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Energie & Management > Bilanz - Enercity will bei Erneuerbaren Kurs halten
Quelle: Fotolia / Eisenhans
Bilanz

Enercity will bei Erneuerbaren Kurs halten

Bei einem Pressegespräch von Enercity wurde deutlich: Das Unternehmen hält am Transformationskurs hin zu erneuerbaren Energien fest. Besonders stolz ist man auf einen Sektor.
Enercity hat im zurückliegenden Geschäftsjahr einen Umsatz von 6,22 Milliarden Euro (2024: 7,35 Milliarden Euro) erzielt. Das Ebitda beläuft sich auf rund 478 Millionen Euro (2024: 588,7 Millionen Euro). Nach zwei Jahren mit Sondereffekten liegen die Ergebnisse damit unter dem Niveau der beiden Vorjahre. Das sei, wie CEO Aurélie Alemany betonte, zum einen so erwartet worden, zum anderen in diesem geopolitisch schwierigen Umfeld mit extremen, volatilen Marktbedingungen auch wenig verwunderlich gewesen. Hinzu komme ein sehr schwaches Windjahr, was zu geringeren Einnahmen bei der Erzeugung führte. 

Der Blick auf die langfristige Entwicklung, so Alemany, zeige ein solides Ergebnis und unterstreiche die Fähigkeit des Unternehmens, die Energie- und Wärmewende verlässlich voranzubringen. „Wir bleiben klar auf Kurs und setzen weiter auf die Erneuerbaren. Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit sind kein Widerspruch.“

Anja Ritschel, die Wirtschafts- und Umweltdezernentin der Stadt Hannover, hob ebenfalls die Bedeutung der erneuerbaren Energien hervor. Die aktuellen Krisen würden zeigen, dass sie die richtige Antwort seien und zu mehr Versorgungssicherheit und Resilienz führen. Bei diesem Thema herrsche auch Einigkeit im Aufsichtsrat des Energieunternehmens.

Als vollintegriertes Unternehmen können man Flexibilitäten und Systemintelligenz gezielt einsetzen und Effizienz, Stabilität und Versorgungssicherheit verbinden, erklärte Alemany. Das stärke die Resilienz des Wirtschaftsstandorts Deutschland. Für das Jahr 2026 erwartet die CEO weiterhin schwierige politische Rahmenbedingungen.

Vorreiter bei der Wärmewende

Die Bilanzzahlen von 2025, dem 200. Jubiläumsjahr des kommunalen Versorgungsunternehmens aus Hannover, erläuterte Marc Hansmann, Vorstand für Finanzen und Infrastruktur. Im Einzelnen ging er dabei auf die Investitionen ein. So wurden im vergangenen Jahr rund 200 Millionen Euro in Windkraft- und Photovoltaik-Ausbau gesteckt, 200 Millionen Euro in die Wärmewende und 150 Millionen in den Netzausbau. Da gehe es schließlich mittlerweile nicht nur um Leitungen, sondern auch um Digitalisierungsmaßnahmen. In den kommenden Jahren werde man in diesem Bereich noch mehr Geld in die Hand nehmen, kündigte Hansmann an. 

Besonders hob der Finanzvorstand die Erfolge bei der Wärmewende hervor. Während das Unternehmen bei der Stromerzeugung aus Wind und Sonne mit 60 Prozent etwa im Bundesdurchschnitt liege, habe man den Anteil bei der Wärme von 27 auf fast 32 Prozent steigern können. „Damit sind wir Vorreiter der Wärmewende in Deutschland“, freute sich Hansmann. Dabei sei der Kohleausstieg noch gar nicht abgeschlossen. Ein erster Schritt erfolgte durch die Abschaltung von Block 1 des Kohlekraftwerks. Er wird seit Ende Februar durch ein Biomasseheizkraftwerk ersetzt, in das Enercity 195 Millionen Euro investiert hat. Block 2 soll 2028 stillgelegt werden. Beim Fernwärmeausbau kamen 2025 zehn Kilometer neue Trassen dazu.

