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F&E:
Sechs Konzepte für Großforschungszentren in engerer Auswahl
In der Lausitz und dem Mitteldeutschen Revier entstehen in den nächsten Jahren zwei neue Großforschungszentren, die den Strukturwandel in den Braunkohlerevieren begleiten.
 
Den Braunkohlerevieren Sächsische Lausitz und Mitteldeutsches Revier sollen durch zwei neue Großforschungszentren wirtschaftliche Perspektiven eröffnet werden. Für die Festlegung der inhaltlichen Ausrichtung führen das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), der Freistaat Sachsen und das Land Sachsen-Anhalt derzeit den zweistufigen, themenoffenen Wettbewerb "Wissen schafft Perspektiven für die Region!" durch.

Am 22. Juli hat die Perspektivkommission aus den eingereichten Anträgen die sechs überzeugendsten ausgewählt und dem BMBF für die erste Förderphase empfohlen, in der die Konzepte zur Umsetzungsreife ausgearbeitet werden sollen. Die Autorinnen und Autoren der Skizzen haben sechs Monate Zeit, ihre Ideen zu entwickeln. Sie erhalten dafür bis zu 500.000 Euro.

Danach findet erneut eine Überprüfung der Konzepte statt, bevor der eigentliche Aufbau von zwei Zentren ab Sommer 2022 beginnt. In dieser dreijährigen Aufbauphase werden die rechtliche Gründung und die anschließende institutionelle Förderung vorbereitet. Die Aufbauphase kann bei Bedarf um drei Jahre verlängert werden. Aus dem Strukturstärkungsgesetz stellt der Bund bis einschließlich 2038 je 1,25 Mrd. Euro pro Zentrum bereit.

Stärkung der Wirtschaftskraft im Fokus

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) sagte: "Ich bin sehr froh, dass die Arbeiten zur Gründung der zwei Großforschungszentren von nationaler und internationaler Strahlkraft nun so rasch voranschreiten." Die Großforschungszentren seien Kernstück in der Strategie, neue Perspektiven für die vom Strukturwandel betroffenen Regionen in Ostdeutschland zu schaffen. Der in Zeiten des Klimawandels nötige Kohleausstieg für die Regionen der Beginn zu einem Neuanfang werden.

"Wir wollen Standorte schaffen, die exzellente wissenschaftliche Forschung mit wirksamem Transfer des Wissens in die Anwendung verbinden", erklärte Karliczek. Sie sollten Unternehmen anziehen und neue Unternehmensgründungen hervorbringen. Gleichzeitig würden die neuen Großforschungszentren das Forschungs- und Innovationsland Deutschland insgesamt stärken.

Der Vorsitzende der Perspektivkommission, Prof. Wolfgang A. Herrmann, der Präsident Technische Universität München, erklärte: "Als Leitkriterien berücksichtigte das Auswahlverfahren über die wissenschaftliche strukturelle Originalität hinaus auch die zu erwartenden regionalen Verstärkungseffekte beim Aufbau neuer Wertschöpfungsketten und Abstrahleffekte auf die Lebensbedingungen in der sächsischen Lausitz oder im mitteldeutschen Revier." Die nominierten Ideenskizzen ließen überzeugende Ansätze für einen Paradigmenwechsel auf den jeweiligen Gebieten erkennen.

Zu den sechs empfohlenen Skizzen:
  • Chemresilienz (Prof. Peter Seeberger, Potsdam): Um die Versorgung wichtiger Industriezweige wie Gesundheit, Verkehr, Energie, Landwirtschaft und Konsumgüter sicherzustellen, will "Chemresilienz – Forschungsfabrik im Mitteldeutschen Revier" eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft chemischer Erzeugnisse etablieren.
  • CLAI_RE (Prof. Georg Teutsch, Leipzig): Das "Centre for Climate Action and Innovation – Research and Engineering" (CLAI_RE) will Klimadaten und -wissen bündeln. Auf dieser Basis sollen funktionale digitale Zwillinge von Ökosystemen geschaffen werden und Datenräume in ganz neuen Dimensionen entstehen.
  • CMI (Prof. Jens Meiler, Leipzig): Das "Center for Medicine Innovation" (CMI) erforscht neue Technologien zur Digitalisierung und Individualisierung der Medizin. Durch die Vereinigung von Medizintechnik, Digitalisierung und Medikamentendesign soll ein Zentrum der biomedizinischen Forschung und personalisierten Medizin entstehen.
  • Deutsches Zentrum für Astrophysik (Prof. Günther Hasinger, European Space Agency Spanien): In Sachsen sollen die riesigen Datenströme künftiger Großteleskope gebündelt und verarbeitet werden. Zugleich sollen in einem Technologiezentrum unter anderem Regelungstechniken für Observatorien entwickelt werden.
  • ERIS (Prof. Carsten Drebenstedt, Freiberg): Das "European Research Institute for Space Ressources" – kurz ERIS – will wissenschaftliche und technologische Grundlagen für die Errichtung und den Betrieb von Weltraumstationen auf Mond und Mars erforschen. Auf dieser Basis will ERIS Lösungsansätze für gesellschaftlich relevante Herausforderungen auf der Erde entwickeln.
  • LAB (Prof. Manfred Curbach, Dresden): Das "Lab – Lausitz Art of Building" adressiert einen Paradigmenwechsel im Bauwesen: Neue, ressourceneffiziente und klimaneutrale Werkstoffe sowie modular geplante, hochflexible und lange nutzbare Bauwerke sollen den enormen Ressourcenverbrauch im Bauwesen mindern.
Weitere Details zur Ausschreibung der Großforschungszentren   finden sich auf der BMBF-Internetseite.
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
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Freitag, 23.07.2021, 13:15 Uhr

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