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Die Energieversorgung Offenbach will Millionen am Standort investieren und die Wärmeleistung aus Abfall steigern.
Die Energieversorgung Offenbach (EVO) will in den kommenden Jahren rund 200 Millionen Euro in ihre Wärmeinfrastruktur investieren. Kern des Programms ist die Modernisierung und Erweiterung des Energiewerks an der Dietzenbacher Straße. Die Bauarbeiten sollen im Oktober beginnen, vorbereitende Arbeiten laufen bereits.
Im Energiewerk soll die nutzbare Wärmeleistung aus der thermischen Abfallverwertung von derzeit 45 auf 63 MW steigen. Zusätzliche Abfälle sollen dafür nicht verbrannt werden. Die mit den zusätzlichen 18 MW erzielte Wärmeausbeute entspreche nach Angaben der EVO rechnerisch dem Jahresbedarf von rund 10.000 Drei-Personen-Haushalten.
Erreicht werden soll die zusätzliche Leistung vor allem über zwei Verfahren. Bei der Turbinenabdampfnutzung wird Abdampf aus der Turbine verdichtet und auf mehr als 120 Grad Celsius gebracht, um ihn für die Fernwärme nutzbar zu machen. Zusätzlich soll eine Rauchgaskondensation Wärme aus den rund 140 Grad heißen Rauchgasen zurückgewinnen. Für das Genehmigungsverfahren seien die Unterlagen beim Regierungspräsidium Darmstadt offengelegt worden. Einwendungen habe es keine gegeben.
Parallel entsteht auf dem Gelände des früheren Kraftwerks am Nordring eine neue Energiezentrale. Geplant ist dort eine Großwärmepumpe mit mindestens 10 MW thermischer Leistung. Sie soll erstmals Abwärme eines benachbarten Rechenzentrums aufnehmen und in das Fernwärmenetz einspeisen. Für diese Wärmemenge müssten nach Angaben der EVO keine fossilen Brennstoffe eingesetzt werden. Hinzu kommen zwei Heißwassererzeuger mit zusammen 80 MW Leistung.
Die Investitionen sind Teil des geplanten Ausstiegs der EVO aus der Kohlewärmeerzeugung. Das Heizkraftwerk am Nordring soll in den kommenden Jahren stillgelegt werden. Zugleich wird das Fernwärmenetz erweitert und modernisiert. Nach Unternehmensangaben versorgt die EVO derzeit rund 40 Prozent der Offenbacher Haushalte sowie Teile von Heusenstamm, Dietzenbach und Neu-Isenburg mit Fernwärme.
Seit Oktober 2025 baut das Unternehmen außerdem eine neue Fernwärme-Transportleitung. Ihre Fertigstellung ist für 2028 vorgesehen. Die Leitung soll die zusätzlichen Wärmemengen aus dem Energiewerk in das Versorgungsgebiet transportieren. In den vergangenen Jahren hatte die EVO zudem rund 50 Millionen Euro in eine neue Rauchgasreinigung und eine moderne Klärschlammbehandlungsanlage investiert.
Mit den neuen Anlagen will der Versorger den Anteil lokal verfügbarer Wärmequellen erhöhen und den Einsatz fossiler Brennstoffe reduzieren. Offenbachs Oberbürgermeister Felix Schwenke verwies zudem auf das Ziel, die Fernwärmepreise langfristig zu stabilisieren und die Abhängigkeit von internationalen Energie- und Rohstoffmärkten zu verringern. Der Erste Kreisbeigeordnete Carsten Müller hob die Bedeutung der Maßnahmen auch für die bereits angeschlossenen Kommunen im Kreis Offenbach hervor. (fw)
Montag, 7.09.2026, 08:40 Uhr
Fritz Wilhelm
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