Nachhaltige Finanzierung 

Um eine stabile finanzielle Grundlage für die großen Investitionen zu haben ist das Eigenkapital des Gesamtkonzerns gegenüber dem Vorjahr um 57 Millionen Euro auf 1,26 Milliarden Euro gesteigert worden, ein Zuwachs von rund fünf Prozent. „Damit haben wir unser Eigenkapital in den vergangenen fünf Jahren mehr als verdreifacht. Zusätzlich konnten wir 2025 gemeinsam mit der Landeshauptstadt Hannover einen Konzernkredit vereinbaren – als eines der ersten kommunalen Energieunternehmen in Deutschland”, erklärte Finanzvorstand Hansmann. Der innovative Konzernkredit sei ein wichtiger Baustein für eine nachhaltige Finanzierung.

Auch hier kommt wieder die Wärmewende ins Spiel: Durch den Kredit sollen vor allem auch die hohen Investitionen in die Wärmewende von 1,5 Milliarden Euro bis 2040 und in das Stromnetz von 2 Milliarden Euro bis 2035 ermöglicht werden.
 
Marc Hansmann, Aurelie Alemany und Eefje Pompen (v.l.)
Quelle: enercity


Kennzahlen Enercity
 20252024Abweichung
Umsatzerlöse6,22 Mrd. Euro7,36 Mrd. Euro-15,5 %
Ebitda478 Mio. Euro589 Mio. Euro-18,9 %
Ebit219 Mio. Euro389 Mio. Euro-43,6 %
Investitionen653 Mio. Euro625 Mio. Euro4,4 %
Mitarbeiter3.9833.6898,0 %
Quelle: Enercity

Die Zahl der Beschäftigten stieg 2025 konzernweit auf knapp 4.000. „Wir sehen eine hohe Dynamik im Arbeitsalltag, sich schnell ändernde Rahmenbedingungen und neue Anforderungen an die Unternehmenskultur. Digitalisierung und der zunehmende Einsatz künstlicher Intelligenz versetzen uns in die Lage, Prozesse effizienter auszurichten und flexibler auf neue Anforderungen zu reagieren“, erklärte Eefje Pompen, Personalvorständin von Enercity. Durch gezielte Qualifizierung, lebenslanges Lernen und moderne Formen der Zusammenarbeit will sie Enercity „zukunftsfähig aufstellen“. 
 

Freitag, 10.04.2026, 11:34 Uhr
Günter Drewnitzky
Energie & Management > Bilanz - Enercity will bei Erneuerbaren Kurs halten
Quelle: Fotolia / Eisenhans
Bilanz
Enercity will bei Erneuerbaren Kurs halten
Bei einem Pressegespräch von Enercity wurde deutlich: Das Unternehmen hält am Transformationskurs hin zu erneuerbaren Energien fest. Besonders stolz ist man auf einen Sektor.
Enercity hat im zurückliegenden Geschäftsjahr einen Umsatz von 6,22 Milliarden Euro (2024: 7,35 Milliarden Euro) erzielt. Das Ebitda beläuft sich auf rund 478 Millionen Euro (2024: 588,7 Millionen Euro). Nach zwei Jahren mit Sondereffekten liegen die Ergebnisse damit unter dem Niveau der beiden Vorjahre. Das sei, wie CEO Aurélie Alemany betonte, zum einen so erwartet worden, zum anderen in diesem geopolitisch schwierigen Umfeld mit extremen, volatilen Marktbedingungen auch wenig verwunderlich gewesen. Hinzu komme ein sehr schwaches Windjahr, was zu geringeren Einnahmen bei der Erzeugung führte. 

Der Blick auf die langfristige Entwicklung, so Alemany, zeige ein solides Ergebnis und unterstreiche die Fähigkeit des Unternehmens, die Energie- und Wärmewende verlässlich voranzubringen. „Wir bleiben klar auf Kurs und setzen weiter auf die Erneuerbaren. Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit sind kein Widerspruch.“

Anja Ritschel, die Wirtschafts- und Umweltdezernentin der Stadt Hannover, hob ebenfalls die Bedeutung der erneuerbaren Energien hervor. Die aktuellen Krisen würden zeigen, dass sie die richtige Antwort seien und zu mehr Versorgungssicherheit und Resilienz führen. Bei diesem Thema herrsche auch Einigkeit im Aufsichtsrat des Energieunternehmens.

Als vollintegriertes Unternehmen können man Flexibilitäten und Systemintelligenz gezielt einsetzen und Effizienz, Stabilität und Versorgungssicherheit verbinden, erklärte Alemany. Das stärke die Resilienz des Wirtschaftsstandorts Deutschland. Für das Jahr 2026 erwartet die CEO weiterhin schwierige politische Rahmenbedingungen.

