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Enerige & Management > Smart Meter - Verbraucherschützer bieten Hilfe bei digitalen Stromzählern an
Bild: Paul, Fotolia.com
SMART METER:
Verbraucherschützer bieten Hilfe bei digitalen Stromzählern an
Die Zeitenwende bei Stromzählern soll von verstärktem Verbraucherschutz begleitet sein. Die Verbraucherzentrale startet dazu einen Aufruf an die ersten Haushalte mit Smart Metern.
 
Mit dem Verbraucheraufruf reagiert die Marktbeobachtung des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV) auf den mit Datum 31. Januar 2020 eröffneten Rollout der digitalen Stromverbrauchsmesser. Der Einbau intelligenter Messsysteme mit einem Gateway als Kommunikationsschnittstelle ist ab sofort für einen Teil der Haushalte verpflichtend, etwa für Einheiten mit besonders hohem Strombedarf.

Was als Fortschritt auf dem Weg zur Digitalisierung der Energiewende gilt, nehmen die Verbraucherschützer durchaus kritisch in den Blick. Zunächst geht es um die Anschaffungskosten von 23 bis 100 Euro. Aktuell sei nicht sicher, dass diese Zusatzbelastung durch variable Stromtarife zu kompensieren sei. „Das ist ärgerlich“, so Thomas Engelke, Leiter des Teams Energie und Bauen beim VZBV.

Seinen Verbraucheraufruf versteht der Verband auch als Möglichkeit, die vorschriftsgemäße Qualität der Messeinrichtungen zu kontrollieren. Dafür steht interessierten Haushalten mit digitalen Stromverbrauchszählern ab sofort ein Online-Formular   zur Verfügung, über das der VZBV die Erfahrungen im Privaten sammeln möchte.

Smart Meter haben gegenüber anderen modernen Messsystemen den Vorteil, die erfassten Daten über ein Gateway auch automatisch übermitteln zu können. Sämtliche geplanten Mehrwerte können die Systeme aber aktuell noch nicht beitragen, wie etwa den Zugriff auf variable Stromtarife oder das Steuern von Stromerzeugung und -verbrauch. Das hat einerseits mit den bisher zertifizierten Geräteherstellern zu tun, deren Smart Meter nicht über alle gewünschten Funktionen verfügen.

Andererseits fehlen noch rechtliche Rahmenbedingungen im EEG für Smart Meter in Haushalten mit Stromerzeugern, Speichern und Nachtspeicherheizungen. Die neuen Zähler können „nicht auf die Strommenge im Netz reagieren und auch nicht die Photovoltaikanlage auf dem Dach steuern. Es ist daher zu begrüßen, dass der Zwangseinbau für Haushalte mit Stromerzeugung, Ladestationen für Elektrofahrzeuge und Speichern verschoben wurde“, so Thomas Engelke.

Die drei für das Rollout erforderlichen zertifizierten Gateway-Hersteller sind Power Plus Communications, Sagemcom Dr. Neuhaus und EMH Metering. Ende September 2019 war damit die Voraussetzung für die Markterklärung durch das Bonner Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erfüllt, die die technische Möglichkeit zum Einbau intelligenter Messsysteme feststellt.
 

Volker Stephan
© 2020 Energie & Management GmbH
Mittwoch, 05.02.2020, 14:54 Uhr

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