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Enerige & Management > Stadtwerke - VKU-Chefin Reiche fordert klare Leitplanken
Bild: Jonas Rosenberger / E&M
STADTWERKE:
VKU-Chefin Reiche fordert klare Leitplanken
Auch die kommunale Wirtschaft mahnt bei der Bundesregierung Tempo beim Klimaschutz an.
 
Viele Stadtwerke seien auf Kurs in Richtung neuer Energiewelt, sagt Katherina Reiche. Um ihn halten zu können, sei es wichtig, dass das Klimakabinett am kommenden Freitag konkrete Maßnahmen auf den Weg bringe, forderte die Hauptgeschäftsführerin des Verbandes kommunaler Unternehmen auf dem VKU-Stadtwerkekongress in Kassel. Entscheidend seien „klare Leitplanken, die sich nicht alle Vierteljahre verändern“.

Zwei für Stadtwerke zentrale Punkte betonte Reiche besonders. Die Kraft-Wärme-Kopplung als Domäne der Stadtwerke müsse erhalten werden, das KWK-Gesetz bis 2030 verlängert werden. Außerdem sei auf den Ausbau der Verteilnetze mehr Augenmerk zu legen.

KWK mache im kommunalen Kraftwerkspark einen Anteil von mehr als 40 % der Gesamterzeugungsleistung der Stadtwerke aus und bilde zusammen mit Wärmenetzen das Rückgrat der Wärmewende in den Städten.

Der Ausstieg aus der Kohleverstromung gehe nicht ohne Stadtwerke. Als Kompensation seien flexible Energieerzeuger erforderlich. Die kommunalen Versorger leisteten durch das Umsteigen von Kohle auf Gas-KWK und einen steigenden Anteil von Erneuerbaren in der kommunalen Wärmeversorgung einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele im Wärmebereich.

Für die Stilllegung von Steinkohleanlagen im Rahmen des Kohleausstiegs mahnte Reiche eine Entschädigungslösung an, wie sie auch der Kohlausstiegskompromiss vorsehe. Eine rasche Umsetzung der von der Kohlekommission erarbeiteten Vorschläge sei wichtig.

Ziel müsse ferner sein, die KWK nach und nach grün zu machen und sie in Kombination mit den Fernwärmenetzen dazu zu nutzen, Quartiere nachhaltig mit Strom und Wärme zu versorgen. Die Stadtwerke setzten aber auch weiter auf Gas, so die VKU-Chefin. Der Erhalt der Gasinfrastruktur sei deshalb ein zentrales Thema.

Verteilnetze als Drehscheibe der Energiewende

Reiche beklagte ferner, dass die Politik die Bedeutung der Verteilnetze weiter unterschätze. Sie seien eine „Drehscheibe der Energiewende“ und erfüllten im Gesamtenergiesystem eine wichtige Ausgleichsfunktion. Darüber hinaus bildeten sie eine zentrale Basis für die Elektromobilität.

Als großes Problem der Energiewende machte die zum Jahresende scheidende VKU-Geschäftsführerin den stockenden Neubau von Windenergieanlagen aus. Auch 330 Projekte im VKU-Umfeld lägen auf Eis, berichtete Reiche. Nötig sei ein umfassendes Beschleunigungs- und Akzeptanzprogramm für die Windenergie.

Naturschutz dürfe nicht mehr nur prohibitiv eingesetzt werden. Erreicht werden müsse eine Balance zwischen Artenschutz und dem Ausbau der Erneuerbaren.

Deutlich Stellung bezog Reiche auch zum Thema Steuern und Abgaben im Energiesystem. Eine Reform sei dringend erforderlich. „Mit dem jetzigen System werden wir die Ziele der Energiewende nicht erreichen.“

Bei einer aktuellen Umfrage des VKU unter 300 Energieexperten in Stadtwerken gaben mehr als 80 % der Befragten an, dass ihr Stadtwerk einen Beitrag zur Energiewende vor Ort leiste, indem es in Ladeinfrastruktur, Elektromobilität und Photovoltaik investiert. Über 60 Prozent der Befragten investieren in die Wärmewende und ungefähr die Hälfte in Windenergie.

Zum Auftakt des Kongresses hatte VKU-Präsident Michael Ebling von den politisch Verantwortlichen gefordert, für Kommunen und kommunale Unternehmen „alle Ampeln auf Grün“ zu stellen. Er hob besonders darauf ab, dass Stadtwerke auch bei der Erschließung von Regionen mit Breitband-Kommunikationsnetzen und bei der Elektromobilität viele Aufgaben übernehmen und so dazu beitragen, gleichwertige Lebensverhältnisse im Land zu schaffen.
 

Peter Focht
Redakteur
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Dienstag, 17.09.2019, 15:15 Uhr

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