• Zusammenfassung der deutschen Tagesmeldungen vom 18. Oktober
  • Strom: Insgesamt wenig Bewegung im Markt
  • Gas: Entspannte Versorgungslage
  • Milliardensumme für Giga-Fabrik in Thüringen
  • Dekra darf Gashochdruckleitungen prüfen
  • Zwiespältige Klimasignale vom EU-Gipfel
  • Siemens und VDL testen flexibles Laden für Elektrobusse
  • LEW schließt Turbinenaustausch ab
  • Bayern und Niedersachsen vereinbaren Zusammenarbeit
  • Eon begibt Anleihe mit Null-Prozent-Kupon
Enerige & Management > Kohle - Kraftwerkschef will Entschädigung für Abschaltung von Lünen
Bild: jzehnder / Fotolia
KOHLE:
Kraftwerkschef will Entschädigung für Abschaltung von Lünen
Eine angemessene Entschädigungsregelung für Steinkohlekraftwerke, die vorzeitig vom Netz gehen sollen, verlangt Stefan Paul, Geschäftsführer der Trianel Kohlekraftwerk Lünen GmbH.
 
In einem Rückblick auf das Produktionsjahr 2018 sprach Paul von einer hohen Auslastung. Vor allem im windarmen zweiten Halbjahr sei das Trianel-Kraftwerk in Lünen (Nordrhein-Westfalen) fast durchgängig gelaufen. „Dies zeigt die wichtige Rolle hocheffizienter, konventioneller Stromerzeugung als Brücken- und Back-up-Technologie in Phasen niedriger Einspeisung aus erneuerbaren Energien“, erklärte er.

4,39 Mrd. kWh wurden 2018 produziert und zusätzlich 56 Mio. kWh Fernwärme ausgekoppelt. 6 633 Betriebsstunden von Januar bis Dezember entsprechen einer Auslastung von 77 %, unter Berücksichtigung der vierwöchigen Revisionszeit sind es sogar 88 %.

Milde Temperaturen und viel Wind ließen die Zahlen für 2019 allerdings wieder zurückgehen. Für das gesamte Jahr rechnet der Kraftwerkschef jedoch mit normalen Zahlen auf dem Niveau der Vorjahre.

Zum Ausstieg aus der Kohleverstromung nannte Paul den gefundenen Kompromiss einen wichtigen Schritt für mehr Planungssicherheit in der Energiewirtschaft. Man gehe davon aus, dass die effizientesten Kraftwerke – Lünen ist erst seit Ende 2013 in Betrieb – im Sinne des Klimaschutzes als letztes vom Netz genommen werden. Aber auch zum letzten Abschalttermin 2038 werde die Anlage mit 25 Jahren noch nicht ihre Lebensdauer erreicht haben. In diesem Fall seien angepasste Entschädigungsregeln erforderlich. Die müssten das Alter der Kraftwerke ebenso berücksichtigen wie die entgangenen Gewinne.

Wichtig nannte Paul auch die Strukturförderung für die Kraftwerksstandorte im Ruhrgebiet. Dabei verwies er darauf, dass allein durch das Kraftwerk Lünen pro Jahr Aufträge in Höhe von 9 bis 11 Mio. Euro an Zulieferer und Dienstleister erteilt werden. Rund ein Drittel der Summe verbleibe in der Region, was seit Inbetriebnahme zu 300 bis 400 dauerhaften Arbeitsplätzen geführt habe.

Das Trianel-Kohlekraftwerk mit einer Leistung von 750 MW liegt am Stummhafen in Lünen. Der Bau hat 1,4 Mrd. Euro gekostet. Es ist das erste Steinkohlekraftwerk an dem ausschließlich Stadtwerke und kommunale Energieversorger beteiligt sind. Durch den hohen Wirkungsgrad von 45,95 % und Filteranlagen auf dem neuesten Stand der Technik habe das Kraftwerk wesentlich geringere Emissionen als veraltete Kraftwerke, wie sie in Deutschland teilweise noch in Betrieb sind, so die Betreiber.
 

Günter Drewnitzky
© 2019 Energie & Management GmbH
Dienstag, 26.03.2019, 14:59 Uhr

Mehr zum Thema