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Enerige & Management > Strom - Weniger Strom aus erneuerbaren Quellen im 1. Quartal 2021
Bild: Lehrer / Shutterstock
STROM:
Weniger Strom aus erneuerbaren Quellen im 1. Quartal 2021
Laut Daten des ISE sank die Nettostromerzeugung aus Wind und Sonne im ersten Quartal 2021, Kohle und Gas legten im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres dagegen deutlich zu.
 
Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE führt den Rückgang der Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen vor allem auf die ungünstige Witterung mit wenig Wind und Sonne zurück. Laut der Datenplattform Energy-Charts ging die Stromgewinnung aus erneuerbaren Energien von 75,8 Mrd. kWh auf 57 Mrd. kWh zurück. Die Windkraft blieb mit 25,6 % Anteil die wichtigste Energiequelle im Strommix.

Strom aus Gas stieg um 46 %

Die stärksten relativen Rückgänge erfuhren Windkraft (-32,8 %) und Wasserkraft (-23,9 %), die Solarstromerzeugung ging um 6,1 % zurück im Vergleich zum ersten Quartal 2020. Zum Ausgleich stieg die Stromerzeugung aus Gas um 46,2 % im Vergleich zum Vorjahresquartal, Braunkohle legte um 33,4 %, Steinkohle um 21 % zu. Die Stromerzeugung aus Kernkraft (+ 2,5 %) und Biomasse (-3,1 %) erfuhr dagegen nur geringfügige Veränderungen.

Der Anteil der erneuerbaren Energien lag bei 42,7 % (Q1 2020: 55,6 %), der Anteil der nicht-erneuerbaren Energien bei 57,3 % (Q1 2020: 44,4 %). Damit hat sich das Verhältnis im Jahresvergleich umgekehrt.

Weniger Windkraftstrom

„Der Rückgang der Stromerzeugung aus Windkraft war witterungsbedingt“, erläuterte Bruno Burger, Leiter der Energy-Charts. Die relativen Volllaststunden der Windkraft an Land lagen etwa 4 % unter dem langjährigen Mittel. „Da die Erzeugung im ersten Quartal 2020 aber 9 % über dem langjährigen Mittel lag, fiel der Rückgang gegenüber dem Vorjahr so stark aus“, sagte Burger.

Bedingt durch die geringeren Exporte ging die Stromerzeugung insgesamt von 136,4 Mrd. kWh auf 133,7 Mrd. kWh leicht zurück. Dabei falle laut ISE bereits der coronabedingte Rückgang im ersten Quartal 2020 ins Gewicht. Denn in den ersten drei Monaten von 2019 hatte die Stromerzeugung noch bei 145,9 Mrd. kWh gelegen.

Der Stromexport ging von 10,9 Mrd. kWh im ersten Quartal 2020 auf 7,4 Mrd. kWh zurück, wobei der Großteil der physikalischen Exporte in die Schweiz, nach Österreich und Polen floss. Die Last lag mit 127,4 Mrd. kWh auf dem Niveau des Vorjahres. Importe kamen vor allem aus Dänemark und den Niederlanden.

Steigende Preise an den Börsen

Der Börsenstrompreis für den nächsten Tag (Day Ahead) an der Börse Epex Spot stieg stark von 26,06 Euro/MWh auf 49,18 Euro/MWh. Das sei laut ISE der höchste Börsenstrompreis in einem ersten Quartal seit 2011. Gleichzeitig stiegen die Preise für CO2-Zertifikate auf ein neues Hoch von 36,05 Euro pro Tonne. Durch die hohe Differenz zwischen Börsenstrompreis und Zertifikatspreis war die Wirtschaftlichkeit von Kohlekraftwerken trotz der gestiegenen Zertifikatspreise noch gegeben.

Da bei der Stromerzeugung aus Erdgas nur etwa 0,4 Tonnen CO₂ pro erzeugter MWh emittiert werden, verbesserte sich die Wirtschaftlichkeit von Gaskraftwerken. Auch der Preis für Erdgas stieg an den Großhandelsmärkten stark von 10,12 Euro/MWh auf 18,33 Euro/MWh.

Die Differenz zwischen Bruttostromerzeugung und Eigenverbrauch der Kraftwerke ist die Nettostromerzeugung, die in das Netz eingespeist wird. Die industrielle Stromerzeugung für den Eigenverbrauch ist bei dieser Darstellung nicht berücksichtigt.

 
Nettostromerzeugung in Deutschland im ersten Quartal 2021
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Bild: Fraunhofer ISE

 
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
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Donnerstag, 08.04.2021, 11:47 Uhr

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