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Energie & Management > Regenerative - Erneuerbare legen 2026 in allen Sektoren zu
Quelle: Shutterstock
Regenerative

Erneuerbare legen 2026 in allen Sektoren zu

Im ersten Halbjahr 2026 ist der Anteil erneuerbarer Energien in Deutschland an Stromerzeugung, Wärmeversorgung und Verkehr gestiegen. Das zeigen Daten der Statistikstelle AGEE-Stat.
Im ersten Halbjahr 2026 haben erneuerbare Energien ihren Anteil an der Energieversorgung in Deutschland in allen drei Sektoren ausgebaut. Das geht aus aktuellen Zahlen der Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Stat) hervor. Diese wertet im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWE) die Entwicklung der erneuerbaren Energien aus. Demnach stieg der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch auf rund 57 Prozent. Gleichzeitig nahm die Nutzung erneuerbarer Energien im Wärme- und Verkehrssektor zu.

Nach Angaben der Arbeitsgruppe wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres rund 153 Milliarden kWh Strom aus Wind-, Wasser-, Sonnen- und Bioenergie erzeugt. Das entspricht einem Plus von sechs Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der höhere Ertrag geht laut AGEE-Stat unter anderem auf günstigere Windverhältnisse zurück. Nachdem das erste Halbjahr 2025 außergewöhnlich windarm ausgefallen war, lagen die Windgeschwindigkeiten 2026 wieder näher am langjährigen Mittel.

Wind weiter vor PV

Die Windenergie blieb mit einem Anteil von rund 45 Prozent die wichtigste erneuerbare Stromquelle. Es folgten Photovoltaik mit 34 Prozent, Biomasse mit 15 Prozent, Wasserkraft mit fünf Prozent sowie Geothermie mit weniger als einem Prozent.

Auch die Photovoltaik setzte ihren Ausbau fort. Laut der Arbeitsgruppe wurden im ersten Halbjahr rund 8.000 MW neue Bruttoleistung installiert. Damit dürfte das Ausbauziel des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) von insgesamt 128 GW installierter Photovoltaik-Leistung bereits im Sommer erreicht werden.

Windkraft an Land verfehlt Ausbauziel

Bei der Windenergie an Land kamen netto rund 2.000 MW hinzu. Ende Juni waren damit Anlagen mit einer Gesamtleistung von etwa 70.000 MW installiert. Das EEG-Ziel von 84.000 MW bis zum Jahresende werde nach Einschätzung der AGEE-Stat jedoch voraussichtlich deutlich verfehlt, obwohl die Zahl der Neugenehmigungen gestiegen sei.

Eine Hochrechnung für das Gesamtjahr sei derzeit nicht möglich, betont die Arbeitsgruppe. Sowohl die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien als auch der Stromverbrauch hingen maßgeblich von der Witterung und teilweise von der wirtschaftlichen Entwicklung in den kommenden Monaten ab.

Wärmesektor mit drei Prozent mehr erneuerbarer Energie

Auch im Wärmesektor setzte sich das Wachstum fort. Nach Angaben der AGEE-Stat wurden im ersten Halbjahr rund 121 Milliarden kWh Wärme aus erneuerbaren Quellen bereitgestellt. Das entspricht einem Anstieg von drei Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Besonders stark legte die Nutzung von Umweltwärme und oberflächennaher Geothermie über Wärmepumpen zu. Sie stieg um mehr als 19 Prozent. Darüber hinaus erhöhte sich die Wärmeerzeugung aus Solarthermie um drei Prozent und aus gasförmiger Biomasse um ein Prozent. Knapp zwei Drittel der erneuerbaren Wärme stammten weiterhin aus fester Biomasse. Als Grund für den Anstieg nennt die AGEE-Stat unter anderem den höheren Heizenergiebedarf infolge der etwas kühleren Witterung im ersten Quartal.
 
