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Vier Industrieverbände fordern von der Bundesregierung bessere Bedingungen für die Batteriezellfertigung. Sie sehen die technologische Souveränität Deutschlands und Europas gefährdet.
Deutschland droht nach Einschätzung von vier Industrieverbänden bei der industriellen Batteriezellfertigung weiter an Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren. Hinter dem gemeinsamen Statement stehen der Bundesverband der Klimaschutz-Industrie (KLiB), der Verband der Chemischen Industrie (VCI), der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) sowie der Verband der Elektro- und Digitalindustrie (ZVEI). Ihr gemeinsames Statement veröffentlichten die Verbände anlässlich des Richtfests der Fraunhofer Forschungsfertigung Batteriezelle (FFB) am 13.
Juli in Münster.
Nach ihrer Einschätzung fehlt es Deutschland nicht an wissenschaftlicher Kompetenz oder innovativen Unternehmen. Das eigentliche Problem beginne beim Übergang in die industrielle Fertigung. Strukturelle Standortnachteile, unzureichende Bedingungen für die Skalierung und eine aus Sicht der Organisationen zu wenig ambitionierte Industriepolitik verhinderten, dass neue Batterietechnologien in Deutschland im großen Maßstab produziert werden. Dadurch scheiterten innovative Unternehmen immer wieder am Markteintritt.
Abhängigkeit von außereuropäischen AnbieternDie vier Verbände sehen darin ein wirtschaftliches Risiko. Sie warnen davor, dass Deutschland ohne eine wettbewerbsfähige Massenproduktion seine technologische Souveränität verlieren könnte. Know-how und Patente könnten ins Ausland abwandern, während die Abhängigkeit von außereuropäischen Herstellern weiter wachse. Gerade da Batterien als Schlüsseltechnologie für zahlreiche Industrien gelten, hätte dies weitreichende Folgen.
Nach Angaben der Verbände würden Batterien in unterschiedlichsten Bereichen benötigt − unter anderem für die Energieversorgung, Rechenzentren, Kommunikationstechnik, Bahntechnik, Robotik sowie Drohnen und Raumfahrt. Die Verbände verweisen darauf, dass die Bundesregierung Batterien bereits in ihren Strategiepapieren „Hightech Agenda Deutschland“ und „Programm für Aufschwung und Beschäftigung“ als Schlüsseltechnologie eingestuft habe.
Nun müsse diese Einordnung nach ihrer Auffassung durch konkrete industriepolitische Maßnahmen ergänzt werden. Ziel müsse sein, den Aufbau eines europäischen Batterieökosystems zu beschleunigen und Unternehmen bessere Voraussetzungen für Investitionen und die industrielle Skalierung zu schaffen.
Das Statement
„Batteriebranche warnt: Fehlende Massenproduktion zementiert Abhängigkeit bei sicherheitskritischer Infrastruktur und gefährdet Verteidigungsfähigkeit Deutschlands“ von KLiB, VCI, VDMA
und ZVEI findet sich auf der Internetseite des ZVEI.
(ds)
Freitag, 10.07.2026, 14:05 Uhr
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