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Energie & Management > Veranstaltung - Vier Schritte für robustere Energieinfrastruktur
Konferenz in Stavanger. Quelle: ONS
Veranstaltung

Vier Schritte für robustere Energieinfrastruktur

Der Dienstleister DNV stellt auf der ONS-Konferenz in Stavanger in Norwegen einen Rahmen vor, mit dem Energieunternehmen Risiken systematisch bewerten und ihre Resilienz stärken sollen.
Der unabhängige Energieexperte und Assurance-Dienstleister DNV aus Hovik, Norwegen, will Energieunternehmen bei der Absicherung kritischer Infrastrukturen unterstützen. Auf der Energiekonferenz ONS in Stavanger stellte das Unternehmen am 25. August das Positionspapier „From concern to control“ vor. Darin beschreibt DNV einen systemweiten Ansatz, mit dem Betreiber Schwachstellen erkennen, Investitionen priorisieren und sich auf Störungen vorbereiten können.

Nach Angaben von DNV hat sich die Bedrohungslage für Energieinfrastrukturen in den vergangenen zehn Jahren deutlich verändert. Geopolitische Spannungen, der Klimawandel, die zunehmende Digitalisierung, der Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) und Abhängigkeiten in Lieferketten führen demnach zu neuen und miteinander verbundenen Risiken.

Eine aktuelle Untersuchung von DNV unter mehr als 1.000 Führungskräften aus der Energiebranche zeigt laut dem Unternehmen zugleich Defizite bei der Vorsorge. Mehr als die Hälfte der Befragten gab demnach an, dass ihr Unternehmen über keine klar definierte und regelmäßig aktualisierte Resilienzstrategie verfügt.

Unternehmen müssen Abwehr aufbauen

DNV sieht darin ein strukturelles Problem. Kritische Energieinfrastrukturen seien heute selten nur einer einzelnen Bedrohung ausgesetzt. Ausfälle oder Schäden in einem Bereich könnten sich über technische Systeme, Lieferketten und weitere Teile der Wertschöpfungskette ausbreiten. Dadurch könnten neben der Energieversorgung auch Energiekosten sowie wirtschaftliche und gesellschaftliche Strukturen betroffen sein.

Das von DNV vorgestellte Rahmenwerk soll deshalb Resilienz stärker mit der strategischen Planung von Unternehmen verknüpfen. Es sieht einen kontinuierlichen Zyklus aus vier Schritten vor: Risikoanalyse, Priorisierung von Investitionen, Umsetzung von Maßnahmen sowie Überprüfung und Validierung.

Fünf Bereiche sichern

Diese vier Schritte wendet DNV auf fünf Bereiche an: Organisation, Personal, physische Anlagen, IT und Cybersicherheit sowie Lieferketten. Unternehmen sollen damit zunächst kritische Abhängigkeiten und mögliche „Single Points of Failure“, also einzelne Ausfallpunkte, identifizieren. Anschließend sollen sie Schutzmaßnahmen priorisieren und in die Investitionsplanung integrieren.
 

Nach dem Ansatz von DNV endet die Vorsorge nicht mit der Umsetzung technischer oder organisatorischer Maßnahmen. Betreiber sollen Systeme auch während eines Vorfalls schützen sowie Reaktions-, Wiederanlauf- und Wiederherstellungspläne bereithalten. Ziel sei es, den Betrieb nach einer Störung möglichst sicher wiederherzustellen.

Ditlev Engel, CEO von DNV Energy Systems, bezeichnete Resilienz als Bestandteil des täglichen Betriebs. Sie sei notwendig, um eine zuverlässige, bezahlbare und nachhaltige Energieversorgung sicherzustellen. Unternehmen müssten Sicherheitsaspekte deshalb in ihre zentrale Investitionsplanung integrieren, erklärte Engel.

Beispiele für Bedrohungen beleuchtet

DNV verweist in seinem Positionspapier auf verschiedene Beispiele für Bedrohungen kritischer Energieinfrastruktur. Dazu zählen Cyberangriffe, die Beschädigung von Unterwasser-Gaspipelines sowie Raketenangriffe auf LNG-Terminals und -Tanker. Auch politische Veränderungen und extreme Wetterereignisse können nach Einschätzung des Unternehmens die Zuverlässigkeit von Energiesystemen beeinträchtigen.

Derek Riezebos, Manager für Verteidigung und Sicherheit in Nordeuropa bei DNV Energy Systems, sieht insbesondere die Abhängigkeiten zwischen einzelnen Systemen als Herausforderung. Nur wenige Organisationen hätten einen vollständigen Überblick über ihre Schwachstellen. Ein besseres Verständnis kritischer Abhängigkeiten und die Verringerung einzelner Ausfallpunkte könnten jedoch dazu beitragen, die Auswirkungen von Störungen zu begrenzen.

Als Beispiel nennt DNV lang anhaltende Stromausfälle. Diese könnten Kettenreaktionen auslösen und unter anderem Verkehr, Kommunikation, Krankenhäuser und weitere kritische Dienste beeinträchtigen. Daraus leitet das Unternehmen die Notwendigkeit eines koordinierten Vorgehens von Energieunternehmen, Infrastrukturbetreibern und staatlichen Stellen ab.

DNV will das Rahmenwerk nach eigenen Angaben Regierungen, Verteidigungsorganisationen, Energieversorgern und Infrastrukturbetreibern zur Verfügung stellen. Der Ansatz soll internationale Erfahrungen mit lokalem und marktspezifischem Wissen verbinden und Resilienz stärker in die laufenden Betriebs- und Investitionsprozesse integrieren.

