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Enerige & Management > Unternehmen - RWE erklärt Rückzug aus der Kohleverstromung
Bild: Stodtmeister/wikimedia.org
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RWE erklärt Rückzug aus der Kohleverstromung
Der Energiekonzern RWE hat angekündigt, keine Investitionen mehr in neue Kohlekraftwerke zu tätigen und stellt die Planungen für das Projekt „BoAplus“ in Niederaußem ein.
 
Seinen künftigen Fokus wolle der Konzern auf die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien legen, teilte RWE am 26. April mit. Folgerichtig wolle der Essener Energieriese künftig nicht mehr in neue Kohlekraftwerke investieren.

„Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst und treiben die Energiewende konsequent voran. Neue Kohlekraftwerke haben in unserer Zukunftsstrategie keinen Platz mehr. RWE wird nach Abschluss der Transaktion mit Eon einer der global führenden Erzeuger im Bereich erneuerbare Energien sein“, erklärte Rolf Martin Schmitz, Vorstandsvorsitzender der RWE AG.

Zwar rechnet der Konzern angesichts eines Anteils von erneuerbaren Energien am Strommix von derzeit rund 40 % auch weiterhin damit, dass die bestehenden Kohlekraftwerke noch als Backup-Kapazitäten benötigt werden, allerdings dürfte ihr Anteil am Erzeugungsportfolio immer weiter zurückgehen. Künftig wolle das Unternehmen verstärkt in erneuerbare Energien, Speichertechnologien und CO2-arme Technologien wie Gasanlagen investieren, wenn dies die Marktbedingungen erlauben. Um die Versorgung für einen Industriestandort wie Deutschland dauerhaft zu gewährleisten, seien neue Kraftwerke und Speicher notwendig, unterstrich der Energiekonzern in einem Statement. Zugleich bekannte sich RWE zu den europäischen und nationalen Klimaschutzzielen. In den letzten sechs Jahren habe das Unternehmen seine CO2-Emissionen bereits um rund 60 Mio. t reduziert. Das entspreche einer Minderung von 34 % seit 2012.

Zugleich bestätigte RWE, dass die Planungen für das Vorhaben „BoAplus“ eingestellt wurden. Am Kraftwerksstandort Niederaußem (NRW) sollte mit Block L ein neues Braunkohlekraftwerk mit optimierter Anlagentechnik (BoA) und einer geplanten Leistung von 1 100 MW errichtet werden, das vier bestehende Kraftwerksblöcke mit insgesamt 1 200 MW Leistung aufgrund höherer Wirkungsgrade ersetzen sollte. Die seit 2012 von RWE Power vorangetriebenen Planungen waren von Anwohnern aufgrund von Verstößen gegen den Landesentwicklungsplan immer wieder juristisch angefochten worden. Letztlich dürften aber nicht die Klimaschutz-Ambitionen von RWE den Ausschlag für das Aus des Projektes gegeben haben. Die Realisierung des Erweiterungsbaus stand beim größten europäischen CO2-Emittenten von Beginn an unter dem Vorbehalt der Wirtschaftlichkeit. Und die ist für neue Kohlekraftwerke schon seit einigen Jahren nicht mehr gegeben. Seit 2013 hatte RWE das Projekt in seinen Geschäftsberichten bereits nicht mehr erwähnt.
 

Kai Eckert
Redakteur
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Freitag, 26.04.2019, 15:02 Uhr

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