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Energie & Management > Windkraft Onshore - Stadtwerke Münster werten Protest als Rufschädigung
Protest vor den Stadtwerken Münster gegen einen Nottulner Windpark. Quelle: Volker Stephan
Windkraft Onshore

Stadtwerke Münster werten Protest als Rufschädigung

Die Stadtwerke Münster sehen beim Protest gegen eines ihrer Windkraft-Projekte eine Grenze überschritten. Eine Initiative aus Nottuln versuche, den Ruf des Unternehmens zu schädigen.
Kein willkommener Besuch: Am Stammsitz der Stadtwerke Münster (SWM) hielten mehrere Dutzend Gegnerinnen und Gegner am 27. Januar eine Protestveranstaltung ab. Die als „Mahnwache“ gegen den geplanten Windpark Nottuln-Stockum bezeichnete Aktion fand am Tag der konstituierenden Sitzung des neuen SWM-Aufsichtsrats statt.

Die Atmosphäre zwischen den Parteien scheint vergiftet. Die Initiative namens Windsinn-Nottuln hatte flankierend zu einer Klage gegen den Kreis Coesfeld (wegen dessen positiven Vorbescheids für den Windpark) einen offenen Brief an die Mitglieder des Aufsichtsrats geschickt. Die Stadtwerke selbst reagieren pikiert auf das Schreiben. Der Versorger werte Teile des Briefes „als den Versuch, unseren Ruf zu schädigen“, sagte eine Sprecherin der Stadtwerke auf Anfrage dieser Redaktion.

In dem offenen Brief, der der Redaktion vorliegt, spricht die Initiative davon, dass es in dem bewaldeten Planungsgebiet zu „Aktivitäten“ gekommen sei, „die möglicherweise auf die Vergrämung oder Tötung geschützter Tierarten schließen lassen – vielleicht als eine besondere Art der Vorbereitung auf notwendige Gutachten zur Erlangung einer Baugenehmigung“. An den Aufsichtsrat ging die Frage, ob er sich sicher sei, „dass die Stadtwerke Münster von solchen vermuteten Aktivitäten nichts wissen und weder direkt noch indirekt daran beteiligt sind“.

Initiative hatte Särge aufgestellt

Die Stadtwerke sehen darin ebenso eine Rufschädigung wie in mehreren Passagen, die „unsere wirtschaftliche Leistungsfähigkeit“ infrage stellten. In dem Brief hatte die Initiative suggeriert, die Mitglieder des Aufsichtsrats müssten ohne entsprechende Versicherung („D&O“) für ein mögliches Scheitern des Millionen-Projekts mit ihrem Privatvermögen haften.

Den Brief werten die Stadtwerke insgesamt nicht als Beitrag zu einer „fairen und respektvollen Diskussion“, für die das Unternehmen grundsätzlich zur Verfügung stehe. Vielmehr arbeite die Initiative mit „Desinformation“ und setze dabei „vereinzelt bewusst unsachliche und grenzüberschreitende Mittel“ ein.

Auf einer Windmesse der Gemeinde Ende November hatte die Initiative Särge aufgestellt, auf denen laut Stadtwerken „geldgierige Ratten“ montiert waren. Eine solche Bildsprache empfinde das Unternehmen „nicht nur als polemisch und entmenschlichend, sondern sie ist auch historisch hoch belastet“.

Die Basis für eine weitere Auseinandersetzung um den sieben Anlagen großen Windpark sieht der Versorger angesichts der Entwicklung eher im Rahmen des regulären Genehmigungsverfahrens. Hier seien Fragen „sachlich und strukturiert“ zu klären. Zum jetzigen Zeitpunkt erwäge das Unternehmen nicht, rechtliche Schritte wegen Rufschädigung zu unternehmen, so die Sprecherin.

Mittwoch, 28.01.2026, 08:50 Uhr
Volker Stephan
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Protest vor den Stadtwerken Münster gegen einen Nottulner Windpark. Quelle: Volker Stephan
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Stadtwerke Münster werten Protest als Rufschädigung
Die Stadtwerke Münster sehen beim Protest gegen eines ihrer Windkraft-Projekte eine Grenze überschritten. Eine Initiative aus Nottuln versuche, den Ruf des Unternehmens zu schädigen.
Kein willkommener Besuch: Am Stammsitz der Stadtwerke Münster (SWM) hielten mehrere Dutzend Gegnerinnen und Gegner am 27. Januar eine Protestveranstaltung ab. Die als „Mahnwache“ gegen den geplanten Windpark Nottuln-Stockum bezeichnete Aktion fand am Tag der konstituierenden Sitzung des neuen SWM-Aufsichtsrats statt.

Die Atmosphäre zwischen den Parteien scheint vergiftet. Die Initiative namens Windsinn-Nottuln hatte flankierend zu einer Klage gegen den Kreis Coesfeld (wegen dessen positiven Vorbescheids für den Windpark) einen offenen Brief an die Mitglieder des Aufsichtsrats geschickt. Die Stadtwerke selbst reagieren pikiert auf das Schreiben. Der Versorger werte Teile des Briefes „als den Versuch, unseren Ruf zu schädigen“, sagte eine Sprecherin der Stadtwerke auf Anfrage dieser Redaktion.

In dem offenen Brief, der der Redaktion vorliegt, spricht die Initiative davon, dass es in dem bewaldeten Planungsgebiet zu „Aktivitäten“ gekommen sei, „die möglicherweise auf die Vergrämung oder Tötung geschützter Tierarten schließen lassen – vielleicht als eine besondere Art der Vorbereitung auf notwendige Gutachten zur Erlangung einer Baugenehmigung“. An den Aufsichtsrat ging die Frage, ob er sich sicher sei, „dass die Stadtwerke Münster von solchen vermuteten Aktivitäten nichts wissen und weder direkt noch indirekt daran beteiligt sind“.

Initiative hatte Särge aufgestellt

Die Stadtwerke sehen darin ebenso eine Rufschädigung wie in mehreren Passagen, die „unsere wirtschaftliche Leistungsfähigkeit“ infrage stellten. In dem Brief hatte die Initiative suggeriert, die Mitglieder des Aufsichtsrats müssten ohne entsprechende Versicherung („D&O“) für ein mögliches Scheitern des Millionen-Projekts mit ihrem Privatvermögen haften.

Den Brief werten die Stadtwerke insgesamt nicht als Beitrag zu einer „fairen und respektvollen Diskussion“, für die das Unternehmen grundsätzlich zur Verfügung stehe. Vielmehr arbeite die Initiative mit „Desinformation“ und setze dabei „vereinzelt bewusst unsachliche und grenzüberschreitende Mittel“ ein.

Auf einer Windmesse der Gemeinde Ende November hatte die Initiative Särge aufgestellt, auf denen laut Stadtwerken „geldgierige Ratten“ montiert waren. Eine solche Bildsprache empfinde das Unternehmen „nicht nur als polemisch und entmenschlichend, sondern sie ist auch historisch hoch belastet“.

Die Basis für eine weitere Auseinandersetzung um den sieben Anlagen großen Windpark sieht der Versorger angesichts der Entwicklung eher im Rahmen des regulären Genehmigungsverfahrens. Hier seien Fragen „sachlich und strukturiert“ zu klären. Zum jetzigen Zeitpunkt erwäge das Unternehmen nicht, rechtliche Schritte wegen Rufschädigung zu unternehmen, so die Sprecherin.

Mittwoch, 28.01.2026, 08:50 Uhr
Volker Stephan

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