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Energie & Management > Personalie - BP-Managerin Emma Delaney als OMV-Chefin nominiert
Emma Delaney wurde als OMV-Generaldirektorin nominiert. Quelle: BP
Personalie

BP-Managerin Emma Delaney als OMV-Chefin nominiert

Die endgültige Bestellung per 1. September gilt als Formalität. Mit der gebürtigen Irin stünde erstmals eine Frau an der Spitze eines führenden österreichischen Energiekonzerns. 
 
Emma Delaney, derzeit Executive Vice President, Customers & Products beim britischen Mineralölgiganten BP, wird aller Voraussicht nach per 1. September Generaldirektorin des österreichischen Öl-, Gas- und Chemiekonzerns OMV. Eine entsprechende Empfehlung sprach am 10. April der Präsidial- und Nominierungsausschuss der OMV aus. Laut einer Miteilung war Delaney aus einem „internationalen Suchprozess als die bestgeeignete Kandidatin hervorgegangen“. Ihre Bestellung durch das Plenum des Aufsichtsrats gilt ebenso als Formalität wie der Beschluss durch die Hauptversammlung am 27. Mai.

Ihre Ausbildung absolvierte Delaney am Trinity College Dublin und an der Ecole Superieure de Commerce de Paris (ESCP). Außer Englisch spricht sie Deutsch, Französisch und Indonesisch. 

Delaney folgt Alfred Stern, der am 20. Mai vergangenen Jahres angekündigt hatte, für eine Verlängerung seines Mandats nicht zur Verfügung zu stehen. Bestellt wird Delaney vorerst für drei Jahre. Bei „beidseitigem Einvernehmen“ besteht laut einer Mitteilung der OMV die Möglichkeit der Vertragsverlängerung um zwei Jahre.

Delaney ist irische Staatsbürgerin und hat ihre derzeitige Position seit 1. Juli 2020 inne. Für BP ist sie seit bereits seit 1995 tätig. Unter anderem verantwortete sie die Operationen des Konzerns in Westafrika und war Finanzchefin für das Upstream-Geschäft in der Region Asia Pacific. Ihr unterstehen derzeit rund 50.000 Beschäftigte in 50 Ländern in den Bereichen Kraftstoffe sowie Bio- und Flugzeugkraftstoffe, in der E-Mobilität sowie in der Produktion von Schmierstoffen für die Industrie und für Fahrzeuge. Zum Vergleich: Die OMV hat insgesamt etwa 22.000 Beschäftigte.

OMV bezieht kein Gas mehr aus Russland

Erstmals stünde mit Delaney eine Frau an der Spitze eines führenden österreichischen Energiekonzerns. Dem Vorstand der OMV gehörten jedoch bereits mehrfach Frauen an, zuletzt die für das Chemiegeschäft zuständige Rumänin Daniela Vlad, die den Konzern per 28. Februar 2025 verließ. Die seinerzeit für Marketing & Trading verantwortliche Russin Elena Skvortsova ging am 31. Oktober 2022, laut einer Aussendung der OMV einvernehmlich. Als Nachfolgerin Alfred Sterns war Gerüchten zufolge zeitweilig unter anderem Christina Verchere im Gespräch, die Chefin der OMV-Tochter OMV Petrom. 

Nicht zum Zuge kam in Hinsicht auf die Nachfolge Sterns auch der bisherige Chef des Kunststoffkonzerns Borealis, Stefan Doboczky. Er wird, wie berichtet, Finanzvorstand des Polyolefinkonzerns Borouge International, den die OMV kürzlich mit der XRG gründete, der Investmentgesellschaft der Abu Dhabi National Oil Company (Adnoc). Sie besitzt 24,9 Prozent des österreichischen Konzerns. Personell gesehen, schließt sich hier gewissermaßen eine Art Kreis: Dem Vorstand der XRG gehört als Leiter des internationalen Chemiegeschäfts Rainer Seele an, der Vorgänger Sterns als Generaldirektor der OMV. Ob er, wie verschiedentlich kolportiert, in den Aufsichtsrat der Borouge International einzieht, steht zumindest offiziell noch nicht fest. 

Seele hatte die OMV Ende August 2021 vorzeitig verlassen. Ihm wurde zur Last gelegt, die OMV zu sehr auf die Partnerschaft mit dem russischen Gaskonzern Gazprom fokussiert zu haben. Kritisiert wurde insbesondere die Verlängerung eines Take-or-Pay-Vertrags bis 2040. Diesen kündigte die OMV am 11. Dezember 2024 nach monatelangen Streitigkeiten. Seit dem Auslaufen des russisch-ukrainischen Transitvertrags per 31. Dezember 2024 bezieht die OMV kein Gas mehr aus Russland. Die bis heute nicht unumstrittene verstärkte Ausrichtung des Konzerns auf das Chemiegeschäft hatte indessen bereits Seele eingeleitet.

