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Energie & Management > E-World - Branche fordert Kraftwerksstrategie mit KWK
Barbara Minderjahn (B.KWK), Ralf Köpke (LEE NRW), Frank Grewe (2G Energy) und Christian Vossler (LEE NRW). Quelle: Katia Meyer-Tien
E-World

Branche fordert Kraftwerksstrategie mit KWK

Die Kraftwerksstrategie - beziehungweise das Warten auf deren Ausschreibungsdesign - beschäftigt auf der E-world 2026 auch die KWK-Branche. 
Barbara Minderjahn, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands Kraft-Wärme-Kopplung (B.KWK), hat große Erwartungen an die ausstehende Ausschreibung der in der Kraftwerksstrategie vorgesehenen Gaskraftwerke. „Die Zielsetzung muss sein, dass wir nicht Energieverschwendung, sondern eine effiziente Energienutzung betreiben“, sagte sie beim gemeinsamen Pressegespräch von B.KWK und dem LEE NRW auf der E-world. „Ein entscheidender Faktor dafür ist, dass die Ausschreibungen auch die kleineren Kraftwerksklassen zulassen.“

Mit kleineren Kraftwerksklassen sind in diesem Fall KWK-Anlagen gemeint. „Alles andere macht energiepolitisch für die Zukunft keinen Sinn“. KWK produziere nicht nur Strom, sondern auch Wärme, die in anderen Kraftwerken nicht genutzt wird. Selbst wenn man für den Bau der Anlagen die gleichen Größen wie für Gaskraftwerke ansetzen würde, hätte man also einen Effizienzgewinn. Der Vorteil der KWK sei aber, dass sie dezentral aufgestellt werden und auch kleinere Knotenpunkte im Netz adressieren und versorgen kann. Und zwar im Zusammenspiel mit den Erneuerbaren, immer dann, wenn die Erneuerbaren nicht liefern können. 

Wie vorteilhaft sich diese Dezentralität auf die Resilienz auswirke, sei derzeit in der Ukraine zu beobachten, wo sich KWK schnell überall dort einsetzen lasse, wo Strom und Wärme fehlten. Ebenso gut sei KWK aber auch auf der grünen Wiese zur Versorgung eines Rechenzentrums ohne Stromanschluss einsetzbar: „Klein, mittel, groß: KWK liefert, was gerade gebraucht wird“. 

Keine neuen Abhängigkeiten schaffen


Darüber hinaus lassen sich KWK-Anlagen an die individuellen Bedürfnisse anpassen. „Wir haben mehr Ingenieure im kundenindividuellen Einsatz als in der Entwicklung“, sagte Frank Grewe, Vorstandsmitglied der 2G Energy AG. Auch seien die Anlagen seiner Firma nicht nur H2-ready, sondern sogar schon in mehreren Fällen im Einsatz mit Wasserstoff. Und auch im Hinblick auf die Netzentwicklung könne die Einbeziehung von KWK-Anlagen in die Planungen Teil der Lösung sein: „Weil wir den Netzausbau bis in die unterste Ebene nicht in der Intensität brauchen, wenn wir lokal Kraftwerkskapazitäten aufbauen“, sagte der für Forschung und Entwicklung verantwortliche Vorstand des BHKW-Herstellers.

„Man kann die Energieversorgung nachhaltig gestalten, aber dafür muss man das System zusammendenken und Synergien nutzen“, referierte Christian Vossler, Geschäftsführer des LEE NRW. Es gebe bessere Alternativen, als neue Gasturbinen zu bauen: „Sonst wird nur der Weg in eine neue fossile Abhängigkeit geschaffen. Und je mehr wir wieder in diese Richtung gehen, desto schwieriger wird es, rechts und links von diesem Weg zu schauen, welche Rolle beispielsweise KWK oder Stromspeicher spielen können.“

Mittwoch, 11.02.2026, 11:24 Uhr
Katia Meyer-Tien
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Barbara Minderjahn (B.KWK), Ralf Köpke (LEE NRW), Frank Grewe (2G Energy) und Christian Vossler (LEE NRW). Quelle: Katia Meyer-Tien
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Branche fordert Kraftwerksstrategie mit KWK
Die Kraftwerksstrategie - beziehungweise das Warten auf deren Ausschreibungsdesign - beschäftigt auf der E-world 2026 auch die KWK-Branche. 
Barbara Minderjahn, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands Kraft-Wärme-Kopplung (B.KWK), hat große Erwartungen an die ausstehende Ausschreibung der in der Kraftwerksstrategie vorgesehenen Gaskraftwerke. „Die Zielsetzung muss sein, dass wir nicht Energieverschwendung, sondern eine effiziente Energienutzung betreiben“, sagte sie beim gemeinsamen Pressegespräch von B.KWK und dem LEE NRW auf der E-world. „Ein entscheidender Faktor dafür ist, dass die Ausschreibungen auch die kleineren Kraftwerksklassen zulassen.“

Mit kleineren Kraftwerksklassen sind in diesem Fall KWK-Anlagen gemeint. „Alles andere macht energiepolitisch für die Zukunft keinen Sinn“. KWK produziere nicht nur Strom, sondern auch Wärme, die in anderen Kraftwerken nicht genutzt wird. Selbst wenn man für den Bau der Anlagen die gleichen Größen wie für Gaskraftwerke ansetzen würde, hätte man also einen Effizienzgewinn. Der Vorteil der KWK sei aber, dass sie dezentral aufgestellt werden und auch kleinere Knotenpunkte im Netz adressieren und versorgen kann. Und zwar im Zusammenspiel mit den Erneuerbaren, immer dann, wenn die Erneuerbaren nicht liefern können. 

Wie vorteilhaft sich diese Dezentralität auf die Resilienz auswirke, sei derzeit in der Ukraine zu beobachten, wo sich KWK schnell überall dort einsetzen lasse, wo Strom und Wärme fehlten. Ebenso gut sei KWK aber auch auf der grünen Wiese zur Versorgung eines Rechenzentrums ohne Stromanschluss einsetzbar: „Klein, mittel, groß: KWK liefert, was gerade gebraucht wird“. 

Keine neuen Abhängigkeiten schaffen


Darüber hinaus lassen sich KWK-Anlagen an die individuellen Bedürfnisse anpassen. „Wir haben mehr Ingenieure im kundenindividuellen Einsatz als in der Entwicklung“, sagte Frank Grewe, Vorstandsmitglied der 2G Energy AG. Auch seien die Anlagen seiner Firma nicht nur H2-ready, sondern sogar schon in mehreren Fällen im Einsatz mit Wasserstoff. Und auch im Hinblick auf die Netzentwicklung könne die Einbeziehung von KWK-Anlagen in die Planungen Teil der Lösung sein: „Weil wir den Netzausbau bis in die unterste Ebene nicht in der Intensität brauchen, wenn wir lokal Kraftwerkskapazitäten aufbauen“, sagte der für Forschung und Entwicklung verantwortliche Vorstand des BHKW-Herstellers.

„Man kann die Energieversorgung nachhaltig gestalten, aber dafür muss man das System zusammendenken und Synergien nutzen“, referierte Christian Vossler, Geschäftsführer des LEE NRW. Es gebe bessere Alternativen, als neue Gasturbinen zu bauen: „Sonst wird nur der Weg in eine neue fossile Abhängigkeit geschaffen. Und je mehr wir wieder in diese Richtung gehen, desto schwieriger wird es, rechts und links von diesem Weg zu schauen, welche Rolle beispielsweise KWK oder Stromspeicher spielen können.“

Mittwoch, 11.02.2026, 11:24 Uhr
Katia Meyer-Tien

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