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2025 war das weltweit stärkste Jahr für neue Biomassekraftwerke seit 2018. Besonders Europa und Asien treiben den Ausbau voran – trotz Rückgang in China.
Der globale Zubau von Biomassekraftwerken (BMKW) erreichte 2025 mit mehr als 3.000
MW installierter Leistung den höchsten Stand seit sieben Jahren. Das geht aus der aktuellen Marktstudie „Biomass to Energy 2025/2026“ des Beratungsunternehmens Ecoprog hervor. Insgesamt wurden rund 180 neue Anlagen in Betrieb genommen. Damit steigt der weltweite Bestand auf mehr als 5.800 BMKW mit einer kumulierten Leistung von 94.700
MW.
Asien bleibt führend beim Anlagenbestand mit mehr als 38.000 MW. Europa folgt mit rund 24.000 MW, verzeichnet aber die höchsten Investitionen – sowohl in Neubauten als auch in Modernisierungen und Wartung bestehender Anlagen. Bis 2034 erwartet Ecoprog einen weiteren Anstieg auf etwa 6.800 Anlagen mit knapp 109.000
MW Leistung.
In China wurden 2025 nur rund zehn neue Anlagen mit insgesamt 200
MW errichtet – ein deutlicher Rückgang im Vergleich zu 2021, als noch etwa 60 Anlagen mit 2.300
MW neu ans Netz gingen. Ursachen sind laut Ecoprog Marktsättigung und sinkende Einspeisetarife.
In Japan hingegen bleibt der Ausbau der Untersuchung zufolge stabil. Zwei Anlagen mit je 50
MW gingen 2025 in Tomakomai und Gobo in Betrieb. Für das kommende Jahrzehnt wird ein Zubau von mehr als 3.000
MW prognostiziert. Auch Vietnam treibt den Ausbau voran und plant bis 2034 mit zusätzlichen 800
MW.
Wachsende RegulierungsanforderungenIn Europa bleibt der Markt den Analysten zufolge trotz wachsender Regulierungsanforderungen durch die EU-Richtlinie RED III aktiv. Der Schwerpunkt verlagert sich zunehmend vom Strom- auf den Wärmemarkt. Investitionsprojekte wie die 250-Millionen-Euro-Anlage von Solvay im spanischen Torrelavega oder die Umrüstung des Kohlekraftwerks im polnischen Częstochowa (Investitionsvolumen: 100
Millionen Euro) belegen diese Entwicklung.
Ein Beispiel für die dynamische Wärmenachfrage ist Frankreich: Der staatliche Wärmefonds stellte 2024 und 2025 jeweils rund 800
Millionen Euro zur Verfügung. Ziel ist es, Biomasse verstärkt zur Dekarbonisierung industrieller Prozesswärme und der Fernwärme einzusetzen.
In den USA treibt vor allem der Kohleausstieg die Entwicklung voran – auch in Verbindung mit BECCS-Technologien (Bioenergy with Carbon Capture and Storage). Brasilien bleibt das Zentrum des südamerikanischen Marktes. Die Studie rechnet dort mit einem weiteren Zubau von rund 3.000
MW bis 2034, vor allem durch die Zucker-, Ethanol- und Zellstoffindustrie.
Die vollständige Studie
„Biomass to Energy 2025/2026“ ist kostenpflichtig auf den Internetseiten von Ecoprog abrufbar.
Donnerstag, 22.01.2026, 14:26 Uhr
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