zudem, dass eigener Solarstrom das Verbrauchsverhalten beeinflussen kann. Die Verfügbarkeit von selbst erzeugtem Strom führt teilweise zu höheren Gesamtverbräuchen. Dieses Phänomen wird als Rebound-Effekt bezeichnet. Der Stromspiegel soll dazu beitragen, solche Entwicklungen sichtbar zu machen und Effizienzpotenziale zu identifizieren.
„Mit dem Stromspiegel Photovoltaik machen wir sichtbar, was bisher im Dunkeln lag“, sagt Nadine Walikewitz, Projektleiterin bei CO2 Online. „Immer mehr Menschen erzeugen ihren Strom selbst. Damit sie bewusst und sparsam damit umgehen können, brauchen sie verlässliche Vergleichswerte. Genau die liefern wir jetzt.“
CO2 Online mit Sitz in Berlin ist eine gemeinnützige Beratungsgesellschaft, die sich seit 2003 auf Energie- und Klimaschutzthemen im Gebäudebereich konzentriert. Mehr als 50 Mitarbeitende entwickeln Kampagnen, Online-Rechner und Praxis-Checks, um private Haushalte beim Senken des Strom- und Heizenergieverbrauchs zu unterstützen.
Dienstag, 24.02.2026, 12:27 Uhr
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