Vorreiter bei der Wärmewende

Die Bilanzzahlen von 2025, dem 200. Jubiläumsjahr des kommunalen Versorgungsunternehmens aus Hannover, erläuterte Marc Hansmann, Vorstand für Finanzen und Infrastruktur. Im Einzelnen ging er dabei auf die Investitionen ein. So wurden im vergangenen Jahr rund 200 Millionen Euro in Windkraft- und Photovoltaik-Ausbau gesteckt, 200 Millionen Euro in die Wärmewende und 150 Millionen in den Netzausbau. Da gehe es schließlich mittlerweile nicht nur um Leitungen, sondern auch um Digitalisierungsmaßnahmen. In den kommenden Jahren werde man in diesem Bereich noch mehr Geld in die Hand nehmen, kündigte Hansmann an. 

Besonders hob der Finanzvorstand die Erfolge bei der Wärmewende hervor. Während das Unternehmen bei der Stromerzeugung aus Wind und Sonne mit 60 Prozent etwa im Bundesdurchschnitt liege, habe man den Anteil bei der Wärme von 27 auf fast 32 Prozent steigern können. „Damit sind wir Vorreiter der Wärmewende in Deutschland“, freute sich Hansmann. Dabei sei der Kohleausstieg noch gar nicht abgeschlossen. Ein erster Schritt erfolgte durch die Abschaltung von Block 1 des Kohlekraftwerks. Er wird seit Ende Februar durch ein Biomasseheizkraftwerk ersetzt, in das Enercity 195 Millionen Euro investiert hat. Block 2 soll 2028 stillgelegt werden. Beim Fernwärmeausbau kamen 2025 zehn Kilometer neue Trassen dazu.

Nachhaltige Finanzierung 

Um eine stabile finanzielle Grundlage für die großen Investitionen zu haben ist das Eigenkapital des Gesamtkonzerns gegenüber dem Vorjahr um 57 Millionen Euro auf 1,26 Milliarden Euro gesteigert worden, ein Zuwachs von rund fünf Prozent. „Damit haben wir unser Eigenkapital in den vergangenen fünf Jahren mehr als verdreifacht. Zusätzlich konnten wir 2025 gemeinsam mit der Landeshauptstadt Hannover einen Konzernkredit vereinbaren – als eines der ersten kommunalen Energieunternehmen in Deutschland”, erklärte Finanzvorstand Hansmann. Der innovative Konzernkredit sei ein wichtiger Baustein für eine nachhaltige Finanzierung.

Auch hier kommt wieder die Wärmewende ins Spiel: Durch den Kredit sollen vor allem auch die hohen Investitionen in die Wärmewende von 1,5 Milliarden Euro bis 2040 und in das Stromnetz von 2 Milliarden Euro bis 2035 ermöglicht werden.
 
Marc Hansmann, Aurelie Alemany und Eefje Pompen (v.l.)
Quelle: enercity


Kennzahlen Enercity
 20252024Abweichung
Umsatzerlöse6,22 Mrd. Euro7,36 Mrd. Euro-15,5 %
Ebitda478 Mio. Euro589 Mio. Euro-18,9 %
Ebit219 Mio. Euro389 Mio. Euro-43,6 %
Investitionen653 Mio. Euro625 Mio. Euro4,4 %
Mitarbeiter3.9833.6898,0 %
Quelle: Enercity

Die Zahl der Beschäftigten stieg 2025 konzernweit auf knapp 4.000. „Wir sehen eine hohe Dynamik im Arbeitsalltag, sich schnell ändernde Rahmenbedingungen und neue Anforderungen an die Unternehmenskultur. Digitalisierung und der zunehmende Einsatz künstlicher Intelligenz versetzen uns in die Lage, Prozesse effizienter auszurichten und flexibler auf neue Anforderungen zu reagieren“, erklärte Eefje Pompen, Personalvorständin von Enercity. Durch gezielte Qualifizierung, lebenslanges Lernen und moderne Formen der Zusammenarbeit will sie Enercity „zukunftsfähig aufstellen“. 
 

Freitag, 10.04.2026, 11:34 Uhr
Günter Drewnitzky

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