Anteil erneuerbarer Energien nach Sektoren im Vergleich 2022-2026 -
Für Vollbild auf die Grafik klicken
Quelle: AGEE-Stat

13 Prozent mehr Erneuerbare im Verkehr

Im Verkehrssektor wurden im ersten Halbjahr rund 27 Milliarden kWh erneuerbare Energien eingesetzt. Das waren 13 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und laut AGEE-Stat der bislang höchste Halbjahreswert. Als wesentlichen Grund nennt die Statistikstelle die Anhebung der Treibhausgasminderungsquote von 10,6 Prozent im Jahr 2025 auf zwölf Prozent im Jahr 2026. Dadurch sei der Absatz von Biokraftstoffen, insbesondere Biodiesel und HVO, insgesamt um 11,4 Prozent gestiegen.

Zudem nahm die Nutzung erneuerbaren Stroms im Straßenverkehr deutlich zu. Laut AGEE-Stat stieg die rechnerisch ermittelte Strommenge für Verkehrszwecke um mehr als 20 Prozent. Ausschlaggebend seien sowohl die wachsende Zahl an Elektrofahrzeugen als auch der höhere Anteil erneuerbarer Energien im Strommix.

UBA-Präsident drängt aufs Tempo

Der Präsident des Umweltbundesamtes (UBA), Dirk Messner, bewertet die Entwicklung positiv. Die Zahlen für das erste Halbjahr 2026 stimmten optimistisch. Gleichzeitig dürfe der Zuwachs bei Wind- und Solarenergie nicht darüber hinwegtäuschen, dass speziell die Wärme- und Verkehrswende weiter beschleunigt werden müssten.

 Wärmepumpen und Elektrofahrzeuge müssten schneller verbreitet und das Stromsystem durch zusätzliche Großbatteriespeicher flexibler werden, erklärte Messner. „Nur wenn alle Sektoren gemeinsam vorankommen, können die Klimaschutzziele erreicht werden“, sagte er.

Der „Aktuelle Monats- und Quartalsdaten der AGEE-Stat“ stehen im Internet bereit.  (sh)

Mittwoch, 15.07.2026, 14:12 Uhr
Susanne Harmsen
Energie & Management > Regenerative - Erneuerbare legen 2026 in allen Sektoren zu
Quelle: Shutterstock
Regenerative
Erneuerbare legen 2026 in allen Sektoren zu
Im ersten Halbjahr 2026 ist der Anteil erneuerbarer Energien in Deutschland an Stromerzeugung, Wärmeversorgung und Verkehr gestiegen. Das zeigen Daten der Statistikstelle AGEE-Stat.
Im ersten Halbjahr 2026 haben erneuerbare Energien ihren Anteil an der Energieversorgung in Deutschland in allen drei Sektoren ausgebaut. Das geht aus aktuellen Zahlen der Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Stat) hervor. Diese wertet im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWE) die Entwicklung der erneuerbaren Energien aus. Demnach stieg der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch auf rund 57 Prozent. Gleichzeitig nahm die Nutzung erneuerbarer Energien im Wärme- und Verkehrssektor zu.

Nach Angaben der Arbeitsgruppe wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres rund 153 Milliarden kWh Strom aus Wind-, Wasser-, Sonnen- und Bioenergie erzeugt. Das entspricht einem Plus von sechs Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der höhere Ertrag geht laut AGEE-Stat unter anderem auf günstigere Windverhältnisse zurück. Nachdem das erste Halbjahr 2025 außergewöhnlich windarm ausgefallen war, lagen die Windgeschwindigkeiten 2026 wieder näher am langjährigen Mittel.

Wind weiter vor PV

Die Windenergie blieb mit einem Anteil von rund 45 Prozent die wichtigste erneuerbare Stromquelle. Es folgten Photovoltaik mit 34 Prozent, Biomasse mit 15 Prozent, Wasserkraft mit fünf Prozent sowie Geothermie mit weniger als einem Prozent.

Auch die Photovoltaik setzte ihren Ausbau fort. Laut der Arbeitsgruppe wurden im ersten Halbjahr rund 8.000 MW neue Bruttoleistung installiert. Damit dürfte das Ausbauziel des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) von insgesamt 128 GW installierter Photovoltaik-Leistung bereits im Sommer erreicht werden.

