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Energie & Management > Recht - Ex-Chef klagt nun seinerseits gegen die Stadtwerke Pforzheim
Herbert Marquard nimmt sich nun seinen Ex-Arbeitgeber vor. Quelle: Stadtwerke Pforzheim
Recht

Ex-Chef klagt nun seinerseits gegen die Stadtwerke Pforzheim

Jetzt dreht der frühere Geschäftsführer der Stadtwerke Pforzheim den Spieß um. Der Versorger sieht sich einer Klage ausgesetzt, weil er offenbar einen Batzen an Tantiemen zurückhält.
Nächste Runde im schwelenden Streit zwischen den Stadtwerken Pforzheim und ihrem früheren Geschäftsführer. Nun ist Herbert Marquard am Zug und verklagt den baden-württembergischen Versorger vor der Kammer für Handelssachen am Landgericht Karlsruhe.

Wie eine Sprecherin des Gerichts auf Anfrage dieser Redaktion bestätigte, sei die Klage des Ex-Chefs im Hause eingegangen. Er mache in der Klage Ansprüche auf die Auszahlung von Tantiemen, so die Sprecherin weiter. Die Badischen Neuesten Nachrichten wollen auch die Höhe der Forderungen kennen. Sie berichten, Marquard fordere mit dem Schritt 200.000 Euro ein. Eine Anfrage dieser Redaktion zur Klage liegt Herbert Marquard vor.

Das Geld, so sieht es Marquard offenbar, stehe ihm aus seiner Amtszeit in Pforzheim zu, wo er 2019 zunächst als Feuerwehrmann eingesprungen war. Auf Marquards Dienste wollte der kommunale Versorger dann allerdings bis in den Mai 2025 hinein nicht verzichten.

Marquards Klage hat eine delikate Note. Er selbst sieht sich seit 2024 Ermittlungen ausgesetzt, die ein anonymer Pforzheimer Whistleblower im Zusammenhang mit dem Auftrag für die Beleuchtung eines Heizkraftwerks ausgelöst hatte (wir berichteten). Marquard solle dabei gegen Compliance-Regeln verstoßen haben. Die Staatsanwaltschaft Pforzheim nahm daraufhin Ermittlungen auf. Diese könnten zu einer Anklage und einem Strafverfahren am Landgericht Karlsruhe führen.

Allem Anschein nach laufen die gegen Marquard gerichteten Vorwürfe allerdings ins Leere. In der Zwischenzeit hat die 12. Große Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts sich die Staatsanwaltschaft zur Brust genommen und getadelt. Zwei Hausdurchsuchungen und die Beschlagnahmung von Gegenständen in Marquards Privatwohnungen aus dem August 2025 seien rechtswidrig gewesen, so die Kammer.

Über ein Ende der Ermittlungen in diesem Verfahren hatte die Staatsanwaltschaft bis zuletzt nicht entschieden. Medienspekulationen zufolge will die Verwaltungsspitze Pforzheims mit den einbehaltenen Tantiemen ihre hohen Anwaltskosten in dem Compliance-Fall senken. Diese Idee könnte zum Scheitern verurteilt sein. Herbert Marquard, seit seinem Weggang aus Pforzheim Geschäftsführer der Stadtwerke Bietigheim-Bissingen, will das nun gerichtlich klären lassen.

Dienstag, 27.01.2026, 16:48 Uhr
Volker Stephan
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Herbert Marquard nimmt sich nun seinen Ex-Arbeitgeber vor. Quelle: Stadtwerke Pforzheim
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Ex-Chef klagt nun seinerseits gegen die Stadtwerke Pforzheim
Jetzt dreht der frühere Geschäftsführer der Stadtwerke Pforzheim den Spieß um. Der Versorger sieht sich einer Klage ausgesetzt, weil er offenbar einen Batzen an Tantiemen zurückhält.
Nächste Runde im schwelenden Streit zwischen den Stadtwerken Pforzheim und ihrem früheren Geschäftsführer. Nun ist Herbert Marquard am Zug und verklagt den baden-württembergischen Versorger vor der Kammer für Handelssachen am Landgericht Karlsruhe.

Wie eine Sprecherin des Gerichts auf Anfrage dieser Redaktion bestätigte, sei die Klage des Ex-Chefs im Hause eingegangen. Er mache in der Klage Ansprüche auf die Auszahlung von Tantiemen, so die Sprecherin weiter. Die Badischen Neuesten Nachrichten wollen auch die Höhe der Forderungen kennen. Sie berichten, Marquard fordere mit dem Schritt 200.000 Euro ein. Eine Anfrage dieser Redaktion zur Klage liegt Herbert Marquard vor.

Das Geld, so sieht es Marquard offenbar, stehe ihm aus seiner Amtszeit in Pforzheim zu, wo er 2019 zunächst als Feuerwehrmann eingesprungen war. Auf Marquards Dienste wollte der kommunale Versorger dann allerdings bis in den Mai 2025 hinein nicht verzichten.

Marquards Klage hat eine delikate Note. Er selbst sieht sich seit 2024 Ermittlungen ausgesetzt, die ein anonymer Pforzheimer Whistleblower im Zusammenhang mit dem Auftrag für die Beleuchtung eines Heizkraftwerks ausgelöst hatte (wir berichteten). Marquard solle dabei gegen Compliance-Regeln verstoßen haben. Die Staatsanwaltschaft Pforzheim nahm daraufhin Ermittlungen auf. Diese könnten zu einer Anklage und einem Strafverfahren am Landgericht Karlsruhe führen.

Allem Anschein nach laufen die gegen Marquard gerichteten Vorwürfe allerdings ins Leere. In der Zwischenzeit hat die 12. Große Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts sich die Staatsanwaltschaft zur Brust genommen und getadelt. Zwei Hausdurchsuchungen und die Beschlagnahmung von Gegenständen in Marquards Privatwohnungen aus dem August 2025 seien rechtswidrig gewesen, so die Kammer.

Über ein Ende der Ermittlungen in diesem Verfahren hatte die Staatsanwaltschaft bis zuletzt nicht entschieden. Medienspekulationen zufolge will die Verwaltungsspitze Pforzheims mit den einbehaltenen Tantiemen ihre hohen Anwaltskosten in dem Compliance-Fall senken. Diese Idee könnte zum Scheitern verurteilt sein. Herbert Marquard, seit seinem Weggang aus Pforzheim Geschäftsführer der Stadtwerke Bietigheim-Bissingen, will das nun gerichtlich klären lassen.

Dienstag, 27.01.2026, 16:48 Uhr
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