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Energie & Management > Wasserstoff - Hohenwarter Wasserstoffnetz geht in Regelbetrieb
Wohngebäude in Hohenwart, in denen Wasserstoff im bestehenden Gasverteilnetz getestet wurde. Quelle: Vaillant
Wasserstoff

Hohenwarter Wasserstoffnetz geht in Regelbetrieb

Wasserstoff erreicht den Alltag im Gebäudesektor. In Bayern läuft ein Versorgungsprojekt nach der Testphase dauerhaft weiter und setzt auf bestehende Gasnetze.
Mit dem Projekt H2Dahoam hat in Hohenwart nahe Ingolstadt (Bayern) „Deutschlands erstes Wasserstoffnetz“ den Regelbetrieb aufgenommen, wie die Projektpartner in einer Mitteilung vom 11. Juni bekannt geben. Das Vorhaben knüpft an das Pilotprojekt „H2Direkt“ an, das seit Herbst 2023 die Versorgung von zehn Wohngebäuden und einem Gewerbebetrieb über ein bestehendes Gasnetz mit 100 Prozent Wasserstoff erprobt (wir berichteten).

Zehn Wohngebäude und ein Gewerbebetrieb erhalten nun dauerhaft Wasserstoff über ein umgerüstetes Gasverteilnetz. Die aktuelle Projektphase markiert den Übergang vom Forschungs- und Demonstrationsbetrieb in eine reguläre Versorgung. Die Projektpartner wollen damit zeigen, ob sich bestehende Gasverteilnetze langfristig für die Wärmeversorgung von Gebäuden mit Wasserstoff nutzen lassen.

Das Projekt tragen die Energienetze Bayern als Netzbetreiber, der Energieversorger Energie Südbayern (ESB), die kommunal geprägte Beteiligungsgesellschaft Thüga sowie der Heiztechnikhersteller Vaillant. Während die Energienetze Bayern die Infrastruktur betreiben, liefert Vaillant die wasserstofffähigen Heizgeräte für die angeschlossenen Gebäude. Die Gemeinde Hohenwart unterstützt das Vorhaben vor Ort.

Bereits im Rahmen des Pilotprojekts „H2Direkt“ stellten die Projektpartner einen Abschnitt des bestehenden Gasverteilnetzes von Erdgas auf 100 Prozent Wasserstoff um. Seitdem sammeln sie Erfahrungen mit dem Betrieb eines lokalen Wasserstoffnetzes unter Alltagsbedingungen. Nach Angaben von Vaillant bewährten sich die eingesetzten Wasserstoff-Heizgeräte über zwei Heizperioden hinweg im praktischen Einsatz.

Seriengeräte ersetzen Prototypen

Mit dem Start des Regelbetriebs ersetzten die Projektpartner die bislang eingesetzten Wasserstoff-Prototypen durch serienmäßig produzierte Brennwertheizungen des Typs „ecoTEC plus VC“. Laut Vaillant kommen dabei spezielle Umrüstkits zum Einsatz, die den Betrieb mit 100 Prozent Wasserstoff ermöglichen. Der Austausch erfolgte bereits im Mai 2026, wie Vaillant jetzt bekannt gab.
 
Gas-Brennwertgeräte „ecoTEC plus VC“ von Vaillant.
Quelle: Vaillant

Der Wasserstoff wird vorerst weiterhin per Trailer nach Hohenwart transportiert. Für 2027 planen die Projektpartner jedoch eigenen Angaben nach die Inbetriebnahme eines Elektrolyseurs, der den Wasserstoff direkt vor Ort erzeugen soll. Zudem sind ein Wasserstoffspeicher und ein schrittweiser Ausbau des Netzes vorgesehen.

Das Vorhaben zählt, wie es seitens Vaillant heißt, zu den wenigen Projekten in Deutschland, die Haushalte über einen längeren Zeitraum mit reinem Wasserstoff versorgen. Die jetzt begonnene Regelbetriebsphase soll Erkenntnisse darüber liefern, welche Rolle bestehende Gasnetze und Wasserstoffheizungen künftig in der Wärmeversorgung spielen können.

