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Energie & Management > E-World - Kein Entweder-Oder
Margarita Flores auf dem Podium des Future Forum bei der E-world 2026. Quelle: Katia Meyer-Tien
E-World

Kein Entweder-Oder

Batteriespeicher sind ein zentraler Bestandteil des Energiesystems der Zukunft. Ganz ohne Gaskraftwerke wird es aber nicht gehen, heißt es in einer aktuellen Analyse der LSEG.
Können Batteriespeichersysteme (BESS) Gaskraftwerke im deutschen Stromsystem ersetzen? Dieser Frage ist Margarita Flores, Lead Power Analyst beim Analysten LSEG, nachgegangen. Die Antwort präsentierte sie auf der diesjährigen E-world in Essen. Sie lautet: Jein. 

Ausgangspunkt ihrer Untersuchung ist das Jahr 2025 mit − ihrer Schätzung zufolge − rund 7 Millionen kWh abgeregeltem Solar- und etwa 5,5 Millionen kWh abgeregeltem Windstrom: Strom, der hätte produziert werden können, aus verschiedenen Gründen aber nicht produziert wurde. An mehr als 500 Tagen lag der Strompreis am Day-Ahead-Markt im negativen Bereich, und die Erlöse für Solar- und Windstrom schwanken. All das, sagte Flores, seien Zeichen des Marktes, dass sich etwas ändern müsse. „Und die Antwort ist klar: Es fehlt Flexibilität“. 

In einem Basisszenario geht die Analyse für das Jahr 2040 von einer installierten Solarkapazität von 293.000 MW und einer installierten Windkraftkapazität von 176.000 MW aus. Die dann installierte Batteriespeicherkapazität schätzt Flores auf 164.000 MW. Durch den Kohleausstieg fallen 20.000 MW Erzeugungskapazität weg, während die Kapazität der Gaskraftwerke um geplante 10.000 MW steigen soll. Demgegenüber stehe dann ein um geschätzte 177 Milliarden kWh gestiegener Stromverbrauch von 637 Milliarden kWh. 

110 Prozent Bedarfsdeckung

In diesem Szenario könnte im Jahr 2040 rechnerisch der Strombedarf zu 91 Prozent durch die Erneuerbaren gedeckt werden, referierte Flores. Lege man ein etwas ambitionierteres Szenario zugrunde, in dem der Wind- und Solarzubau 10 Prozent höher liege und zusätzlich 10 Prozent mehr Batteriespeichersysteme als bislang geplant zugebaut werden − der aus erneuerbaren Energien gewonnene Strom also effizienter genutzt werden könne −, seien 96 Prozent möglich. Liege der Zubau der Batteriespeichersysteme sogar 150 Prozent höher und setze man sich das noch ambitioniertere Erneuerbaren-Zubauziel von 15 Prozent, könnten rechnerisch sogar bis zu 110 Prozent möglich werden. 

Auf die Strompreise hätte das deutliche Auswirkungen: Sie könnten um bis zu 26 Prozent im Vergleich zu heute sinken. Allerdings sänke auch der Erlös von PV- und Windkraftanlagen, was teilweise aber durch die Erlöse der Batteriespeichersysteme ausgeglichen werden könne. 

Die Stromerzeugung mittels Gaskraftwerken, resümiert Flores, bleibe allerdings in allen Szenarien erhalten: Während die Stromspeicher die direkte Integration des Stroms aus erneuerbaren Energien ins Netz und die Profitabilität der PV- und Windkraftanlagen ermöglichten, seien Gaskraftwerke weiterhin zur Sicherung der Stabilität und Versorgungssicherheit notwendig. Erneuerbare und Batteriespeicher könnten in diesem System auch von Preisspitzen durch den Einsatz der Gaskraftwerke profitieren. 

Die Lösung für das Energiesystem der Zukunft, schloss Flores, liege nicht im Entweder-Oder. Sondern in einer Kombination aller Flexibilitätsoptionen.

