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Die baden-württembergische Energieagentur bietet Kommunen im Südwesten eine kostenfreie Ersteinschätzung zu möglichen Windenergieprojekten auf ihrer Gemarkung an.
Mit einer kostenfreien Ersteinschätzung zum Ausbaupotenzial der Windenergie will die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA-BW) landesangehörige Städte, Gemeinden und Landkreise bei der Planung möglicher Windenergieprojekte unterstützen. Hintergrund ist die derzeit laufende Festlegung von Vorrangflächen für Windenergieanlagen durch die zwölf Regionalverbände in Baden-Württemberg.
Die Regionalplanung definiert, auf welchen Flächen Windenergieanlagen im Südwesten künftig in der Regel errichtet werden können. Wie viele Anlagen dort tatsächlich möglich sind und welche Erträge zu erwarten sind, geht aus den Planungen jedoch nicht hervor. Die KEA-BW will Kommunen deshalb mit einer ersten Potenzialanalyse einen Überblick über mögliche Projekte auf ihren Gemarkungen verschaffen. Nach Angaben der Landesenergieagentur soll dies den Kommunen helfen, frühzeitig eigene Strategien für die Nutzung der Windenergie zu entwickeln.
Die Analyse umfasst Angaben zur möglichen Anzahl von Windenergieanlagen, zum voraussichtlichen Stromertrag sowie zu potenziellen Pachteinnahmen. Nach Angaben der Landesenergieagentur können Kommunen damit eigene Projekte vorbereiten, Angebote von Projektierern besser einschätzen und ihre Interessen gezielter vertreten. Die Einschätzung kann sich entweder auf gemeindeeigene Flächen oder auf sämtliche Flächen einer Gemarkung beziehen.
Prüfung eines kommunalen Flächen-Poolings
Die KEA-BW empfiehlt den Kommunen, frühzeitig aktiv zu werden und nicht erst auf konkrete Vorschläge von Projektierern zu reagieren. Vor allem bei gemeindeeigenen Flächen könne das Wissen um mögliche Anlagenstandorte und Erträge helfen, Verhandlungen auf Augenhöhe zu führen und stärker an der regionalen Wertschöpfung zu partizipieren.
Sind zusätzlich private Grundstücke betroffen, komme den Kommunen auch eine koordinierende Funktion zu. Dabei könne unter anderem geprüft werden, ob ein kommunales Flächen-Pooling sinnvoll sei. Durch eine gebündelte Organisation von Flächen erleichterten sich bstimmungen mit Eigentümern und Projektentwicklern.
Die KEA-BW weist zugleich darauf hin, dass die Ersteinschätzung keine detaillierte Projektierung ersetzt. Örtliche Messungen oder konkrete technische Planungen seien nicht Bestandteil des Angebots.
Grundlage der Analyse sind die ausgewiesenen und geplanten Vorranggebiete der Regionalverbände. Diese Flächen seien bereits anhand planerischer und rechtlicher Kriterien wie Mindestabständen, Naturschutzbelangen und Windpotenzial bewertet worden.
Für die Abschätzung der möglichen Anlagenzahl berücksichtigt die KEA-BW unter anderem topografische Faktoren wie die Hangneigung. Die Ertragsprognosen basieren auf modellierten Daten des Windatlas Baden-Württemberg. Berücksichtigt werde dabei die mittlere Windleistungsdichte. Die Landesenergieagentur spricht deshalb von einer fundierten, jedoch nicht standortscharfen Bewertung. Faktoren wie Netzanschluss, Zuwegungen oder betriebliche Einschränkungen fließen nach Angaben der KEA-BW nicht in die Ersteinschätzung ein.
Freitag, 22.05.2026, 14:38 Uhr
Fritz Wilhelm
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