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Enerige & Management > Frankreich - Fessenheim-Schließung spätestens 2022
Bild: Wikipedia / Florival fr
FRANKREICH:
Fessenheim-Schließung spätestens 2022
Die französische Regierung denkt darüber nach, die Stilllegung des Altmeilers Fessenheim von der Inbetriebnahme des EPR in Flamanville zu entkoppeln. Denn die könnte noch länger dauern.
 
Wann geht der Europäische Druckwasserreaktor (EPR) in Flamanville am Ärmelkanal als erste Anlage der neuen Generation französischer Kernkraftwerke ans Netz? Statt, wie avisiert, zunächst 2018, dann 2019 nun vielleicht erst 2021?

Durch ständige Verzögerungen wegen Problemen beim Bau wird auch die Stilllegung des nahe der deutschen Grenze gelegenen Kernkraftwerks Fessenheim immer weiter aufgeschoben – trotz mannigfacher Forderungen, auch aus Deutschland, dieses älteste französische Kernkraftwerk abzuschalten. Denn bisher hat der Betreiber EDF, an dem der französische Staat 80 % der Anteile hält, die Stilllegung Fessenheims daran gekoppelt, dass der EPR in Betrieb genommen wird.

Nun hat der zuständige neue französische Umweltminister Francois de Rugy angekündigt, Fessenheim werde bis spätestens 2022 vom Netz gehen. „Das Kraftwerk wird in dieser Amtszeit (von Präsident Emmanuel Macron; d. Red.) geschlossen, bis 2022“, sagte de Rugy nach Angaben der Deutschen Presseagentur am 4. Oktober im Sender France-Info. Grundsätzlich werde aber an der Absicht, Fessenheim 2019 vom Netz zu nehmen, festgehalten.

„Ich kann Ihnen aber kein genaues Datum nennen“, so der Minister, der
dazu auf die Verzögerungen beim Bau in Flamanville verwies. Nach den Worten de Rugys gibt es nun Überlegungen, die Schließung von Fessenheim und die Inbetriebnahme des EPR zu entkoppeln. Grund sei die Tatsache, dass EDF der staatlichen Atomaufsicht ASN noch kein Datum für die Inbetriebnahme des EPR nennen könne.

Der geplante Termin hatte sich weiter verschoben, weil ein Teil der Schweißnähte im Reaktordruckbehälter nicht den Anforderungen entsprechen und die Atomaufsichtsbehörde von EDF Nachbesserungen verlangte. Zuletzt war der Versorger davon ausgegangen, dass der EPR Ende 2019 in Betrieb gehen könnte.

Zusätzlich hat die ASN weitere Überprüfungen und Reparaturen von Schweißnähten, auch außerhalb des Sekundärkreislaufs sowie ein konsequentes Testprogramm gefordert. Die Behörde wirft EDF insgesamt mangelnde Kontrollen seiner Zulieferer und Missmanagement bei der Bauaufsicht vor.

Die Aussagen des Ministers de Rugy lassen sich daher so interpretieren, dass offenbar auch die französische Regierung weitere Verzögerungen der Inbetriebnahme des EPR über Ende 2019 hinaus nicht ausschließen kann. EDF dürfte über eine Entkoppelung nicht begeistert sein.
 

Angelika Nikionok-Ehrlich
Redakteurin
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Donnerstag, 04.10.2018, 13:52 Uhr

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