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Energie & Management > Wasserstoff - Für den H2-Import zählen nicht allein die Kosten
Quelle: Pixabay / Gerd Altmann
Wasserstoff

Für den H2-Import zählen nicht allein die Kosten

Nicht nur die Kosten, sondern auch viele weitere Faktoren spielen bei der Bewertung von Wasserstoff- und Ammoniakimportoptionen eine Rolle. Das EWI legt dazu jetzt eine Analyse vor. 
Das Energiewirtschaftliche Institut an der Universität zu Köln (EWI) sieht europäische Länder bei grünem Wasserstoff als vergleichsweise sichere und kostengünstige Lieferanten für Deutschland. Für grünen Ammoniak fallen die Bewertungen differenzierter aus. Grundlage ist eine Analyse zu Importkosten und Versorgungssicherheit potenzieller Lieferländer. 

Die Studie untersucht Wasserstoff- und Ammoniakimporte aus elf Staaten mit bestehenden Energie- oder Wasserstoffpartnerschaften mit Deutschland, darunter Kanada, Australien, Spanien, Finnland, Marokko und Mexiko. Bewertet wurden sowohl die Importkosten als auch politische, wirtschaftliche, soziale und energiebezogene Rahmenbedingungen der Herkunftsländer. Dafür kombiniert das EWI sein „Global PtX Cost Tool“ mit dem „EWI Future Energy Score“ (EFES). 

Deutschland selbst erweise sich dabei innerhalb des effizienten Wasserstoff-Clusters als relevante Option zur Sicherung der Versorgung, heißt es in der Studie, da es einen günstigen EFES mit relativ niedrigen Produktionskosten verbinde. Allerdings dürfte Deutschland nach Einschätzung des EWI bis 2045 zwischen 150 und 600 TWh grünen Wasserstoff sowie zusätzlich 100 bis mehr als 400 TWh wasserstoffbasierte Derivate benötigen. Ein großer Teil der Versorgung müsse daher über Importe erfolgen. Die Bundesregierung geht laut Studie von einem Importanteil von 50 bis 70 Prozent im Jahr 2045 aus. 

Finnland und Spanien besonders günstig

Für grünen Wasserstoff identifiziert die Analyse Finnland und Spanien als besonders günstige Kombination aus niedrigen Kosten und hoher Versorgungssicherheit. Beide Länder profitieren laut EWI von der Nähe zu Deutschland und möglichen Pipelineverbindungen. Spanien verfüge zudem über große Solarenergiepotenziale. 

Kanada und Australien erreichen zwar die höchsten Werte beim EFES, weisen aber höhere Importkosten auf. Beide Länder gelten deshalb als „score-effizient“. Die Kosten für Wasserstoffimporte liegen dort laut Studie zwischen rund 330 und mehr als 500 US-Dollar pro MWh. 

Marokko, Mexiko und die Türkei ordnet das EWI als „kosteneffizient“ ein. Vor allem Marokko bietet laut Studie sehr niedrige Produktionskosten und hohe technische Potenziale. Gleichzeitig seien die politischen und wirtschaftlichen Risiken höher als bei europäischen Lieferländern. Mexiko wird als möglicher neuer Lieferant hervorgehoben, insbesondere für Ammoniakimporte. 

„Keine Empfehlung für einzelne Lieferländer“

Für grünen Ammoniak verschiebt sich das Bild. Hier steigen die Kosten durch die zusätzliche Ammoniaksynthese. Deutschland gehört in diesem Fall nicht mehr zum „effizienten Cluster“. Kanada und Australien bieten zwar große Potenziale, jedoch ebenfalls zu höheren Kosten. Marokko und Mexiko zählen dagegen zu den kostengünstigsten Lieferanten. 

Die Autoren betonen, dass die Bewertung nicht als Empfehlung für einzelne Lieferländer verstanden werden solle. Vielmehr zeige die Analyse Zielkonflikte zwischen Versorgungssicherheit und niedrigen Importkosten auf. Gerade bei Pipelineimporten entstünden langfristige Abhängigkeiten durch hohe Infrastrukturinvestitionen. Der weltweite Seehandel mit Ammoniak könne dagegen flexibler auf neue Anbieter reagieren −gleichzeitig könne hier aber auch die internationale Konkurrenz größer sein.

Die vollständige Studie „Supply Security of Green Hydrogen and Ammonia Imports to Germany. Assessing export countries’ supply costs and EWI Future Energy Score“ ist auf den Internetseiten des EWI abrufbar. 

