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Der Branchenverband BVES sieht keine Konkurrenz um Netzanschlüsse. Rechenzentren und Energiespeicher müssten gemeinsam gedacht werden.
Anlässlich der Vorstellung der Rechenzentrumsstrategie der Bundesregierung im Bundestag am 16. April unterstreicht der Bundesverband Energiespeicher Systeme (BVES) die zentrale Rolle von Energiespeichern für den Aufbau einer leistungsfähigen und resilienten digitalen Infrastruktur. Die aktuelle Diskussion um Netzanschlusskapazitäten erwecke, so eine Mitteilung, den Eindruck eines Wettbewerbs zwischen Batteriespeichern und Rechenzentren. Aus Sicht des BVES greift das aber zu kurz. Speicher und Rechenzentren würden unterschiedliche, sich ergänzende Funktionen erfüllen – und könnten gerade gemeinsam erheblichen Mehrwert schaffen.
Moderne Rechenzentren würden zunehmend dynamische Lastprofile aufweisen und Energiespeicher könnten diese ausgleichen, damit Netze entlasten und gleichzeitig die Integration erneuerbarer Energien verbessern. „So entstehen flexible, systemdienliche Lösungen, die sowohl den Energiebedarf der Digitalisierung als auch die Anforderungen an Netzstabilität und Versorgungssicherheit adressieren“, formuliert der BVES.
Gleichzeitig ermöglichten Energiespeicher, dass digitale Infrastruktur schneller realisiert werden könne – unabhängig von langwierigen Netzausbauprozessen. Sie könnten kurzfristig verfügbare Flexibilität schaffen und Netzengpässe überbrücken. Damit werde der Aufbau von Rechenzentren beschleunigt, ohne zusätzliche Belastungen für das Stromsystem zu erzeugen.
Internationale Beispiele zeigen nach Ansicht des Branchenverbandes bereits heute, wie erfolgreich diese Integration sein kann: In Skandinavien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und den USA würden Rechenzentren gezielt mit Strom aus erneuerbarer Erzeugung und Speichern kombiniert. Das erhöhe die Effizienz, senke Emissionen und verbessere die Wirtschaftlichkeit der Projekte deutlich.
Digitalisierung und Energiewende zusammenbringen
„Rechenzentren und Energiespeicher sind keine Konkurrenten, sondern Partner im Energiesystem der Zukunft“, betont BVES-Vizepräsident Heinrich Gärtner. „Wer beide intelligent zusammen denkt, schafft die Grundlage für eine leistungsfähige, resiliente und klimafreundliche digitale Infrastruktur.“
Netzanschlussverfahren müssten so ausgestaltet werden, dass integrierte Lösungen ermöglicht und systemdienliche Kombinationen gezielt gefördert werden. Eine isolierte Betrachtung einzelner Technologien wird einem zunehmend vernetzten Energiesystems nicht gerecht.
Gleichzeitig fordert der Verband „klare, investitionsfreundliche Rahmenbedingungen, die Innovation ermöglichen und sektorübergreifende Lösungen aktiv unterstützen“, damit Deutschland die Chance nutzen kann, sich als Vorreiter für die Verbindung von Energie- und Digitalinfrastruktur zu positionieren. „Wer Digitalisierung und Energiewende zusammenbringt, schafft Wachstum, Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit zugleich“, heißt es.
Donnerstag, 16.04.2026, 14:11 Uhr
Günter Drewnitzky
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