Die DNV-Stellungnahme „From concern to control“ steht in englischer Sprache im Internet bereit. (sh)

Dienstag, 25.08.2026, 11:17 Uhr
Susanne Harmsen
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Konferenz in Stavanger. Quelle: ONS
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Vier Schritte für robustere Energieinfrastruktur
Der Dienstleister DNV stellt auf der ONS-Konferenz in Stavanger in Norwegen einen Rahmen vor, mit dem Energieunternehmen Risiken systematisch bewerten und ihre Resilienz stärken sollen.
Der unabhängige Energieexperte und Assurance-Dienstleister DNV aus Hovik, Norwegen, will Energieunternehmen bei der Absicherung kritischer Infrastrukturen unterstützen. Auf der Energiekonferenz ONS in Stavanger stellte das Unternehmen am 25. August das Positionspapier „From concern to control“ vor. Darin beschreibt DNV einen systemweiten Ansatz, mit dem Betreiber Schwachstellen erkennen, Investitionen priorisieren und sich auf Störungen vorbereiten können.

Nach Angaben von DNV hat sich die Bedrohungslage für Energieinfrastrukturen in den vergangenen zehn Jahren deutlich verändert. Geopolitische Spannungen, der Klimawandel, die zunehmende Digitalisierung, der Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) und Abhängigkeiten in Lieferketten führen demnach zu neuen und miteinander verbundenen Risiken.

Eine aktuelle Untersuchung von DNV unter mehr als 1.000 Führungskräften aus der Energiebranche zeigt laut dem Unternehmen zugleich Defizite bei der Vorsorge. Mehr als die Hälfte der Befragten gab demnach an, dass ihr Unternehmen über keine klar definierte und regelmäßig aktualisierte Resilienzstrategie verfügt.

Unternehmen müssen Abwehr aufbauen

DNV sieht darin ein strukturelles Problem. Kritische Energieinfrastrukturen seien heute selten nur einer einzelnen Bedrohung ausgesetzt. Ausfälle oder Schäden in einem Bereich könnten sich über technische Systeme, Lieferketten und weitere Teile der Wertschöpfungskette ausbreiten. Dadurch könnten neben der Energieversorgung auch Energiekosten sowie wirtschaftliche und gesellschaftliche Strukturen betroffen sein.

Das von DNV vorgestellte Rahmenwerk soll deshalb Resilienz stärker mit der strategischen Planung von Unternehmen verknüpfen. Es sieht einen kontinuierlichen Zyklus aus vier Schritten vor: Risikoanalyse, Priorisierung von Investitionen, Umsetzung von Maßnahmen sowie Überprüfung und Validierung.

Fünf Bereiche sichern

Diese vier Schritte wendet DNV auf fünf Bereiche an: Organisation, Personal, physische Anlagen, IT und Cybersicherheit sowie Lieferketten. Unternehmen sollen damit zunächst kritische Abhängigkeiten und mögliche „Single Points of Failure“, also einzelne Ausfallpunkte, identifizieren. Anschließend sollen sie Schutzmaßnahmen priorisieren und in die Investitionsplanung integrieren.
 

Nach dem Ansatz von DNV endet die Vorsorge nicht mit der Umsetzung technischer oder organisatorischer Maßnahmen. Betreiber sollen Systeme auch während eines Vorfalls schützen sowie Reaktions-, Wiederanlauf- und Wiederherstellungspläne bereithalten. Ziel sei es, den Betrieb nach einer Störung möglichst sicher wiederherzustellen.

Ditlev Engel, CEO von DNV Energy Systems, bezeichnete Resilienz als Bestandteil des täglichen Betriebs. Sie sei notwendig, um eine zuverlässige, bezahlbare und nachhaltige Energieversorgung sicherzustellen. Unternehmen müssten Sicherheitsaspekte deshalb in ihre zentrale Investitionsplanung integrieren, erklärte Engel.

Beispiele für Bedrohungen beleuchtet

DNV verweist in seinem Positionspapier auf verschiedene Beispiele für Bedrohungen kritischer Energieinfrastruktur. Dazu zählen Cyberangriffe, die Beschädigung von Unterwasser-Gaspipelines sowie Raketenangriffe auf LNG-Terminals und -Tanker. Auch politische Veränderungen und extreme Wetterereignisse können nach Einschätzung des Unternehmens die Zuverlässigkeit von Energiesystemen beeinträchtigen.

Derek Riezebos, Manager für Verteidigung und Sicherheit in Nordeuropa bei DNV Energy Systems, sieht insbesondere die Abhängigkeiten zwischen einzelnen Systemen als Herausforderung. Nur wenige Organisationen hätten einen vollständigen Überblick über ihre Schwachstellen. Ein besseres Verständnis kritischer Abhängigkeiten und die Verringerung einzelner Ausfallpunkte könnten jedoch dazu beitragen, die Auswirkungen von Störungen zu begrenzen.

Als Beispiel nennt DNV lang anhaltende Stromausfälle. Diese könnten Kettenreaktionen auslösen und unter anderem Verkehr, Kommunikation, Krankenhäuser und weitere kritische Dienste beeinträchtigen. Daraus leitet das Unternehmen die Notwendigkeit eines koordinierten Vorgehens von Energieunternehmen, Infrastrukturbetreibern und staatlichen Stellen ab.

DNV will das Rahmenwerk nach eigenen Angaben Regierungen, Verteidigungsorganisationen, Energieversorgern und Infrastrukturbetreibern zur Verfügung stellen. Der Ansatz soll internationale Erfahrungen mit lokalem und marktspezifischem Wissen verbinden und Resilienz stärker in die laufenden Betriebs- und Investitionsprozesse integrieren.

Die DNV-Stellungnahme „From concern to control“ steht in englischer Sprache im Internet bereit. (sh)

Dienstag, 25.08.2026, 11:17 Uhr
Susanne Harmsen

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