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Enerige & Management > Gaskraftwerke - Nächstes Leag-Gaskraftwerk für den Dornröschenschlaf im Bau
Quelle: Fotolia.com, Ralf Urner
GASKRAFTWERKE:
Nächstes Leag-Gaskraftwerk für den Dornröschenschlaf im Bau
Vom Osten Brandenburgs an den Westrand Bayerns: Ein weitgereister Findling steht stellvertretend für die länderübergreifende Kooperation beim nun entstehenden Gaskraftwerk in Leipheim.
 
Die Energiewende benötigt für den Systemwechsel auf Erneuerbare im Hintergrund Sicherheitspuffer. Für Netzstabilität sind im Notfall Gaskraftwerke vorgesehen. Im bayrischen Leipheim hat die Lausitz Energie Kraftwerke AG (Leag) nach dem Zuschlag durch den Übertragungsnetzbetreiber Amprion jetzt mit dem Bau für ein solches Kraftwerk begonnen.

Im August 2023 soll das Gaskraftwerk Leipheim (GKL) in Betrieb gehen. Beim symbolischen Spatenstich am 29. September betonten Spitzen aus Politik und Unternehmen in der Donau-Kommune die Bedeutung des Projekts. Das GKL sei „für das Gelingen der Energiewende dringend erforderlich“, sagte Hubertus Altmann, Leag-Vorstand Kraftwerke.

"Stabiler Kapitalfluss" auch für den Umbau des Lausitzer Kohlereviers

Für die Leag ist es nach zwei ähnlichen Anlagen im brandenburgischen Trebbin und in Ahrensfelde vor den Toren Berlins bereits das dritte Kraftwerk, das gemäß Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) für den Dornröschenschlaf vorgesehen ist. Wachgeküsst wird es nur dann, wenn Amprion den Bedarf erkennt und die Leistung der Anlage für ein stabiles Stromnetz aufruft. „Besonderes netztechnisches Betriebsmittel“ (bnBm) lautet die nüchterne Beschreibung des EnWG für solche Reservekraftwerke.
 
Spatenstich für das Gaskraftwerk Leipheim: (v.l.n.r.) Ulrike Wolf (Wirtschaftsministerium Bayern), Thomas Hörtinger (Leag), Bürgermeister Christian Konrad, Bauleiter Rolf Schäfer, Landrat Hans Reichhart und Thomas Schneider (Siemens).
Quelle: Leag

Der Süden Deutschlands drängt sich als Standort für die Ersatzkraftwerke auf, weil nach dem Stilllegen der letzten Kernkraftwerke die dezentrale Energieerzeugung dort vor besonderen Herausforderungen steht. Das GKL soll zunächst zehn Jahre lang für den Bedarfsfall bereitstehen, die Kapazität kommt für den Strommarkt nicht infrage.

Die große Entfernung zum Stammsitz in Cottbus war Leag-Manager Hubertus Altmann einen besonderen Hinweis wert. Die Investition im schwäbischen Landkreis Günzburg „dient auch der Lausitz, denn mit ihr sichern wir stabile Kapitalflüsse für die Wiedernutzbarmachung von Bergbaufolgelandschaften“. Als verbindendes Element transportierte die Leag einen großen Findling von der Lausitz zur Baustelle, er soll dauerhaft in Leipheim bleiben.

Die Leag arbeitet selbst auch an der konzerninternen Energiewende, bestreitet einen Großteil des Geschäfts nach wie vor mit der Verstromung von Braunkohle und entwickelt zusätzlich nachhaltige Projekte. Am Kohlekraftwerk Schwarze Pumpe zum Beispiel testet die Leag einen großen Batteriespeicher. Das Leipheimer Gaskraftwerk wird nach Auskunft von GKL-Geschäftsführer Sebastian Lindner in das Leitsystem des Werks Schwarze Pumpe eingebunden und von dort aus mit überwacht.

Der Weg für das GKL ist frei, seit die immissionsschutzrechtliche Genehmigung und die Planfeststellungsbeschlüsse für Gas- und Stromtrasse vorliegen. Die Leag ist Projektführer und hat Siemens Energy mit dem Bau, der Betriebsführung und Instandhaltung des Kraftwerks beauftragt.
 

Volker Stephan
© 2022 Energie & Management GmbH
Donnerstag, 30.09.2021, 12:40 Uhr

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