NKT-Werk für Mittelspannungskabel-Zubehör in Nordenham. Quelle: NKT
CO2-freie Produktion von Mittelspannungskabel-Zubehör: Das Unternehmen NKT hat im Werk in Niedersachsen jetzt „null Emissionen in Scope 1 und 2“.
Schritt für Schritt zur Null: Der internationale Kabelhersteller NKT hat in seinem Werk in Nordenham, im Oldenburger Land gelegen, nach eigene Angaben jetzt emissionsfreie Betriebsabläufe. Der Standort arbeite mit „null CO2-Emissionen in Scope 1 und 2“, teilt das Unternehmen mit.
Im ersten Schritt ersetzte NKT fossil betriebene Autos und Gabelstapler durch Elektro-Vehikel. Das letzte konventionelle Fahrzeug sei bereits 2024 ersetzt worden, heißt es. Seither habe der Fokus vor allem auf dem Ausstieg aus Erdgas für die Beheizung des Werks gelegen – dem finalen Schritt zu einem CO2-freien Produktionsstandort.
Anstelle der Gastechnik werkeln jetzt Wärmepumpen. Die Umstellung, so der Kabelhersteller, habe eine Reihe von Anpassungen erfordert, „da wir Lösungen benötigen, die speziell für industrielle Anwendungen ausgelegt sind, mit einer Heizleistung von bis zu 210 kW“. Zudem erforderlich: „eine Erweiterung des Stromnetzes sowie neue Heizkörper, die für den Betrieb mit Wärmepumpen geeignet sind“, wie Matthias Schaber erklärt. Der „Head of Sustainability, Accessories“ beziffert die Einsparungen bei den CO2-Emissionen auf rund 576 Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente pro Jahr.
PPA mit Uniper
Um das Null-Ziel zu erreichen, verbesserte das Unternehmen auch die Energieeffizienz. Als Beispiel nennt es Wärmetauscher, die an die Spritzgussmaschinen angeschlossen wurde und es ermöglichen, Prozessabwärme wiederzuverwenden.
Der Grünstrom für das Werk wird künftig von Uniper kommen. Im Februar hatten NKT und der Düsseldorfer Energiekonzern einen langfristigen Liefervertrag für Strom (Power Purchase Agreement, PPA) aus der von Uniper in Wilhelmshaven entwickelten PV-Anlage unterzeichnet. Die Bauarbeiten für den PV-Park mit einer Gesamtleistung von 17 MW starteten im November vergangenen Jahres. Errichtet wird er auf der Aschedeponie des ehemaligen Kohlekraftwerks. „Der vereinbarte Termin für die Aufnahme des kommerziellen Betriebs ist der 31. Januar 2027, wobei die Inbetriebnahme bereits früher beginnen kann, wenn die Anlage vorzeitig betriebsbereit wird“, teilte Uniper im Februar mit.
Der Kabelkonzern hat seinen Hauptsitz in Dänemark. Weltweit zählt er 30 Standorte. Das Werk in den Nordenham beschäftigt 390 Mitarbeitende. Es ist als „Kompetenzzentrum“ für Mittelspannungskabelzubehör ausgelegt. Zudem gibt es in Deutschland eine Fabrik in Köln. Dort werden unter anderem Hochspannungskabel, Unterwasserkabel, Glasfaserprodukte, supraleitende Kabel gefertigt.
Mittwoch, 6.05.2026, 16:33 Uhr
Manfred Fischer
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