Windkraft an Land verfehlt Ausbauziel

Bei der Windenergie an Land kamen netto rund 2.000 MW hinzu. Ende Juni waren damit Anlagen mit einer Gesamtleistung von etwa 70.000 MW installiert. Das EEG-Ziel von 84.000 MW bis zum Jahresende werde nach Einschätzung der AGEE-Stat jedoch voraussichtlich deutlich verfehlt, obwohl die Zahl der Neugenehmigungen gestiegen sei.

Eine Hochrechnung für das Gesamtjahr sei derzeit nicht möglich, betont die Arbeitsgruppe. Sowohl die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien als auch der Stromverbrauch hingen maßgeblich von der Witterung und teilweise von der wirtschaftlichen Entwicklung in den kommenden Monaten ab.

Wärmesektor mit drei Prozent mehr erneuerbarer Energie

Auch im Wärmesektor setzte sich das Wachstum fort. Nach Angaben der AGEE-Stat wurden im ersten Halbjahr rund 121 Milliarden kWh Wärme aus erneuerbaren Quellen bereitgestellt. Das entspricht einem Anstieg von drei Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Besonders stark legte die Nutzung von Umweltwärme und oberflächennaher Geothermie über Wärmepumpen zu. Sie stieg um mehr als 19 Prozent. Darüber hinaus erhöhte sich die Wärmeerzeugung aus Solarthermie um drei Prozent und aus gasförmiger Biomasse um ein Prozent. Knapp zwei Drittel der erneuerbaren Wärme stammten weiterhin aus fester Biomasse. Als Grund für den Anstieg nennt die AGEE-Stat unter anderem den höheren Heizenergiebedarf infolge der etwas kühleren Witterung im ersten Quartal.
 
Anteil erneuerbarer Energien nach Sektoren im Vergleich 2022-2026 -
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13 Prozent mehr Erneuerbare im Verkehr

Im Verkehrssektor wurden im ersten Halbjahr rund 27 Milliarden kWh erneuerbare Energien eingesetzt. Das waren 13 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und laut AGEE-Stat der bislang höchste Halbjahreswert. Als wesentlichen Grund nennt die Statistikstelle die Anhebung der Treibhausgasminderungsquote von 10,6 Prozent im Jahr 2025 auf zwölf Prozent im Jahr 2026. Dadurch sei der Absatz von Biokraftstoffen, insbesondere Biodiesel und HVO, insgesamt um 11,4 Prozent gestiegen.

Zudem nahm die Nutzung erneuerbaren Stroms im Straßenverkehr deutlich zu. Laut AGEE-Stat stieg die rechnerisch ermittelte Strommenge für Verkehrszwecke um mehr als 20 Prozent. Ausschlaggebend seien sowohl die wachsende Zahl an Elektrofahrzeugen als auch der höhere Anteil erneuerbarer Energien im Strommix.

UBA-Präsident drängt aufs Tempo

Der Präsident des Umweltbundesamtes (UBA), Dirk Messner, bewertet die Entwicklung positiv. Die Zahlen für das erste Halbjahr 2026 stimmten optimistisch. Gleichzeitig dürfe der Zuwachs bei Wind- und Solarenergie nicht darüber hinwegtäuschen, dass speziell die Wärme- und Verkehrswende weiter beschleunigt werden müssten.

 Wärmepumpen und Elektrofahrzeuge müssten schneller verbreitet und das Stromsystem durch zusätzliche Großbatteriespeicher flexibler werden, erklärte Messner. „Nur wenn alle Sektoren gemeinsam vorankommen, können die Klimaschutzziele erreicht werden“, sagte er.

Der „Aktuelle Monats- und Quartalsdaten der AGEE-Stat“ stehen im Internet bereit.  (sh)

Mittwoch, 15.07.2026, 14:12 Uhr
Susanne Harmsen

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