Der Lammerskopf (im Hintergrund) soll Turbinen erhalten. Visualisierung: Stadt Heidelberg
Ein geplanter Windpark im Odenwald steht vor seiner ersten Bewährungsprobe. Zwei Bürgerentscheide stehen an, die dem Projekt einen Schub oder Dämpfer bringen können.
Es ist bald drei Jahre her, dass ein Konsortium um die Stadtwerke Heidelberg seine Hoffnungen auf einen großen Windpark im Odenwald öffentlich machte. Damals erhielten die Projektpartner den Zuschlag der Forstbehörde von Baden-Württemberg (Forst BW) für eine Waldfläche (wir berichteten), auf der bis zu acht Turbinen entstehen können. Jetzt steht das gesamte Vorhaben auf dem Prüfstand der Bevölkerung.
Am 12. Juli stehen zwei Bürgerentscheide an, die dem Projekt Rückenwind geben könnten. Oder aber die Abstimmungen schicken den Windpark auf die lange Bank. Denn ein negatives Votum würde die Planungen bis zu drei Jahre aufhalten – wenn nicht ganz zu Fall bringen.
Gleich zwei Städte rufen ihre Bevölkerung zu den Urnen, weil es sich beim Windpark auf dem Höhenzug Lammerskopf auf gewisse Weise um ein interkommunales Projekt handelt. Bis zu sieben Anlagen sollen auf Heidelberger Stadtgebiet über die Baumwipfel wachsen. Dazu ist eine Turbine im Bereich der Stadt Neckargemünd vorgesehen.
Heidelbergs östliche Nachbarkommune hat deutlich gemacht, die eigene Parzelle nur hergeben zu wollen, sofern der größere Teil des Windparks auch die Zustimmung erhält. Wie die Bürgervoten in Heidelberg und Neckargemünd ausgehen, ist gleichwohl offen. Es gibt viel Zuspruch, aber auch Ablehnung – zum Beispiel von Naturschutzverbänden.
Die Planungen für den Windpark befinden sich noch in einem frühen Stadium. Schon jetzt ist klar, dass es für Windkraftanlagen besondere Hürden gibt. Denn der ins Auge gefasste Bereich ist in Teilen Flora-Fauna-Habitat-Gebiet (FFH) sowie Landschaftsschutzgebiet. Wie leicht diese Hürden zu überwinden sind, würde erst das normale Genehmigungsverfahren zeigen. Allerdings ist das Volumen bereits nahezu halbiert: Ursprünglich sprachen die Entwickler von bis zu 15 Anlagen.
Zur Projektgemeinschaft, die von Forst BW die Flächen zugesprochen bekam, gehören neben den Stadtwerken Heidelberg die Energiegenossenschaft Starkenburg, die Bürgerenergiegenossenschaft Kraichgau, die Heidelberger Energiegenossenschaft und die Trianel Wind und Solar. An ihr sind die Stadtwerke Heidelberg als Anteilseigner der Stadtwerke-Kooperation Trianel beteiligt. Die Entwickler des Lammerskopf-Windparks verstehen sich aufgrund dieser Struktur als Bürgerprojekt. (vs)
Mittwoch, 8.07.2026, 17:21 Uhr
Volker Stephan
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