Quelle: Jonas Rosenberger
Die Stadt Aalen übernimmt für die Stadtwerke zwei Ausfallbürgschaften in Höhe von jeweils bis zu 5,6 Millionen Euro.
Frisches Geld für die Stadtwerke Aalen: Der ostwürttembergische Kommunalversorger will zwei Darlehen aufnehmen. „Entsprechend der Sanierungsvereinbarung ist vorgesehen, bis zum 31. Dezember 2026 zwei Darlehen in Höhe von jeweils 7 Millionen Euro bei der Kreissparkasse Ostalb (KSK) und bei der Deutschen Kreditbank AG (DKB) aufzunehmen“, heißt es in einem Papier des Gemeinderats von Ende April. Das städtische Gremium hat dazu nun der Übernahme von zwei Ausfallbürgschaften in Höhe von jeweils maximal 5,6 Millionen Euro für Teilbeträge der Investitionsdarlehen zugestimmt.
Die Bürgschaften sind Teil „einer Sanierungsvereinbarung zwischen der Stadtwerke Aalen GmbH, der Stadt Aalen und den finanzierenden Kreditinstituten“. Die Rechtsaufsichtsbehörde muss die Ausfallbürgschaften noch genehmigen.
Die Darlehen sollen nach Angaben der Stadt Investitionsmaßnahmen dienen, die vom Aufsichtsrat im Rahmen des Wirtschaftsplans 2026 beschlossen worden sind. Danach sollen rund 6,64 Millionen Euro in die Stromversorgung fließen. 2,66 Millionen sind für die Wärmeversorgung vorgesehen, 0,79 Millionen für die Gasversorgung.
Die Stadtwerke Aalen blicken auf schwierige Jahre zurück. Für 2024 steht ein Konzernjahresfehlbetrag von 16,9 Millionen Euro zu Buche. Das Jahr davor schloss der Versorger mit einem Minus 1,7 Millionen Euro ab. Als Gründe für die tiefroten Zahlen 2024 wies der Konzern vor allem auf Fehler im Energieeinkauf und höhere Materialkosten hin (wir berichteten). Noch im Dezember damals hatte die Stadt den Geschäftsführer ausgewechselt. Seither leitet Michael Schäfer das Unternehmen.
100 Millionen Euro für Stromnetz
Aalens Oberbürgermeister Frederick Brütting (SPD) wies auf einer Informationsveranstaltung der Stadtwerke Aalen und der Stadt Aalen darauf hin, dass Aalen im Vergleich zu vielen anderen Städten gut aufgestellt sei. Gemeinsam mit den Stadtwerken verfüge man über eine klare Strategie und eine wissenschaftlich fundierte Grundlage für die kommenden Jahrzehnte. Hintergrund: Für die Einschätzung der zukünftigen Entwicklung arbeiten die Stadtwerke nach eigenen Angaben mit dem Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik IEE zusammen.
Nach einer Studie es IEE benötigt das kommunale Unternehmen bis 2040 allein für den Ausbau des Stromnetzes rund 100 Millionen Euro. Geplant sind unter anderem zwei zusätzliche Umspannwerke, neue Ortsnetzstationen sowie Kabelneubauten im Mittel- und Niederspannungsbereich. Zusammen mit den vorgesehenen Investitionen in die Fernwärme rechnet man in Aalen mit einem Investitionsvolumen von 140 bis 160 Millionen Euro in den nächsten 15 Jahren.
Montag, 11.05.2026, 08:51 Uhr
Manfred Fischer
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