Donnerstag, 11.06.2026, 15:58 Uhr
Davina Spohn
Energie & Management > Wasserstoff - Hohenwarter Wasserstoffnetz geht in Regelbetrieb
Wohngebäude in Hohenwart, in denen Wasserstoff im bestehenden Gasverteilnetz getestet wurde. Quelle: Vaillant
Wasserstoff
Hohenwarter Wasserstoffnetz geht in Regelbetrieb
Wasserstoff erreicht den Alltag im Gebäudesektor. In Bayern läuft ein Versorgungsprojekt nach der Testphase dauerhaft weiter und setzt auf bestehende Gasnetze.
Mit dem Projekt H2Dahoam hat in Hohenwart nahe Ingolstadt (Bayern) „Deutschlands erstes Wasserstoffnetz“ den Regelbetrieb aufgenommen, wie die Projektpartner in einer Mitteilung vom 11. Juni bekannt geben. Das Vorhaben knüpft an das Pilotprojekt „H2Direkt“ an, das seit Herbst 2023 die Versorgung von zehn Wohngebäuden und einem Gewerbebetrieb über ein bestehendes Gasnetz mit 100 Prozent Wasserstoff erprobt (wir berichteten).

Zehn Wohngebäude und ein Gewerbebetrieb erhalten nun dauerhaft Wasserstoff über ein umgerüstetes Gasverteilnetz. Die aktuelle Projektphase markiert den Übergang vom Forschungs- und Demonstrationsbetrieb in eine reguläre Versorgung. Die Projektpartner wollen damit zeigen, ob sich bestehende Gasverteilnetze langfristig für die Wärmeversorgung von Gebäuden mit Wasserstoff nutzen lassen.

Das Projekt tragen die Energienetze Bayern als Netzbetreiber, der Energieversorger Energie Südbayern (ESB), die kommunal geprägte Beteiligungsgesellschaft Thüga sowie der Heiztechnikhersteller Vaillant. Während die Energienetze Bayern die Infrastruktur betreiben, liefert Vaillant die wasserstofffähigen Heizgeräte für die angeschlossenen Gebäude. Die Gemeinde Hohenwart unterstützt das Vorhaben vor Ort.

Bereits im Rahmen des Pilotprojekts „H2Direkt“ stellten die Projektpartner einen Abschnitt des bestehenden Gasverteilnetzes von Erdgas auf 100 Prozent Wasserstoff um. Seitdem sammeln sie Erfahrungen mit dem Betrieb eines lokalen Wasserstoffnetzes unter Alltagsbedingungen. Nach Angaben von Vaillant bewährten sich die eingesetzten Wasserstoff-Heizgeräte über zwei Heizperioden hinweg im praktischen Einsatz.

Seriengeräte ersetzen Prototypen

Mit dem Start des Regelbetriebs ersetzten die Projektpartner die bislang eingesetzten Wasserstoff-Prototypen durch serienmäßig produzierte Brennwertheizungen des Typs „ecoTEC plus VC“. Laut Vaillant kommen dabei spezielle Umrüstkits zum Einsatz, die den Betrieb mit 100 Prozent Wasserstoff ermöglichen. Der Austausch erfolgte bereits im Mai 2026, wie Vaillant jetzt bekannt gab.
 
Gas-Brennwertgeräte „ecoTEC plus VC“ von Vaillant.
Quelle: Vaillant

Der Wasserstoff wird vorerst weiterhin per Trailer nach Hohenwart transportiert. Für 2027 planen die Projektpartner jedoch eigenen Angaben nach die Inbetriebnahme eines Elektrolyseurs, der den Wasserstoff direkt vor Ort erzeugen soll. Zudem sind ein Wasserstoffspeicher und ein schrittweiser Ausbau des Netzes vorgesehen.

Das Vorhaben zählt, wie es seitens Vaillant heißt, zu den wenigen Projekten in Deutschland, die Haushalte über einen längeren Zeitraum mit reinem Wasserstoff versorgen. Die jetzt begonnene Regelbetriebsphase soll Erkenntnisse darüber liefern, welche Rolle bestehende Gasnetze und Wasserstoffheizungen künftig in der Wärmeversorgung spielen können.

Donnerstag, 11.06.2026, 15:58 Uhr
Davina Spohn

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