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Energie & Management > Beteiligung - Energiekonzern sichert sich Lithium für das Batteriegeschäft
Quelle: Pixabay / Gerd Altmann
Beteiligung

Energiekonzern sichert sich Lithium für das Batteriegeschäft

Das italienische Energieunternehmen Eni steigt mit einer Investition von 225 Millionen US-Dollar in die Lithiumförderung ein.
Eni übernimmt 25 Prozent am chilenischen Projekt Black Giant des US-Unternehmens EnergyX und erhält im Gegenzug das Recht auf bis zu einem Viertel der künftigen Lithiumproduktion. Das teilten die Italiener in einer Pressemitteilung mit. Das Projekt in der Region Antofagasta soll ab 2028 Lithiumcarbonat produzieren und bis 2030 auf eine Jahreskapazität von 52.500 Tonnen ausgebaut werden. Zum Einsatz kommt die Direkt-Lithium-Extraktion (DLE), mit der der Rohstoff aus Sole gewonnen werden soll.

Für Eni ist das Investment weit mehr als eine Finanzbeteiligung. Der Konzern baut derzeit gemeinsam mit Seri Industrial in Süditalien eine Fertigung für Lithium-Eisenphosphat-Batterien (LFP) auf. Geplant ist eine jährliche Produktionskapazität von mehr als 8 Millionen kWh. Nach Unternehmensangaben soll damit ein Marktanteil von mehr als zehn Prozent am europäischen Markt für stationäre Batteriespeicher erreicht werden. Mit der Beteiligung sichert sich Eni einen Teil der benötigten Rohstoffversorgung und verringert die Abhängigkeit von externen Lieferanten.

Hintergrund Eni

Der Konzern ist in zahlreichen Bereichen der Energiewirtschaft tätig. Eni fördert Öl und Erdgas, betreibt Kraftwerke und ist über die Tochtergesellschaften Enilive und Plenitude in den Bereichen Biokraftstoffe, erneuerbare Energien und Elektromobilität aktiv. Im Jahr 2025 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 82,2 Milliarden Euro und beschäftigte 32.349 Mitarbeiter. In Deutschland ist Eni an Raffinerien beteiligt, betreibt über die Marken Agip und Eni rund 500 Tankstellen, verkauft Kraft- und Brennstoffe und ist über Plenitude im Ladegeschäft vertreten.

Der Kauf mag auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheinen, ist strategisch jedoch nachvollziehbar. Energieunternehmen investieren nicht mehr nur in Windparks, Solaranlagen oder Batteriespeicher, sondern zunehmend auch in die vorgelagerten Lieferketten. Der Zugang zu kritischen Rohstoffen wie Lithium, Graphit oder Nickel entwickelt sich zu einem wichtigen Wettbewerbsfaktor. Bereits im Mai hatte Eni 70 Millionen US-Dollar in den kanadischen Graphitentwickler Nouveau Monde Graphite investiert.

Lithium ist ein unverzichtbarer Bestandteil der heute dominierenden Lithium-Ionen-Batterien. Mit dem Ausbau stationärer Batteriespeicher wächst auch die Bedeutung einer sicheren Versorgung mit Batterierohstoffen. Deutschland verfügt ebenfalls über Lithiumvorkommen und bemüht sich um eine eigene Produktion.

Im Mittelpunkt steht das Projekt von Vulcan Energy im Oberrheingraben (E&M berichtete). Dort soll Lithium aus geothermischer Sole gewonnen und gleichzeitig erneuerbare Wärme bereitgestellt werden. Bund und Länder unterstützen den Aufbau der industriellen Produktion mit Fördermitteln, um die Abhängigkeit von Importen zu verringern und europäische Lieferketten zu stärken. (sag)

Freitag, 10.07.2026, 14:40 Uhr
Stefan Sagmeister
Energie & Management > Beteiligung - Energiekonzern sichert sich Lithium für das Batteriegeschäft
Quelle: Pixabay / Gerd Altmann
Beteiligung
Energiekonzern sichert sich Lithium für das Batteriegeschäft
Das italienische Energieunternehmen Eni steigt mit einer Investition von 225 Millionen US-Dollar in die Lithiumförderung ein.
Eni übernimmt 25 Prozent am chilenischen Projekt Black Giant des US-Unternehmens EnergyX und erhält im Gegenzug das Recht auf bis zu einem Viertel der künftigen Lithiumproduktion. Das teilten die Italiener in einer Pressemitteilung mit. Das Projekt in der Region Antofagasta soll ab 2028 Lithiumcarbonat produzieren und bis 2030 auf eine Jahreskapazität von 52.500 Tonnen ausgebaut werden. Zum Einsatz kommt die Direkt-Lithium-Extraktion (DLE), mit der der Rohstoff aus Sole gewonnen werden soll.

Für Eni ist das Investment weit mehr als eine Finanzbeteiligung. Der Konzern baut derzeit gemeinsam mit Seri Industrial in Süditalien eine Fertigung für Lithium-Eisenphosphat-Batterien (LFP) auf. Geplant ist eine jährliche Produktionskapazität von mehr als 8 Millionen kWh. Nach Unternehmensangaben soll damit ein Marktanteil von mehr als zehn Prozent am europäischen Markt für stationäre Batteriespeicher erreicht werden. Mit der Beteiligung sichert sich Eni einen Teil der benötigten Rohstoffversorgung und verringert die Abhängigkeit von externen Lieferanten.

Hintergrund Eni

Der Konzern ist in zahlreichen Bereichen der Energiewirtschaft tätig. Eni fördert Öl und Erdgas, betreibt Kraftwerke und ist über die Tochtergesellschaften Enilive und Plenitude in den Bereichen Biokraftstoffe, erneuerbare Energien und Elektromobilität aktiv. Im Jahr 2025 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 82,2 Milliarden Euro und beschäftigte 32.349 Mitarbeiter. In Deutschland ist Eni an Raffinerien beteiligt, betreibt über die Marken Agip und Eni rund 500 Tankstellen, verkauft Kraft- und Brennstoffe und ist über Plenitude im Ladegeschäft vertreten.

Der Kauf mag auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheinen, ist strategisch jedoch nachvollziehbar. Energieunternehmen investieren nicht mehr nur in Windparks, Solaranlagen oder Batteriespeicher, sondern zunehmend auch in die vorgelagerten Lieferketten. Der Zugang zu kritischen Rohstoffen wie Lithium, Graphit oder Nickel entwickelt sich zu einem wichtigen Wettbewerbsfaktor. Bereits im Mai hatte Eni 70 Millionen US-Dollar in den kanadischen Graphitentwickler Nouveau Monde Graphite investiert.

Lithium ist ein unverzichtbarer Bestandteil der heute dominierenden Lithium-Ionen-Batterien. Mit dem Ausbau stationärer Batteriespeicher wächst auch die Bedeutung einer sicheren Versorgung mit Batterierohstoffen. Deutschland verfügt ebenfalls über Lithiumvorkommen und bemüht sich um eine eigene Produktion.

Im Mittelpunkt steht das Projekt von Vulcan Energy im Oberrheingraben (E&M berichtete). Dort soll Lithium aus geothermischer Sole gewonnen und gleichzeitig erneuerbare Wärme bereitgestellt werden. Bund und Länder unterstützen den Aufbau der industriellen Produktion mit Fördermitteln, um die Abhängigkeit von Importen zu verringern und europäische Lieferketten zu stärken. (sag)

Freitag, 10.07.2026, 14:40 Uhr
Stefan Sagmeister

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