Deutz hat Notstromanlagenbauer Frerk übernommen. Quelle: Deutz AG
Deutz hat die Frerk Aggregatebau GmbH übernommen. Damit will der Kölner Konzern das Geschäft mit Notstromanlagen bei Rechenzentren und kritischer Infrastruktur stärken.
Die Deutz AG verstärkt sich im Bereich der dezentralen Energieversorgung. Der Kölner Motorenhersteller und Energielösungsanbieter hat den Kauf von 100 Prozent der Anteile an der Frerk Aggregatebau GmbH abgeschlossen. Mit der Übernahme will sich Deutz Zugang zum wachsenden Markt für Notstromanlagen bei Rechenzentren und kritischer Infrastruktur verschaffen, teilte der Konzern am 4. Februar mit.
Frerk hat seinen Hauptsitz im niedersächsischen Schweringen und beschäftigt derzeit 216 Mitarbeitende. Das Unternehmen mit sieben Standorten in Deutschland ist auf Diesel- und Gas-Notstromanlagen spezialisiert, insbesondere im Segment der Rechenzentren. Das Unternehmen liefert dabei nach eigenen Angaben nicht nur Stromgeneratoren, sondern schlüsselfertige Anlagen, die im Falle eines Ausfalls ohne Unterbrechung die Stromversorgung aufrechterhalten und damit die hohen Anforderungen erfüllen, die Betreiber von Rechenzentren, Krankenhäusern und anderer kritischen Infrastrukturen an Notstromsysteme stellen.
Zusätzlich will sich Deutz damit breiter aufstellen und so unabhängiger vom „zyklischen Geschäft mit Verbrennungsmotoren“ werden, teilte Deutz weiter mit. Zuvor hatte der Kölner Konzern im Jahr 2024 den US-Stromgeneratoren-Hersteller Blue Star Power Systems (wir berichteten).
Durch den Erwerb von Frerk erwartet Deutz einen zusätzlichen Umsatz von rund 100 Millionen Euro. Darauf aufbauend soll der Umsatz des Energy-Geschäfts bis 2030 durch „organisches und anorganisches Wachstum auf rund 500 Millionen Euro anwachsen“, so die Konzernprognose.
Deutz stellt sich mit Zukäufen breiter auf
Außerdem hatte Deutz im Juni 2025 den Abgasnachbehandlungsspezialisten HJS Emission Technology sowie das niederländische Unternehmen Urban Mobility Systems übernommen. Dieses ist spezialisiert auf batterieelektrische Antriebe für Off-Highway-Anwendungen.
Deutz hatte bereits Anfang vergangenen Jahres angekündigt, sich künftig mit einem breiteren Portfolio aufstellen zu wollen, um „resilienter“ zu werden. Dies umfasst bei den Kölnern einen stärkeren Fokus darauf, auch Systemdienstleistungen anzubieten, sowie Kosteneinsparungen im Konzern.
Deutz rechnet mit einem Umsatz im Geschäftsjahr 2025 zwischen 2,1 und 2,3 Milliarden Euro und einer bereinigten Ebit-Rendite zwischen fünf und sechs Prozent.
Mittwoch, 4.02.2026, 13:40 Uhr
Heidi Roider
© 2026 Energie & Management GmbH