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Energie & Management > Gas - EU-Gasbedarf könnte bis 2030 um ein Viertel gesenkt werden
Quelle: Shutterstock / Wojciech Wrzesien
Gas

EU-Gasbedarf könnte bis 2030 um ein Viertel gesenkt werden

Der Thinktank IEEFA empfiehlt Photovoltaik, Windkraft und Wärmepumpen, um die Abhängigkeit von Erdgas und LNG im Besonderen zu senken. Dies sei möglich, so eine Untersuchung. 
Wie kann Europa mehr Unabhängigkeit bei der Versorgung mit Erdgas erreichen? Das Institute for Energy Economics and Financial Analysis (IEEFA) ist dieser Frage in einer Untersuchung nachgegangen und ist auf gut bekannte Antworten gestoßen: Mit dem Ausbau von Photovoltaik, Windkraft und Wärmepumpen könnte der Erdgasbedarf der Europäischen Union bis 2030 um rund ein Viertel reduziert werden. Laut IEEFA kann so in etwa die doppelte Menge an Flüssigerdgas eingespart werden, die die EU bis dahin voraussichtlich aus Katar importiert.

Die Autoren der Untersuchung beziehen sich dabei auf die Erfahrungen im Zuge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Zwischen 2021 und 2024 sank der Gasverbrauch in der EU laut IEEFA um rund 78,5 Milliarden Kubikmeter beziehungsweise 20 Prozent. Ausschlaggebend seien der Ausbau der erneuerbaren Energien und von Wärmepumpen sowie politische Maßnahmen zur Senkung des Gasverbrauchs gewesen.

Besonders deutlich fiel der Rückgang im Gebäudebereich aus. Die privaten Haushalte reduzierten ihren Gasverbrauch zwischen 2021 und 2024 um 24 Prozent. In der Industrie lag das Minus bei 20 Prozent, bei Gewerbe und öffentlichen Dienstleistungen bei 19 Prozent. Kraftwerke und Heizkraftwerke verbrauchten für die Strom- und Fernwärmeerzeugung 18 Prozent weniger Erdgas. Die IEEFA beruft sich dabei auf Daten der europäischen Statistikbehörde Eurostat.

Nach Angaben des Instituts wurden zwischen 2022 und 2024 in der Europäischen Union rund 7,6 Millionen Wärmepumpen installiert. Die meisten Anlagen entfielen auf Frankreich mit etwa zwei Millionen Geräten, gefolgt von Italien mit 1,5 Millionen und Deutschland mit knapp einer Million. Gleichzeitig kamen 146 GW Photovoltaik und mehr als 43 GW Windenergieleistung hinzu.

Allein im Jahr 2024 führten neue Wärmepumpen sowie die zusätzliche Stromerzeugung aus Wind- und Solaranlagen nach Berechnungen des IEEFA zu einer Verringerung des Gasverbrauchs um rund 95 Milliarden kWh. Das entspreche „etwa zwei Drittel der LNG-Importe der EU aus Katar“ im vergangenen Jahr. Investitionen in saubere Energietechnologien stärkten damit die Widerstandsfähigkeit Europas gegenüber Versorgungsrisiken.

 
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Quelle: IEEFA

Für die kommenden Jahre sieht das Institut weiteres Potenzial. Erreiche die EU ihre Ausbauziele von jährlich vier Millionen Wärmepumpen sowie 75 GW Photovoltaik und 22 GW Windenergie in den nächsten fünf Jahren, könnten „diese drei Technologien allein den Gasbedarf bis 2030 um rund ein Viertel senken.“

Vor dem Hintergrund der aktuellen Spannungen im Nahen Osten verweist der Bericht auf die Risiken einer anhaltenden Importabhängigkeit. Die Energiekrise des Jahres 2026 sei eine weitere Bewährungsprobe für Europa. „Die EU muss ihren Gasverbrauch senken, indem sie den Ausbau von Windenergie, Solarenergie und Wärmepumpen in Wohngebäuden beschleunigt.“ Dies sei der wirksamste Weg, Europas Abhängigkeit von volatilen fossilen Energieimporten dauerhaft zu verringern und die Versorgungssicherheit zu erhöhen.

Das Institute for Energy Economics and Financial Analysis (IEEFA) ist ein gemeinnütziger Think Tank mit Sitz in den USA. Seine Arbeit wird durch Stiftungen finanziert.

