Gebäude der Bundesnetzagentur in Bonn. Quelle: Bundesnetzagentur
Die Bundesnetzagentur hat die künftige Datenerhebung zur Netzleistungsfähigkeit der Stromnetzbetreiber bekannt gegeben. Dies belaste Energieunternehmen über Gebühr, kritisiert der BDEW.
Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) bemängelt die zusätzliche Datenerhebung im Rahmen der Qualitätsregulierung der Bundesnetzagentur. Diese hatte am 27. Februar eine Festlegung zur künftigen Datenerhebung zur Netzleistungsfähigkeit der Stromnetzbetreiber getroffen. BDEW-Hauptgeschäftsführerin Kerstin Andreae nennt diese zu kleinteilig und aufwendig.
Die Energiewirtschaft halte ebenfalls leistungsfähige Netze für eine zentrale Voraussetzung für das Gelingen der Energiewende. Regulierung solle daher Investitionen und Handlungsspielräume stärken und nicht zusätzliche operative Belastungen schaffen, moniert Andreae.
„Grundsätzlich begrüßen wir das Ziel der Bundesnetzagentur, Netzbetreiber zu belohnen, die bei der Digitalisierung ihrer Stromnetze eine besondere Leistungsfähigkeit und Kompetenz unter Beweis stellen“, sagte sie. Die nun beschlossene Datenerhebung führe jedoch mit 250 teils nur aufwendig erhebbaren und zu schätzenden Datenpunkten zu erheblichen administrativen und organisatorischen Aufwänden für die Netzbetreiber. Dies sei in einer Phase, in der die verfügbaren Ressourcen vorrangig für Netzausbau und Transformation benötigt werden, kontraproduktiv.
Verbesserungsvorschläge nicht berücksichtigt
Zwar hätten die Verbände im Dialog mit der Behörde einzelne Konkretisierungen bei Datendefinitionen erreicht. „Im Ergebnis muss aber konstatiert werden, dass zahlreiche Verbesserungsvorschläge von Netzbetreibern und unserem Verband nicht aufgenommen wurden“, bedauert Andreae.
Insbesondere Hinweise, dass einzelne abgefragte Daten in der Praxis häufig nicht vorliegen und nur über Annahmen oder Schätzungen ermittelt werden können, wurden nicht umgesetzt. „Dies wirkt sich unmittelbar auf die Datenqualität aus und stellt die Belastbarkeit sowie Vergleichbarkeit eventuell daraus abzuleitender Kennzahlen infrage“, befürchten die Netzbetreiber.
Die Bundesnetzagentur bewerte den Nutzen der Datenerhebungen generell höher als den Aufwand. Und auch den finanziellen Aufwand für die erforderlichen IT-Umstellungen der Netzbetreiber sehe die Regulierungsbehörde immer pauschal als verhältnismäßig an.
„Wir fordern, dass die Behörde in ihren Festlegungen – wie auch jedes Ministerium bei Gesetzesvorlagen – den Erfüllungsaufwand für die Wirtschaft berechnet und zur Diskussion stellt“, forderte die BDEW-Vertreterin. Auch die Behörde solle die politischen Maßgaben zur Reduzierung der Bürokratie beachten, appellierte Andreae.
Dienstag, 3.03.2026, 11:59 Uhr
Susanne Harmsen
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