Mittwoch, 11.02.2026, 15:02 Uhr
Katia Meyer-Tien
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Margarita Flores auf dem Podium des Future Forum bei der E-world 2026. Quelle: Katia Meyer-Tien
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Kein Entweder-Oder
Batteriespeicher sind ein zentraler Bestandteil des Energiesystems der Zukunft. Ganz ohne Gaskraftwerke wird es aber nicht gehen, heißt es in einer aktuellen Analyse der LSEG.
Können Batteriespeichersysteme (BESS) Gaskraftwerke im deutschen Stromsystem ersetzen? Dieser Frage ist Margarita Flores, Lead Power Analyst beim Analysten LSEG, nachgegangen. Die Antwort präsentierte sie auf der diesjährigen E-world in Essen. Sie lautet: Jein. 

Ausgangspunkt ihrer Untersuchung ist das Jahr 2025 mit − ihrer Schätzung zufolge − rund 7 Millionen kWh abgeregeltem Solar- und etwa 5,5 Millionen kWh abgeregeltem Windstrom: Strom, der hätte produziert werden können, aus verschiedenen Gründen aber nicht produziert wurde. An mehr als 500 Tagen lag der Strompreis am Day-Ahead-Markt im negativen Bereich, und die Erlöse für Solar- und Windstrom schwanken. All das, sagte Flores, seien Zeichen des Marktes, dass sich etwas ändern müsse. „Und die Antwort ist klar: Es fehlt Flexibilität“. 

In einem Basisszenario geht die Analyse für das Jahr 2040 von einer installierten Solarkapazität von 293.000 MW und einer installierten Windkraftkapazität von 176.000 MW aus. Die dann installierte Batteriespeicherkapazität schätzt Flores auf 164.000 MW. Durch den Kohleausstieg fallen 20.000 MW Erzeugungskapazität weg, während die Kapazität der Gaskraftwerke um geplante 10.000 MW steigen soll. Demgegenüber stehe dann ein um geschätzte 177 Milliarden kWh gestiegener Stromverbrauch von 637 Milliarden kWh. 

110 Prozent Bedarfsdeckung

In diesem Szenario könnte im Jahr 2040 rechnerisch der Strombedarf zu 91 Prozent durch die Erneuerbaren gedeckt werden, referierte Flores. Lege man ein etwas ambitionierteres Szenario zugrunde, in dem der Wind- und Solarzubau 10 Prozent höher liege und zusätzlich 10 Prozent mehr Batteriespeichersysteme als bislang geplant zugebaut werden − der aus erneuerbaren Energien gewonnene Strom also effizienter genutzt werden könne −, seien 96 Prozent möglich. Liege der Zubau der Batteriespeichersysteme sogar 150 Prozent höher und setze man sich das noch ambitioniertere Erneuerbaren-Zubauziel von 15 Prozent, könnten rechnerisch sogar bis zu 110 Prozent möglich werden. 

Auf die Strompreise hätte das deutliche Auswirkungen: Sie könnten um bis zu 26 Prozent im Vergleich zu heute sinken. Allerdings sänke auch der Erlös von PV- und Windkraftanlagen, was teilweise aber durch die Erlöse der Batteriespeichersysteme ausgeglichen werden könne. 

Die Stromerzeugung mittels Gaskraftwerken, resümiert Flores, bleibe allerdings in allen Szenarien erhalten: Während die Stromspeicher die direkte Integration des Stroms aus erneuerbaren Energien ins Netz und die Profitabilität der PV- und Windkraftanlagen ermöglichten, seien Gaskraftwerke weiterhin zur Sicherung der Stabilität und Versorgungssicherheit notwendig. Erneuerbare und Batteriespeicher könnten in diesem System auch von Preisspitzen durch den Einsatz der Gaskraftwerke profitieren. 

Die Lösung für das Energiesystem der Zukunft, schloss Flores, liege nicht im Entweder-Oder. Sondern in einer Kombination aller Flexibilitätsoptionen.

Mittwoch, 11.02.2026, 15:02 Uhr
Katia Meyer-Tien

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