Dienstag, 28.07.2026, 17:13 Uhr
Stefan Sagmeister
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Gas
EU-Gasbedarf könnte bis 2030 um ein Viertel gesenkt werden
Der Thinktank IEEFA empfiehlt Photovoltaik, Windkraft und Wärmepumpen, um die Abhängigkeit von Erdgas und LNG im Besonderen zu senken. Dies sei möglich, so eine Untersuchung. 
Wie kann Europa mehr Unabhängigkeit bei der Versorgung mit Erdgas erreichen? Das Institute for Energy Economics and Financial Analysis (IEEFA) ist dieser Frage in einer Untersuchung nachgegangen und ist auf gut bekannte Antworten gestoßen: Mit dem Ausbau von Photovoltaik, Windkraft und Wärmepumpen könnte der Erdgasbedarf der Europäischen Union bis 2030 um rund ein Viertel reduziert werden. Laut IEEFA kann so in etwa die doppelte Menge an Flüssigerdgas eingespart werden, die die EU bis dahin voraussichtlich aus Katar importiert.

Die Autoren der Untersuchung beziehen sich dabei auf die Erfahrungen im Zuge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Zwischen 2021 und 2024 sank der Gasverbrauch in der EU laut IEEFA um rund 78,5 Milliarden Kubikmeter beziehungsweise 20 Prozent. Ausschlaggebend seien der Ausbau der erneuerbaren Energien und von Wärmepumpen sowie politische Maßnahmen zur Senkung des Gasverbrauchs gewesen.

Besonders deutlich fiel der Rückgang im Gebäudebereich aus. Die privaten Haushalte reduzierten ihren Gasverbrauch zwischen 2021 und 2024 um 24 Prozent. In der Industrie lag das Minus bei 20 Prozent, bei Gewerbe und öffentlichen Dienstleistungen bei 19 Prozent. Kraftwerke und Heizkraftwerke verbrauchten für die Strom- und Fernwärmeerzeugung 18 Prozent weniger Erdgas. Die IEEFA beruft sich dabei auf Daten der europäischen Statistikbehörde Eurostat.

Nach Angaben des Instituts wurden zwischen 2022 und 2024 in der Europäischen Union rund 7,6 Millionen Wärmepumpen installiert. Die meisten Anlagen entfielen auf Frankreich mit etwa zwei Millionen Geräten, gefolgt von Italien mit 1,5 Millionen und Deutschland mit knapp einer Million. Gleichzeitig kamen 146 GW Photovoltaik und mehr als 43 GW Windenergieleistung hinzu.

Allein im Jahr 2024 führten neue Wärmepumpen sowie die zusätzliche Stromerzeugung aus Wind- und Solaranlagen nach Berechnungen des IEEFA zu einer Verringerung des Gasverbrauchs um rund 95 Milliarden kWh. Das entspreche „etwa zwei Drittel der LNG-Importe der EU aus Katar“ im vergangenen Jahr. Investitionen in saubere Energietechnologien stärkten damit die Widerstandsfähigkeit Europas gegenüber Versorgungsrisiken.

 
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Quelle: IEEFA

Für die kommenden Jahre sieht das Institut weiteres Potenzial. Erreiche die EU ihre Ausbauziele von jährlich vier Millionen Wärmepumpen sowie 75 GW Photovoltaik und 22 GW Windenergie in den nächsten fünf Jahren, könnten „diese drei Technologien allein den Gasbedarf bis 2030 um rund ein Viertel senken.“

Vor dem Hintergrund der aktuellen Spannungen im Nahen Osten verweist der Bericht auf die Risiken einer anhaltenden Importabhängigkeit. Die Energiekrise des Jahres 2026 sei eine weitere Bewährungsprobe für Europa. „Die EU muss ihren Gasverbrauch senken, indem sie den Ausbau von Windenergie, Solarenergie und Wärmepumpen in Wohngebäuden beschleunigt.“ Dies sei der wirksamste Weg, Europas Abhängigkeit von volatilen fossilen Energieimporten dauerhaft zu verringern und die Versorgungssicherheit zu erhöhen.

Das Institute for Energy Economics and Financial Analysis (IEEFA) ist ein gemeinnütziger Think Tank mit Sitz in den USA. Seine Arbeit wird durch Stiftungen finanziert.

Dienstag, 28.07.2026, 17:13 Uhr
Stefan Sagmeister

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