Freitag, 10.04.2026, 15:58 Uhr
Klaus Fischer
Energie & Management > Personalie - BP-Managerin Emma Delaney als OMV-Chefin nominiert
Emma Delaney wurde als OMV-Generaldirektorin nominiert. Quelle: BP
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BP-Managerin Emma Delaney als OMV-Chefin nominiert
Die endgültige Bestellung per 1. September gilt als Formalität. Mit der gebürtigen Irin stünde erstmals eine Frau an der Spitze eines führenden österreichischen Energiekonzerns. 
 
Emma Delaney, derzeit Executive Vice President, Customers & Products beim britischen Mineralölgiganten BP, wird aller Voraussicht nach per 1. September Generaldirektorin des österreichischen Öl-, Gas- und Chemiekonzerns OMV. Eine entsprechende Empfehlung sprach am 10. April der Präsidial- und Nominierungsausschuss der OMV aus. Laut einer Miteilung war Delaney aus einem „internationalen Suchprozess als die bestgeeignete Kandidatin hervorgegangen“. Ihre Bestellung durch das Plenum des Aufsichtsrats gilt ebenso als Formalität wie der Beschluss durch die Hauptversammlung am 27. Mai.

Ihre Ausbildung absolvierte Delaney am Trinity College Dublin und an der Ecole Superieure de Commerce de Paris (ESCP). Außer Englisch spricht sie Deutsch, Französisch und Indonesisch. 

Delaney folgt Alfred Stern, der am 20. Mai vergangenen Jahres angekündigt hatte, für eine Verlängerung seines Mandats nicht zur Verfügung zu stehen. Bestellt wird Delaney vorerst für drei Jahre. Bei „beidseitigem Einvernehmen“ besteht laut einer Mitteilung der OMV die Möglichkeit der Vertragsverlängerung um zwei Jahre.

Delaney ist irische Staatsbürgerin und hat ihre derzeitige Position seit 1. Juli 2020 inne. Für BP ist sie seit bereits seit 1995 tätig. Unter anderem verantwortete sie die Operationen des Konzerns in Westafrika und war Finanzchefin für das Upstream-Geschäft in der Region Asia Pacific. Ihr unterstehen derzeit rund 50.000 Beschäftigte in 50 Ländern in den Bereichen Kraftstoffe sowie Bio- und Flugzeugkraftstoffe, in der E-Mobilität sowie in der Produktion von Schmierstoffen für die Industrie und für Fahrzeuge. Zum Vergleich: Die OMV hat insgesamt etwa 22.000 Beschäftigte.

OMV bezieht kein Gas mehr aus Russland

Erstmals stünde mit Delaney eine Frau an der Spitze eines führenden österreichischen Energiekonzerns. Dem Vorstand der OMV gehörten jedoch bereits mehrfach Frauen an, zuletzt die für das Chemiegeschäft zuständige Rumänin Daniela Vlad, die den Konzern per 28. Februar 2025 verließ. Die seinerzeit für Marketing & Trading verantwortliche Russin Elena Skvortsova ging am 31. Oktober 2022, laut einer Aussendung der OMV einvernehmlich. Als Nachfolgerin Alfred Sterns war Gerüchten zufolge zeitweilig unter anderem Christina Verchere im Gespräch, die Chefin der OMV-Tochter OMV Petrom. 

Nicht zum Zuge kam in Hinsicht auf die Nachfolge Sterns auch der bisherige Chef des Kunststoffkonzerns Borealis, Stefan Doboczky. Er wird, wie berichtet, Finanzvorstand des Polyolefinkonzerns Borouge International, den die OMV kürzlich mit der XRG gründete, der Investmentgesellschaft der Abu Dhabi National Oil Company (Adnoc). Sie besitzt 24,9 Prozent des österreichischen Konzerns. Personell gesehen, schließt sich hier gewissermaßen eine Art Kreis: Dem Vorstand der XRG gehört als Leiter des internationalen Chemiegeschäfts Rainer Seele an, der Vorgänger Sterns als Generaldirektor der OMV. Ob er, wie verschiedentlich kolportiert, in den Aufsichtsrat der Borouge International einzieht, steht zumindest offiziell noch nicht fest. 

Seele hatte die OMV Ende August 2021 vorzeitig verlassen. Ihm wurde zur Last gelegt, die OMV zu sehr auf die Partnerschaft mit dem russischen Gaskonzern Gazprom fokussiert zu haben. Kritisiert wurde insbesondere die Verlängerung eines Take-or-Pay-Vertrags bis 2040. Diesen kündigte die OMV am 11. Dezember 2024 nach monatelangen Streitigkeiten. Seit dem Auslaufen des russisch-ukrainischen Transitvertrags per 31. Dezember 2024 bezieht die OMV kein Gas mehr aus Russland. Die bis heute nicht unumstrittene verstärkte Ausrichtung des Konzerns auf das Chemiegeschäft hatte indessen bereits Seele eingeleitet.

Freitag, 10.04.2026, 15:58 Uhr
Klaus Fischer

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