Montag, 11.05.2026, 17:25 Uhr
Katia Meyer-Tien
Energie & Management > Wasserstoff - Für den H2-Import zählen nicht allein die Kosten
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Für den H2-Import zählen nicht allein die Kosten
Nicht nur die Kosten, sondern auch viele weitere Faktoren spielen bei der Bewertung von Wasserstoff- und Ammoniakimportoptionen eine Rolle. Das EWI legt dazu jetzt eine Analyse vor. 
Das Energiewirtschaftliche Institut an der Universität zu Köln (EWI) sieht europäische Länder bei grünem Wasserstoff als vergleichsweise sichere und kostengünstige Lieferanten für Deutschland. Für grünen Ammoniak fallen die Bewertungen differenzierter aus. Grundlage ist eine Analyse zu Importkosten und Versorgungssicherheit potenzieller Lieferländer. 

Die Studie untersucht Wasserstoff- und Ammoniakimporte aus elf Staaten mit bestehenden Energie- oder Wasserstoffpartnerschaften mit Deutschland, darunter Kanada, Australien, Spanien, Finnland, Marokko und Mexiko. Bewertet wurden sowohl die Importkosten als auch politische, wirtschaftliche, soziale und energiebezogene Rahmenbedingungen der Herkunftsländer. Dafür kombiniert das EWI sein „Global PtX Cost Tool“ mit dem „EWI Future Energy Score“ (EFES). 

Deutschland selbst erweise sich dabei innerhalb des effizienten Wasserstoff-Clusters als relevante Option zur Sicherung der Versorgung, heißt es in der Studie, da es einen günstigen EFES mit relativ niedrigen Produktionskosten verbinde. Allerdings dürfte Deutschland nach Einschätzung des EWI bis 2045 zwischen 150 und 600 TWh grünen Wasserstoff sowie zusätzlich 100 bis mehr als 400 TWh wasserstoffbasierte Derivate benötigen. Ein großer Teil der Versorgung müsse daher über Importe erfolgen. Die Bundesregierung geht laut Studie von einem Importanteil von 50 bis 70 Prozent im Jahr 2045 aus. 

Finnland und Spanien besonders günstig

Für grünen Wasserstoff identifiziert die Analyse Finnland und Spanien als besonders günstige Kombination aus niedrigen Kosten und hoher Versorgungssicherheit. Beide Länder profitieren laut EWI von der Nähe zu Deutschland und möglichen Pipelineverbindungen. Spanien verfüge zudem über große Solarenergiepotenziale. 

Kanada und Australien erreichen zwar die höchsten Werte beim EFES, weisen aber höhere Importkosten auf. Beide Länder gelten deshalb als „score-effizient“. Die Kosten für Wasserstoffimporte liegen dort laut Studie zwischen rund 330 und mehr als 500 US-Dollar pro MWh. 

Marokko, Mexiko und die Türkei ordnet das EWI als „kosteneffizient“ ein. Vor allem Marokko bietet laut Studie sehr niedrige Produktionskosten und hohe technische Potenziale. Gleichzeitig seien die politischen und wirtschaftlichen Risiken höher als bei europäischen Lieferländern. Mexiko wird als möglicher neuer Lieferant hervorgehoben, insbesondere für Ammoniakimporte. 

„Keine Empfehlung für einzelne Lieferländer“

Für grünen Ammoniak verschiebt sich das Bild. Hier steigen die Kosten durch die zusätzliche Ammoniaksynthese. Deutschland gehört in diesem Fall nicht mehr zum „effizienten Cluster“. Kanada und Australien bieten zwar große Potenziale, jedoch ebenfalls zu höheren Kosten. Marokko und Mexiko zählen dagegen zu den kostengünstigsten Lieferanten. 

Die Autoren betonen, dass die Bewertung nicht als Empfehlung für einzelne Lieferländer verstanden werden solle. Vielmehr zeige die Analyse Zielkonflikte zwischen Versorgungssicherheit und niedrigen Importkosten auf. Gerade bei Pipelineimporten entstünden langfristige Abhängigkeiten durch hohe Infrastrukturinvestitionen. Der weltweite Seehandel mit Ammoniak könne dagegen flexibler auf neue Anbieter reagieren −gleichzeitig könne hier aber auch die internationale Konkurrenz größer sein.

Die vollständige Studie „Supply Security of Green Hydrogen and Ammonia Imports to Germany. Assessing export countries’ supply costs and EWI Future Energy Score“ ist auf den Internetseiten des EWI abrufbar. 

Montag, 11.05.2026, 17:25 Uhr
Katia Meyer-Tien

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