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Beim DGMK/BVEG-Projektetag tauschten sich Branchenvertreter über den Stand der Untertage-Wasserstoffspeicherung aus. Und zogen ein grundsätzlich positives Fazit.
Die Ontras Gastransport GmbH, ein Fernleitungsnetzbetreiber mit Sitz in Leipzig, und die TotalEnergies Raffinerie Mitteldeutschland GmbH haben Kapazitäten im Wasserstoff-Kernnetz reserviert. Nach Angaben von ONTRAS sichert sich die Raffinerie damit den Zugang zu Wasserstoff aus dem ONTRAS-H2-Startnetz, das Teil des deutschlandweiten Wasserstoff-Kernnetzes ist.
Die Vereinbarung sieht vor, dass am Netzanschlusspunkt der Raffinerie in Leuna ab 2030 bis zu rund 500 MWh Wasserstoff pro Stunde ausgespeist werden können. Der Wasserstoff soll unter anderem aus einem Elektrolyseprojekt in Lingen (Niedersachsen) sowie aus dem Energiepark Bad Lauchstädt in Sachsen-Anhalt stammen.
Für ONTRAS ist die Reservierung ein Hinweis auf den tatsächlichen Bedarf der Industrie. Geschäftsführer Ralph Bahke erklärte laut Unternehmensangaben, der Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft benötige verbindliche Zusagen von Marktakteuren. Die Vereinbarung zeige, wie Unternehmen und Infrastrukturbetreiber beim Aufbau des Marktes zusammenwirkten.
Bereits im April 2025 stellte ONTRAS im Energiepark Bad Lauchstädt 25 Kilometer einer ehemaligen Erdgasleitung auf Wasserstoff um. Gleichzeitig schloss das Unternehmen die Raffinerie an das H2-Startnetz an. Damit entstand eine Verbindung zum künftigen Wasserstoff-Kernnetz.
Auch für TotalEnergies spielt die Infrastruktur eine wichtige Rolle. Thomas Behrends, Geschäftsführer der TotalEnergies Raffinerie Mitteldeutschland, erklärte laut Mitteilung, grüner Wasserstoff sei ein zentraler Baustein für die Dekarbonisierung der Raffinerie. Das Unternehmen plane den Einsatz größerer Mengen Wasserstoff und sei dafür auf ein leistungsfähiges Leitungsnetz angewiesen.
Das H2-Startnetz soll als Teil des Wasserstoff-Kernnetzes Erzeugungsanlagen, Speicherstandorte, Importpunkte und industrielle Abnehmer in Mittel- und Ostdeutschland verbinden. Nach Angaben von ONTRAS umfasst das Vorhaben rund 600 Kilometer Wasserstoffleitungen. Etwa 80 Prozent der Trassen entstehen durch die Umstellung bestehender Erdgasleitungen.
Das bundesweite Wasserstoff-Kernnetz gilt als zentrale Infrastruktur für den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft. Nach Angaben der Bundesnetzagentur soll das Netz eine Länge von 9.040 Kilometern erreichen. Rund 60 Prozent der Leitungen entstehen durch die Umstellung bestehender Erdgasleitungen. Die Investitionskosten liegen bei rund 18,9 Milliarden Euro. Bis 2032 sollen Industriezentren, Speicher, Importterminals und Erzeugungsstandorte bundesweit miteinander verbunden werden.
Unternehmen können seit dem 19. März 2026 Kapazitäten im Wasserstoff-Kernnetz reservieren. Laut ONTRAS gingen seitdem zahlreiche Anfragen ein. Ein Großteil davon erhielt bereits ein Reservierungsangebot, weitere Anträge befinden sich in der Prüfung. Nach Einschätzung des Unternehmens melden Marktteilnehmer entlang der Wasserstoff-Wertschöpfungskette ihre Bedarfe zunehmend konkret an und setzen auf den Aufbau einer leistungsfähigen Transportinfrastruktur.
Donnerstag, 4.12.2025, 17:56 Uhr
Katia Meyer-Tien
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